Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

20. August 2010 |  DigitalMedia

Der Hotspot in der Hosentasche

Mobile Hotspot-Geräte sind praktisch, aber nicht ohne Risiko –

 

Immer mehr Menschen wollen und können auch unterwegs oder im Urlaub auf das Internet nicht mehr verzichten. Das Notebook, Netbook oder der Tablet-Computer gehören damit zum festen Urlaubsgepäck. Anschluss ans Netz findet man mittlerweile per WLAN in immer mehr Hotels, an Flughäfen oder in Cafés. Der Zugang zu diesen Hotspots ist aber meistens teuer und auch nicht ganz ungefährlich. Da kann es praktisch sein, seinen eigenen Hotspot einfach mitzunehmen und so bis zu fünf Geräte drahtlos ans Internet anzuschließen.

Foto: setcookie, pixelio

Möglich wird das mit einer relativ neuen Gerätekategorie, den sogenannten mobilen Hotspots. Die Geräte dafür sehen – je nach Hersteller – unterschiedlich aus, sind aber meistens in etwa so groß wie ein Handy. Im Inneren stecken zwei Funkmodule: Eins nimmt per Mobilfunk Kontakt zum Internet auf, das andere baut ein WLAN-Netz in seiner Umgebung auf. Nötig für den Betrieb ist ein geladener Akku und eine eingelegte SIM-Karte – am besten inklusive Daten-Flatrate. Die Verbindung ins Internet wird per Knopfdruck erledigt. Das Einbuchen ins WLAN-Netz erledigt man an dem Computer, mit dem man ins Internet will.

Das Problem: Einige Hersteller übertreiben es ein wenig mit der Ein-Knopf-Bedienung. So haben Tests ergeben, dass die mobilen Hotspots mancher Hersteller die WLAN-Verbindung zwischen einem Computer und dem Hotspot ab Werk zunächst einmal völlig unverschlüsselt aufbauen. Das kann dazu führen, dass Menschen, die sich in der Reichweite dieses mobilen WLANs befinden, sich ohne Probleme einbuchen, die Mobilverbindung nutzen oder sogar in die anderen Rechner eindringen können. Direkt nach dem Auspacken sollte man also den mobilen Hotspot zunächst einmal richtig konfigurieren – so, wie man das mit einem WLAN-Router zu Hause auch tun würde. Dazu wird das Gerät an einen Computer angeschlossen (meist per USB-Kabel) und das Konfigurationsprogramm über einen Webbrowser aufgerufen. Dann gibt es drei wichtige Dinge zu tun:
•  Verschlüsselung einschalten,
•  als Verschlüsselungsmethode „WPA2“ wählen,
•  ein möglichst sicheres Passwort vergeben (zum Beispiel eines, das aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes besteht, den man sich gut merken kann).

Diese Prozedur ist zum Glück nur ein Mal nötig – danach genügt zum Aufbauen der Internet-Verbindung ein Knopfdruck (bei manchen Geräten auch zwei oder drei). An jedem Gerät, das per WLAN Kontakt zum Hotspot aufnehmen will, muss das Passwort eingegeben werden. So wird vermieden, dass Fremde mitsurfen, ohne dass man etwas davon merkt.

Einen mobilen Hotspot kann man mit Notebooks, Netbooks, Tablet-Computern (zum Beispiel dem iPad), Smartphones oder WLAN-fähigen MP3-Playern nutzen. Die meisten Hotspots schaffen es, fünf Geräte parallel ins Netz zu bringen. Ideal ist die Lösung für Geschäftsleute, die häufig unterwegs sind. Aber auch Anwender, denen ein am USB-Port eingesteckter Surfstick zu lästig ist, oder die ein Netbook oder iPad ohne Mobilfunk-Anbindung besitzen, kommen mit einem mobilen Hotspot problemlos ins Internet.

Die Preisfrage

Die Geräte gibt es vertragsfrei oder – deutlich günstiger – in Kombination mit einer Mobilfunk-Flatrate. Der Nachteil: Einige Mobilfunk-Anbieter bieten nur Geräte mit „Netlock“ an – sie lassen sich dann auch nur mit einer SIM-Karte dieses einen Anbieters betreiben.

Die Preise vertragsfreier Geräte liegen bei etwa 130 bis 250 Euro. Unbedingt dazu buchen sollte man dann aber eine Daten-Flatrate, damit es am Monatsende kein böses Erwachen beim Eintreffen der Mobilfunk-Rechnung gibt. Auch Mobilfunk-Discounter (zum Beispiel Simyo, Fonic oder Tchibo) bieten entsprechende Daten-Flatrates an. Hier hat sich eine monatliche Gebühr von zehn Euro etabliert. Für diesen Betrag bieten die Provider allerdings zum Teil unterschiedliche Leistungen. Nach Erreichen eines „Inklusiv-Datenvolumens“ drosseln sie die Geschwindigkeit, sodass das Surfen dann keinen Spaß mehr macht. Vor dem Abschluss eines Daten-Vertrages sollte man also genau das Kleingedruckte lesen.    

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