30. Juli 2009 |  letzte Meldung

Politik hat die Zahnärzte vergessen

KZVB fordert Abschaffung der Budgetierung –

„Es ist zwar erfreulich, dass Bayerns Ärzte höhere Honorare bekommen, die Zahnärzte scheint die Politik aber vergessen zu haben“, mit diesen Worten kommentierte Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) die Quartalszahlen der Kollegen von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB).

Dr. Janusz Rat

Zahnmedizinische Behandlungen unterliegen mit Ausnahme der Festzuschüsse beim Zahnersatz nach wie vor der Budgetierung. Dieses Steuerungsinstrument wurde 1993 vom damaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer eingeführt. Während die Budgetierung in allen anderen Medizinbereichen wieder abgeschafft wurde, haben die Zahnärzte weiter darunter zu leiden. Wenn das Budget einer Krankenkasse für zahnerhaltende Maßnahmen aufgebraucht ist, sinkt das Honorar deutlich ab.

Die KZVB müsse darauf mit sogenannten Puffertagen reagieren. Im Jahr 2008 habe dies in Bayern die Versicherten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), einiger Innungskrankenkassen und der Knappschaft getroffen. Insgesamt musste die KZVB im vergangenen Jahr 15 Puffertage verhängen, da die Budgets überschritten waren. „Dieses planwirtschaftliche Instrument ist leistungsfeindlich und gehört umgehend abgeschafft. Es schadet sowohl den Zahnärzten als auch den Patienten“, kritisiert Rat. Die Zahnärzte hätten ihren Beitrag zur Entlastung des Sozialsystems erbracht. So sei der Anteil der Ausgaben für Zahnbehandlung an den Gesamtausgaben der Krankenkassen in den vergangenen zehn Jahren von über 10 auf 7,4 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2008 habe es aufgrund der Anbindung an die Grundlohnsummenentwicklung eine Punktwerterhöhung von nur 0,64 Prozent gegeben.

„Jeder weiß, dass die Praxiskosten weitaus stärker gestiegen sind.“ Aufgrund des Gesundheitsfonds rechnet Rat damit, dass auch im Jahr 2009 die Budgets einiger Kassen für Zahnbehandlungen nicht ausreichen werden. „Wir wollen Einschränkungen für Patienten vermeiden, aber dabei müssen uns auch die Krankenkassen und die Politik unterstützen“, fordert Rat.

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