Hellere Zähne: Aufhellung kann Karies vorbeugen

„Seele und Zähne“: In der Berliner Einrichtung arbeiten Zahnärzte eng mit Psychotherapeuten zusammen, um bei anfragenden Patienten herauszufinden, ob die Ursache ihrer Zahnprobleme somatischer oder seelischer Natur ist.
24. März 2016
Hellere Zähne: Aufhellung kann Karies vorbeugen
Mythen rund um die Zahnaufhellung: Experten klären auf (1)

Prophylaxe und Zahnaufhellung gehören zusammen: Mehr und mehr Zahnarztpraxen beobachten, dass Patienten, die auf gesunde Zähne achten, früher oder später auch hellere Zähne haben wollen – möglichst durchgeführt von erfahrenen Dentalhygienikern (DH) oder Prophylaxe-Mitarbeitern in der Zahnarztpraxis.

Prof. Dr. Michael Noack, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Klinikums der Universität zu Köln
(Foto: Philips)
 

Deren Kompetenz wurde bereits 2012 durch die Neuregelung der Kosmetikverordnung gestärkt. Seither können sowohl kosmetische Zahnaufhellungen mit H2O2-Konzentrationen von 0,1 bis 6 Prozent als auch medizinische Zahnaufhellungen mit einer H2O2-Konzentration von mehr als 6 Prozent nur noch in der Zahnarztpraxis realisiert werden.

Welche Fragen die Patienten bewegen

Doch wie sieht es mit der Zahnaufhellung aktuell in der Praxis aus? Mit welchen Mythen werden Zahnärzte und ihre Mitarbeiter von ihren Patienten im Praxisalltag konfrontiert, wenn es um Zahnaufhellung geht? Das wollte Philips, Anbieter von Produkten zur lichtaktivierten Zahnaufhellung, vergangenen Herbst im Rahmen einer anonymen Umfrage zum Thema Zahnaufhellung unter den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/innen (DGDH) herausfinden.


Die Top 3 der Zahnaufhellungs-Mythen

Insbesondere auf die drei folgenden Mythen werden DHs am häufigsten von ihren Patienten angesprochen:

  • Top-1-Mythos, mit dem fast 75 Prozent der befragten DHs konfrontiert werden, ist die Aussage: „Die Inhaltsstoffe der Zahnaufhellungsgele dringen tief in den Zahn ein und können den Zahn schädigen“.
  • Top-2-Mythos: „Das Ergebnis der Zahnaufhellung hält nicht lange an“. Mit diesem Mythos werden nach den Ergebnissen der Umfrage etwa 69 Prozent der DHs konfrontiert.
  • Top-3-Mythos: 60 Prozent der DHs gaben an, ihre Patienten glaubten, eine Zahnaufhellung, die wirklich Wirkung zeigt, sei immer schmerzhaft.

Gemeinsam mit verschiedenen Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir in der nachfolgenden Serie diese drei Mythen einzeln beleuchten und Licht ins Dunkel bringen.


Zahnaufhellung in der Praxis – längst schon kein Buch mit sieben Siegeln mehr

Etwa ein Viertel der DGDH-Mitglieder beteiligte sich an der Online-Umfrage. 85 Prozent der Teilnehmenden kennen sich gut mit den verschiedenen Methoden der professionellen Zahnaufhellung aus. Knapp 62 Prozent der Befragten sprechen ihre Patienten aktiv auf das Thema an. 71 Prozent sind überzeugt, dass sich die Integration von Zahnaufhellungssystemen in die Praxis lohnt. Und etwa die Hälfte von ihnen arbeitet in der Praxis bereits mit einem lichtaktivierten Zahnaufhellungssystem.

Mythos entkräftet: Zahnaufhellung greift nicht den Schmelz an

Den Mythos, dass die Inhaltsstoffe der Zahnaufhellungsgele tief in den Zahn eindringen und ihn schädigen können, kann Prof. Dr. Michael Noack, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Klinikums der Universität zu Köln durchaus entkräften. „Das Auftragen von Peroxiden greift weder Schmelz noch Dentin oder die Pulpa an – im Gegenteil: Anhand diverser Studien konnte sogar nachgewiesen werden, dass Zahnaufhellung durchaus eine kariespräventive Wirkung haben kann. Denn Plaque-Biofilm lagert sich schwerer an frisch aufgehellten Zähnen an.“

Weder allergen noch toxisch

Die im Markt gängigen Produkte, wie zum Beispiel Philips Zoom, seien weder allergen noch in den angewendeten Dosen toxisch, so Noack. Einen Vorteil sieht der Wissenschaftler vor allem bei lichtaktiven Zahnaufhellungssystemen: „Durch die Lichteinwirkung kann ich auch mit einem geringer konzentrierten Gel eine vergleichbar hohe Aufhellungseffektivität erreichen wie mit hochkonzentrieren Gelen – mit einer reduzierten Wahrscheinlichkeit für störende postoperative Sensibilitäten.“

Zahnaufhellung gehört in die Praxis

Für besonders wichtig hält Noack, den Patienten umfassend zu informieren, bevor er sich für eine Zahnaufhellung entscheidet. Dabei plädiert er ganz klar für das In-Office-Verfahren: „Von einem Herumdoktern zu Hause halte ich nichts. Zahnaufhellung gehört in die Praxis und sollte von Profis durchgeführt werden, die entsprechend ausgebildet sind.“

Schließlich müsse der Zahnarzt zunächst einmal prüfen, ob eine Zahnaufhellung überhaupt möglich ist. Kontrainduziert sei diese nämlich bei ausgeprägter Hypersensibilität der Zähne, Gingivitis und Parodontitis sowie bei undichten Füllungen, kariösen Zähnen oder bei Erosionen.

(wird fortgesetzt)

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