KZVB und BKK Landesverband Bayern schließen Endo-Vertrag
„Meilenstein in der vertragszahnärztlichen Versorgung“ – Kostenübernahme in Höhe der Kassenleistung auch bei höherwertigen Leistungen –
Von einem „echten Meilenstein in der vertragszahnärztlichen Versorgung“ sprechen die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) und der Landesverband Bayern der Betriebskrankenkassen bei ihrem neuen Strukturvertrag über endodontische Behandlungen. Ein Zuzahlungsverbot in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werde in einem weiteren Teilbereich überwunden – zum Vorteil der Patienten, heißt es in der Pressemitteilung vom Montag dieser Woche.
Auf dem Gebiet der Endodontie seien in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt worden. Doch eine Wurzelbehandlung nach modernsten Behandlungsmethoden sei in vielen Fällen äußerst aufwendig und dadurch teurer und gehe dann über den GKV-Leistungskatalog hinaus. Bislang musste der Zahnarzt diese Leistungen komplett abdingen und der gesetzlich Versicherte in diesen Fällen die Kosten dafür in voller Höhe selbst tragen.
„Ab dem 1. Januar 2010 ändert sich das für die bayerischen BKKVersicherten. Die Betriebskrankenkassen beteiligen sich an den Kosten der aufwendigeren Privatbehandlung in Höhe der Kosten, die sie als Kassenleistung übernommen hätten“, heißt es nun in der gemeinsamen Pressemitteilung.
„Der Vorteil für den Patienten besteht darin, dass er in den Genuss modernster, aber auch sehr aufwendiger Endodontieverfahren kommt, ohne seinen Anspruch auf die Kassenleistung zu verlieren“, so Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB. Zudem würden die Patienten in ihrer Entscheidungsfreiheit gestärkt. Jeder Versicherte könne durch den Vertrag selbst entscheiden, ob eine aufwendige endodontische Behandlung durchgeführt werden soll oder nur die Standardbehandlung, auf die er als Kassenpatient Anspruch hat.
Auch Werner Rychel, Vorstand des BKK-Landesverbands Bayern, sieht in dem Vertrag eine enorme qualitative Verbesserung für die BKK-Versicherten: „Der Erhalt der natürlichen Zähne hat für uns Vorrang gegenüber dem Zahnersatz. Deshalb unterstützen wir unsere Versicherten auch finanziell bei der aufwendigeren Wurzelbehandlung.“
Der Vertrag zwischen der KZVB und dem BKK Landesverband Bayern sei in Deutschland bislang einzigartig und wegweisend für die Zukunft der vertragszahnärztlichen Versorgung, so die Vertragspartner. Anfang November hat die KZVB mit dem BKK Landesverband bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2010 einen Rahmenvertrag für eine höherwertige kieferorthopädische Versorgung geschlossen. Dabei zahlen die teilnehmenden Betriebskrankenkassen beispielsweise bei festsitzenden Apparaturen pro Jahr eine kieferorthopädisch-spezifische Zahnreinigung. Außerdem übernehmen sie die Kosten für verschiedene Spezialbrackets und hochelastische, zahnschonende Nickel-Titan-Drähte. Die KZVB hat vor einigen Monaten zudem einen Vertrag mit der Signal Iduna IKK über kostenlose Vorsorgeuntersuchungen bei Kleinkindern geschlossen.
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