Für einen starken Rücken zählt jede Bewegung

Frau mit Rückenschmerzen
13. April 2017
Für einen starken Rücken zählt jede Bewegung
Den Fahrstuhl meiden und stattdessen die Treppe nehmen

Rückenschmerzen ist eine Volkskrankheit. Gegen die Schmerzen hilft viel Bewegung. Warum schlecht trainierte Bauchmuskeln für Rückenschmerzen sorgen können.

Der Alltag bietet viele Chancen, sich zu bewegen und damit die Rückenmuskulatur zu stärken. Darauf weisen die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU, Berlin) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU, Berlin) hin.

Rückenschmerzen ist Volkskrankheit

Denn viele Menschen verbringen ihren Tag am Schreibtisch – häufig in Fehlhaltungen – und vernachlässigen den Ausgleich. Treffen schlecht trainierte Bauch- und Rückenmuskeln auf einen bewegungsarmen Alltag, können Rückenschmerzen die Folge sein. "Wir möchten dazu ermutigen, die vielen täglichen Bewegungsmöglichkeiten aufzuspüren und dem Rücken zuliebe zu nutzen", sagt Prof. Dr. Bernd Kladny, stellvertretender DGOU-Generalsekretär. Einer von weiteren Tipps für Arbeitsplatz, Arbeitsweg und Freizeit heißt daher: den Fahrstuhl meiden und stattdessen die Treppe nehmen.

Rückenprobleme zählen zu den Volkskrankheiten: 80 bis 85 Prozent der Menschen in Deutschland leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen, heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation. "Unsere Wirbelsäule setzt sich aus 24 übereinanderstehenden Wirbeln zusammen", erläutert Kladny. "Vergleichbar mit einer Zeltstange, die von mehreren Seiten abgespannt wird und so gerade und stabil bleibt. Vorn stützen die Bauchmuskeln, hinten stabilisiert die Haltemuskulatur des Rückens. Sind die Muskeln zu schwach, ist die Stabilität des Rückens gefährdet." Besonders betroffen sind Menschen, die ihren Arbeitstag vorm Computer verbringen. Sie sollten Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren und zum Ausgleich für Sport in der Freizeit sorgen.

"Um Rückenschmerzen zu vermeiden, heißt es: das ganze Jahr bewegen, mit Bedacht und regelmäßig. Weil sich viele Menschen im Winter zu sehr schonen, kommt es besonders im Frühjahr gehäuft zu Problemen mit dem Rücken", sagt BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher. Einige Menschen wollten voller Tatendrang schnell den Garten in Ordnung bringen und ihr Haus einem Frühjahrsputz unterziehen. Darauf sei ein untrainierter Rücken nicht vorbereitet, er reagiert mit Schmerzen. Für einen starken Rücken empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen neben Sport und einer rückenschonenden Haltung beim Heben, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen regelmäßig kleine Bewegungseinheiten in den Alltag einzubauen.

Tipps für den Arbeitsweg:

• Täglich Treppen steigen: Fahrstuhl und Rolltreppe sind tabu, stattdessen die Treppe nehmen. Wer kann, sollte am besten zwei Stufen auf einmal nehmen, das benötigt deutlich mehr Kraft.

• Eine Station früher aus Bus oder Bahn aussteigen: So kann man sich noch etwas Bewegung verschaffen, indem man den restlichen Weg zu Fuß zurücklegt.

• Balance halten: Wenn man im Bus oder in der Bahn steht statt zu sitzen und so das Gleichgewicht ausbalancieren muss, beansprucht und stärkt das die Muskeln. Dabei immer eine Haltestange in Reichweite haben.

• Entfernt parken und zu Fuß gehen: Legt man den Arbeitsweg mit dem Auto zurück, kann man einen entfernter liegenden Parkplatz nutzen. Dafür etwas mehr Zeit einplanen und die letzten 15 Minuten gehen.

• Fahrrad fahren: Erlaubt es die Entfernung, ist es ideal, für die Strecke zur Arbeit das Fahrrad zu nehmen. Damit ist das Transportmittel gleichzeitig Sportgerät.

Sport in der Freizeit:

• Sport soll Freude machen: Zum Bewegungsausgleich eignet sich grundsätzlich jede Sportart, die Spaß macht. Besonders geeignet sind Walking, Nordic Walking, Skilanglauf und Schwimmen. Dabei muss es nicht immer Rückenschwimmen sein, auch Brustschwimmen oder Kraulen sind geeignet.

• Bauch- und Rückenmuskulatur stärken: Bauch- und Rückenmuskeln lassen sich am besten durch Training in sanften Ausdauersportarten aufbauen. Manche Krankenkassen bieten Kurse an und tragen zudem einen Teil der Kosten.

 

Die Nationale VersorgungsLeitlinie "Nicht-spezifischer Kreuzschmerz" steht unter bit.ly/2nmf7E5 zum Download bereit. dzw

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