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26. Mai 2010 |  DigitalMedia

Westentaschencomputer für alle Fälle

Mit den Smartphones wächst eine neue Computergeneration heran –

 

Neben Desktop-Computern, Notebooks und Netbooks gibt es mittlerweile eine weitere Computer-Kategorie: Die „Smartphones“. Denn diese mobilen Alleskönner als „Telefone“ zu bezeichnen, wäre pure Untertreibung. Mit einem solchen intelligenten Handy kann man das Gleiche tun wie mit einem Computer – oft sogar noch etwas mehr. So wie es bei Computern die Windows-, Mac- oder Linux-„Welt“ gibt, so existieren bei den schlauen Handys u.a. iPhone-, Blackberry-, Windows-Phone- oder Android-„Welten“ – auch hier benannt nach dem Betriebssystem, das auf dem Gerät läuft.

Foto: Apple

Ein „Smartphone“ („smart“ = schlau, klug, raffiniert) ist ein mobiles Telefon, in dem zugleich ein kleiner Computer steckt – vergleichbar am ehesten mit den inzwischen aus der Mode gekommenen Taschencomputern (PDAs). Ein Smartphone hat eine Tastatur (eventuell als einblendbare Bildschirm-Tastatur), einen Bildschirm (oft berührungsempfindlich) und ein eigenes Betriebssystem. Vom Betriebssystem merkt man auf einem Smartphone allerdings meistens nicht so viel wie auf einem „richtigen“ Computer, weil es automatisch geladen wird, sobald man das Smartphone einschaltet.

Auf einem iPhone läuft eine Variante des Betriebssystems Mac OS X, das allerdings speziell für Smartphones angepasst wurde. Es besitzt eine einfach zu bedienende Oberfläche und ist ansonsten nach außen hin weitgehend abgeschottet. Im Sommer soll die neue Version 4 auf den Markt kommen. Ohne Fachkenntnisse lassen sich auf einem iPhone nur die Programme („Apps“) installieren, die von Apple genehmigt wurden. Kein Wunder: Der einzige, offizielle Weg, ein Programm auf dem iPhone zu installieren, ist der digitale „App Store“ – ein Online-Laden, den man nur über ein auf dem iPhone installiertes Programm erreichen kann. Auf diese Weise kontrolliert Apple die Programme, welche die Nutzer auf ihre eigenen Telefone spielen können und verdient dabei kräftig mit. Bezahlt werden kostenpflichtige Apps nämlich bei Apple – die Entwickler erhalten ihren Anteil direkt von Apple.

Die Modelle

Das aktuelle Modell ist das 3G S, auch der Vorgänger 3G ist aber noch zu haben. Die iPhone-Welt ist schnelllebig: Obwohl erst im November 2007 in Deutschland eingeführt, gehört das erste Modell 2G bereits zum alten Eisen. Es gab bereits die ersten Fälle, in denen Apple das Gerät nicht mehr reparierte, weil die Ersatzteile fehlten. Das Modell 3G S hinkt im Vergleich zu anderen Handy-Modellen technisch hinterher: Es besitzt eine vergleichsweise schlechte Kamera, hat eine langsame Datenübertragung, man kann den Akku nicht austauschen, und der Speicher ist nicht erweiterbar. Zudem ist ein iPhone in Deutschland technisch an den Mobilfunkbetreiber T-Mobile gebunden. Wer ein anderes Netz nutzen will, der muss ein aus dem europäischen Ausland importiertes Gerät kaufen.

Trotz alledem besitzt das iPhone Kultstatus. Es besitzt ein modernes, reduziertes Design und ist einfach zu bedienen – andere Hersteller bemühen sich, die Bedienung in ihren Geräten nachzuahmen. Aber: Es gibt auch Smartphones, die nicht vom iPhone beeinflusst werden und trotzdem einfach bedienbar sind. Kommt ein neues iPhone-Modell auf den Markt, reagieren Apple-Fans und die meisten Medien nahezu hysterisch, auch wenn das technisch nicht unbedingt gerechtfertigt ist.

Völlige Abhängigkeit

Wer sich ein iPhone anschafft, der sollte sich im Klaren sein, dass er sich völlig in die Hände eines Herstellers begibt. Apple kontrolliert alles rund um das Smartphone: Der Hersteller kann einzelne Programme, die gekauft und installiert wurden, aus der Ferne deaktivieren, es soll sogar einen „Killswitch“ geben, mit dem Apple ein iPhone aus der Ferne völlig deaktivieren kann. Apple kontrolliert, welche Software darauf laufen darf und welche nicht – einen anderen offiziellen Weg, ein Programm ohne Apples „App Store“ auf ein iPhone zu bringen, gibt es nicht. Dazu muss das iPhone „gehackt“ werden, wozu man jedoch einiges an technischem Wissen und Verständnis braucht.

Die Kontrolle geht sogar so weit, dass man nur das Zubehör (Kabel, Adapter etc.) nutzen kann, das Apple genehmigt hat – Zubehör-Teile ohne Genehmigung (und Lizenzgebühren) funktionieren dann einfach nicht. Sogar die auf dem Smartphone demnächst innerhalb der Apps laufende Werbung wird von Apple kontrolliert, entworfen – und natürlich kassiert der Hersteller bei den Werbetreibenden dafür kräftig ab.    

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