DGZ empfiehlt fluoridiertes Speisesalz

Fluoridiertes Speisesalz hilft, die Zahngesundheit der Menschen zu verbessern.
17. Februar 2014
DGZ empfiehlt fluoridiertes Speisesalz
Neue Empfehlungen zur Kariesprophylaxe – Leitlinie in Vorbereitung

Fluoridiertes Speisesalz hat heute einen festen Platz in der Kariesvorbeugung. In ihren neuen Empfehlungen zur Kariesprophlaxe [1] spricht sich auch die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) für den Einsatz von Fluoridsalz aus und empfiehlt das angereicherte Salz als wichtige Basisfluoridierungsmaßnahme im Haushalt. Das berichtet die Informationsstelle für Kariesprophylaxe in ihrem aktuellen Themendienst.

Für die neuen Empfehlungen hat die DGZ die wissenschaftliche Literatur ausgewertet und zusammengefasst, welche Maßnahmen tatsächlich effektiv sind. Sie dienen als Grundlage einer geplanten Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Seit 1991 ist fluoridiertes Speisesalz auf dem deutschen Markt erhältlich und trägt seitdem dazu bei, die Zahngesundheit der Menschen hierzulande zu verbessern. Das Herstellen von Fluoridsalz ist in Deutschland auf Basis einer Ausnahmegenehmigung erlaubt, die zuletzt im Januar 2011 verlängert wurde. „Die kariesvorbeugende Wirkung von fluoridiertem Speisesalz ist inzwischen durch zahlreiche Studien [2, 3, 4] belegt“, resümiert Professor Dr. Stefan Zimmer, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten/Herdecke. Im Rahmen der Fluoridierungsmaßnahmen bietet dieses Salz eine einfache und preiswerte Möglichkeit, Karies noch besser vorzubeugen. „Fluoridiertes Speisesalz wirkt vor dem Verschlucken lokal durch den direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche“, so Zimmer. „Es erhöht die Fluoridkonzentration im Speichel und schützt so schon beim Essen vor Karies.“Prof. Stefan Zimmer

Mit Fluoriden gegen Karies
Neben der Verwendung von fluoridiertem Speisesalz empfiehlt die DGZ, eine Zahncreme mit Fluorid zu benutzen. „Für Kinder unter sechs Jahren gibt es spezielle Kinderzahnpasten. Sie enthalten lediglich 500 ppm Fluorid. Kinder ab dem sechsten Geburtstag, Jugendliche und Erwachsene putzen dagegen zweimal täglich mit einer Zahnpasta mit möglichst hohem Fluoridgehalt von bis zu 1.500 ppm“, fasst Zimmer zusammen. Darüber hinaus spielen zur Vorbeugung von Karies auch eine gewissenhafte Zahnpflege, gesunde Ernährung sowie der regelmäßige Gang zum Zahnarzt eine Rolle.

Gesunde Ernährung für gesunde Zähne
Süßigkeiten, Snacks sowie zucker- und säurehaltige Getränke einschließlich Fruchtsaft sollten dagegen selten verzehrt werden. Der Zusammenhang zwischen der Menge und Häufigkeit der Aufnahme von Zucker und der Entstehung von Karies ist wissenschaftlich gut belegt [5]. Auch wenn die Einführung der Flu­oridprophylaxe diesen Zusammenhang erfreulicherweise stark vermindern konnte, empfehle die DGZ, maximal vier zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten pro Tag aufzunehmen. Denn Bakterien im Zahnbelag wandeln Zucker in Säure um, die den Zahnschmelz demineralisiert und zu Karies führt. „Feste Kost dagegen sorgt für starke Zähne. Möglichst häufig gehören daher Vollkornbrot, Getreidegerichte, Obst, Salate und Rohkost auf den Teller“, rät Zimmer. „Faserige Lebensmittel regen den Speichelfluss an und tragen zudem zur Selbstreinigung der Zähne bei.“

Gewissenhafte Zahnpflege
Nach der Mahlzeit sollten die Zähne dann geputzt werden – die Experten von der DGZ raten zweimal täglich. Durch eine adäquate mechanische Entfernung des Biofilms kann eine Karies verhindert werden. Studien zufolge lässt sich beispielsweise bereits mit einmal täglichem Zähneputzen die Plaqueablagerung um 42 Prozent reduzieren [6]. „Wie lange geputzt werden soll, ist von individuellen Faktoren abhängig. Das können zwei, aber auch fünf Minuten sein. Auch die Härte der Zahnbürste ist nach individuellen Gesichtspunkten zu wählen. Harte Zahnbürsten reinigen besser, sind aber auch geringfügig aggressiver zum Zahnfleisch. Aber Achtung, auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen: Geeignet sind Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen, die einmal täglich angewendet werden“, so die Empfehlungen der Informationsstelle für Kariesprophylaxe.

Weitere Informationen auch im Internet unter www.kariesvorbeugung.de.

Foto Zimmer: UWH

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