Stuttgart startet 2016 mit der "DH Professional"

Qualifiziertes Fachpersonal auszubilden oder zu finden und zu binden wird für die Praxen immer mehr zur Herausforderung.
14. Dezember 2015
Stuttgart startet 2016 mit der "DH Professional"
Klarer Fokus auf praktische und kommunikative Kompetenz

In Stuttgart wurde die Aufstiegsfortbildung zur DH Professional unter Kammer-Regie beschlossen. Mit der DH Professional soll dem Trend der Akademisierung bewusst entgegengewirkt und die Attraktivität des Berufsbilds gestärkt werden – mit verschiedenen Maßnahmen.

Zum viel beachteten Editorial von Dr. Jan H. Koch "DHs und Zahnmediziner: Bitte auf Augenhöhe" im Fachmagazin DZW Kompakt "Parodontologie und Prävention" (erschienen mit der DZW-Ausgabe 47/15) erreichte die Redaktion eine Erläuterung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (LZK BW).
 

Das Editorial von Dr. Koch ist auf dzw.de/IBIPB und im ePaper des DZW-Kompakt unter dzw.de/IRHIN nachzulesen.

Sie bezieht sich auf die einleitenden Sätze des Editorials, nach denen in Stuttgart eine erste Berufsakademie für Dentalhygieniker (DH) geplant sei, deren Studierende einen Bachelor-Grad erwerben könnten.

Kammer hat Pionierarbeit geleistet

Prof. Dr. Johannes Einwag, Fortbildungsreferent der LZK BW, und Dr. Bernd Stoll, Referent für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen der Kammer, führen dazu aus, die Kammer habe mit der Etablierung der Aufstiegsfortbildung zur DH in Deutschland 1994 Pionierarbeit geleistet. Man evaluiere zudem ständig das System der Aufstiegsfortbildungen, um diese entsprechend der fachlichen, gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Anforderungen zu prüfen und zu optimieren.

Die praktische und kommunikative Kompetenz der Mitarbeiter schulen

"So registriert die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg beispielsweise seit einiger Zeit eine zunehmende Theoretisierung der Ausbildung/Fortbildung (unter dem Etikett "Akademisierung" positiv vermarktet) und setzt diesem Trend aktuell ganz bewusst die Einführung eines/einer DH Professional entgegen. Wir sind der Überzeugung: Im Interesse des Patienten gilt es, auf der Basis einer qualifizierten theoretischen Ausbildung schwerpunktmäßig die praktische und kommunikative Kompetenz der Mitarbeiter zu schulen", so Einwag und Stoll. "Die Einführung der/des DH Professional ab 2016 soll diese Kernqualifikation auch vom Namen her deutlich machen. In diesem Zusammenhang kann man in der Tat von einem ‚es ist soweit‘ sprechen."

Weitere Maßnahmen in der Diskussion

Bezüglich der Berufsakademie oder entsprechender Bachelorstudiengänge heißt es, weitere Maßnahmen zur Stärkung der Attraktivität des Berufsbilds seien in der Diskussion, zum Beispiel die "verstärkte Bewerbung der Zielgruppe der Wiedereinsteiger" genauso wie "Überlegungen hinsichtlich eines möglichen trialen Studiums im Bereich Heil-/Hilfsberufe in Zahnarztpraxen" zum Beispiel "im Rahmen einer Berufsakademie". Noch sei aber nichts in dieser Richtung beschlossen worden.

Einwag und Stoll verweisen zudem darauf, dass unabhängig vom Abschluss/der Art des Erwerbs der Qualifikation (Bachelor, Aufstiegsfortbildung) Dentalhygieniker am Patienten laut Zahnheilkundegesetz "die gleichen Rechte haben".

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