DZW Präventions-Forum 2016: Patienten für Prophylaxe motivieren

24. Oktober 2016
DZW Präventions-Forum 2016: Patienten für Prophylaxe motivieren
Zahnarzt Dr. Johan Wölber zeigt, wie Motivierende Gesprächsführung funktioniert

Video – Mit der richtigen Ansprache können Zahnmediziner und Prophylaxefachkräfte beim Patienten in Sachen Motivation viel erreichen. Eine Methode für Patientengespräche ist die Motivierende Gesprächsführung – wie sie funktioniert.

Motivierende Gesprächsführung, auch unter dem englischen Begriff "Motivational Interviewing" (kurz MI) bekannt, ist eine Gesprächsmethode, die die beiden Psychologen William R. Miller und Stephen Rollnick ursprünglich für die Beratung von Menschen mit Suchterkrankungen entwickelt haben.

Beim DZW Präventions-Forum hat Zahnarzt Dr. Johan Wölber gemeinsam mit Schauspielerin Manuela Klaube Szenen aus Patientengesprächen vorgeführt. Die beiden konnten den Teilnehmern anschaulich zeigen, wie ein Patient auf eine klassische Anweisung reagiert und wie im Unterschied dazu Motivierende Gesprächsführung wirkt. Was die Gesprächsmethode ausmacht, erklärt Wölber im Video.

 

Dr. Johan Wölber und Manuela Klaube zeigen im Video, wie sich Patienten mit Motivierender Gesprächsführung zu besserer Prophylaxe motivieren lassen. (© DZW-TV)

 

Wölber arbeitet an der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg, Klaube ist examinierte Krankenschwester, Schauspielerin und Kommunikationstrainerin. Gemeinsam stellen sie bei Fortbildungsveranstaltungen wie dem 6. Oral-B Symposium in Bonn die Motivierende Gesprächsführung bei Patientengesprächen vor. An der Uni Freiburg trainieren die Studenten seit 2009 mit Schauspielern Patientengespräche und bekommen von den Simulationspatienten jeweils ein Feedback.

Gemeinsam mit Dipl.-Psych. Katrin Frick hat Wölber einen Fachbeitrag zum Thema "Motivierende Gesprächsführung in er zahnärztlichen Therapie" geschrieben, der auf der Website der Uniklinik Freiburg heruntergeladen werden kann.

Neues Fortbildungsangebot für Prophylaxefachkräfte in Kooperation mit der DGDH

Das DZW Präventions-Forum fand im September 2016 zum ersten Mal statt. An zwei Tagen beleuchteten die Referenten PD Dr. Ingo Häberlein, Dr. Johan Wölber, Prof. Dr. Johannes Einwag und Prof. Dr. Klaus Roth das Thema Prophylaxe aus unterschiedlichen Perspektiven. Beim gemeinsamen Abendessen gab es für die Teilnehmer reichlich Gelegenheit zu diskutieren und zu netzwerken.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/innen e.V. (DGDH) wird das Präventions-Forum künftig einmal im Jahr ausgerichtet. Es ist der Auftakt einer Reihe von Foren zu verschiedenen Schwerpunkten in der Haranni Academie in Herne. Das nächste DZW Präventions-Forum wird am 1./2. September 2017 stattfinden. Am 2. Dezember 2017 steht das DZW Praxismanagement-Forum auf dem Programm und einmal im Jahr gibt es außerdem ein DZW Hygiene-Forum.

Mehr dazu auch in den DZW FachAssistenzNews oder in den weiteren Videos: Zum Video "Prophylaxe ist eigentlich ganz einfach" mit Prof. Johannes Einwag geht es hier; warum Biofilm nicht gleich Biofilm ist und wie man Biofilm richtig managt, erklärt PD Dr. Ingo Häberlein hier; in welchen Bereichen der Zahnmedizin Probiotika helfen können, erläutert Prof. Dr. Klaus Roth hier und schließlich kommen hier die Veranstalter und Teilnehmer im Video zu Wort. she/dzw

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Kommentare

1. DZW Präventions-Forum

1. DZW Präventions-Forum Wie wichtig Vorbeugung ist, ist eine Binsenweisheit. Dass diesbezüglich noch manches nicht optimal ist, ist unstrittig. Schließlich ist auch richtig, viele Zahnarztpraxen haben noch nicht gelernt, nich nur die Angebots-seite, sondern auch die Nachfrageseite zu berücksichtigen. Eine gute Patientenkommunikation ist unabdingbar. Nachdem jetzt kürzlich Zahnseide keine Nutzenstiftung zugesprochen wurde, verlegt sich jetzt urplötzlich alles auf Interdentalbürsten. Dabei sollte doch keine Mög- lichkeit auf die Interdentalreinigung ausgeschlossen werden. Hier bedarf es einer umfassenden, objektiven Aufklärung des Patienten verbunden mit Anleitung, Vorführung und Motivation. Nützlich ist, was hilft. Wenn man jedoch Frau Freesmann von der der DGHD hört, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, sie empiehlt das, was ihr finanziell zugute kommt.