„DAK ködert Versicherte zu Lasten der Qualität“
Berlins Zahnärzte sollen laut KZV Berlin zu Dumpingpreisen behandeln –
„Zahnersatz zum Nulltarif“ aus chinesischen Zahnlaboren, professionelle Zahnreinigung für 50 Euro je Behandlung sowie ein Implantat plus Krone zum Festpreis von 1.100 Euro werden von der DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) seit neuestem angeboten. Dafür hat die DAK einen Vertrag mit der Essener Managementgesellschaft Indento GmbH im Verbund mit dem Netzwerk Dent-net ausgehandelt, so die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin (KZV Berlin) in einer Pressemitteilung.
Ein Qualitätsvorteil sei damit nicht gewährleistet, so die KZV Berlin weiter. „Geringere Kosten und eine höhere Qualität schließen sich meist aus“, stellt Dr. Jörg-Peter Husemann, Vorsitzender der KZV Berlin, dazu fest. Nach Auffassung der KZV Berlin wird mit dieser Aktion massiv in das gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Zahnärzten eingegriffen – zu Lasten der Zahnärzte, die sich nicht den Vorgaben der DAK unterwerfen wollen.
Aber auch die Patienten könnten laut KZV Berlin das Nachsehen haben. Denn die am Verfahren beteiligten Zahnärzte müssten keine besonderen Auswahlkriterien erfüllen, sondern lediglich die Vorgaben von DAK und Dent-net umsetzen. Diese Zahnärzte gäben damit laut KZV Berlin den Schutz der KZV auf, die die Honorare der Zahnärzte bei den Krankenkassen aushandele und sichere. Stattdessen begäben sie sich in die direkte Abhängigkeit der DAK. Sie müssten sich von ihrem Berliner zahntechnischen Labor trennen. Sie gäben ihre Arbeit stattdessen an ein fremdes Labor in Essen, das dann nach China weiter versende. Qualitätsverluste seien so programmiert.
Rätselhaft erscheint der KZV Berlin, wieso das Bundesversicherungsamt (BVA) hier nicht einschreitet. „Ich bezweifle stark, dass die im Gesetz (SGB V) vorgeschriebene öffentliche Ausschreibung korrekt stattgefunden hat, insbesondere die Ausgestaltung der Qualitätsanforderungen! Wettbewerbsvorteil ist ein weiteres Stichwort“, sagt Husemann. Mit dem Programm der DAK seien weitere Arbeitsplätze in den zahntechnischen Laboren in Berlin und Brandenburg gefährdet. Angesichts einer Gesamt-Arbeitslosenquote von 13,4 Prozent in der Region sei nicht nachvollziehbar, dass eine gesetzliche Krankenkasse diese Entwicklung auch noch vorantreibt. „Die DAK will sich mit diesem Aktionismus lediglich einen Wettbewerbsvorteil am heiß umkämpften Markt der gesetzlichen Krankenversicherungen schaffen, egal um welchen Preis“, so Husemann.
DZW im Abo
Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement
DZW TV
Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.
Kommende Veranstaltungen
DZW Schlagwortwolke
Je größer das Schlagwort, desto häufiger wurde esverwendet. Klicken Sie ein Wort an, um verwandte Artikel anzuzeigen.



Eigenen Kommentar hinzufügen