29. September 2009 |  letzte Meldung

Zahnärzte hoffen auf rasche Bewegung und Weichenstellung in der Gesundheitspolitik

Zahnärzte wollen ihre Fachkompetenz einbringen – Gesprächsbereitschaft erwartet – gemeinsame Positionen angekündigt –

Neue Impulse für die Gesundheitspolitik erwarten Deutschlands Zahnmediziner nach dem Wahlergebnis vom Sonntag. „Wir gratulieren den Wahlsiegern von Union und FDP“, erklärte der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, am Sonntagabend. Dieser Wahlerfolg sei auch ein Signal für die überfällige Anpassung des Gesundheitswesens an die Realitäten hierzulande.

Dr. Peter Engel: „Wir gratulieren den Wahlsiegern von Union und FDP“

Konkret erwarte er den von Bundeskanzlerin Merkel vor der Wahl angekündigten konstruktiven Dialog von Politik und Berufsstand zur nachhaltigen Neustrukturierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Die Selbstverwaltung der Ärzte und Zahnärzte müsse als starke Interessenvertretung ihrer Mitglieder erhalten bleiben. Insgesamt müsse das deutsche Gesundheitssystem den neuen nationalen und europäischen Realitäten angepasst werden. Die deutsche Zahnärzteschaft stehe für entsprechende Gespräche mit ihrer Fachkompetenz zur Verfügung, so die BZÄK.

Ähnlich positiv ist auch die Reaktion der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV): „Mit einer schwarz-gelben Regierungskonstellation können wir die nötigen Reformen in der zahnmedizinischen Versorgung gesetzlich Krankenversicherter endlich angehen. Für die Zahnärzte ist das deshalb ein gutes Wahlergebnis. Wir brauchen mehr Selbstverantwortung und Freiheit im Gesundheitswesen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Vorstands der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz, den Ausgang der Bundestagswahl. 

Dr. Jürgen Fedderwitz
Dr. Jürgen Fedderwitz: „Mit einer schwarz-gelben Regierungskonstellation können wir die nötigen Reformen in der zahnmedizinischen Versorgung gesetzlich Krankenversicherter endlich angehen.“

Entscheidend sei, so Fedderwitz, dass die neue Regierungskonstellation dringende Reformschritte in der vertragszahnärztlichen Versorgung jetzt ohne langes Zuwarten in Angriffe nehme: „Wir brauchen die längst überfällige Anpassung der Zahnarzt-Honorare im Osten an das West-Niveau. Wir müssen gemeinsam die Abschaffung der Budgets angehen. Das sind politische Altlasten der Großen Koalition, die das neue Regierungsbündnis schnell beseitigen sollte. Jetzt gibt es auch die Chance, das Projekt elektronische Gesundheitskarte zu überdenken.“

Erfreut zeigte sich der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) über das klare Votum der Wähler und den damit verbundenen Regierungswechsel. Der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Karl-Heinz Sundmacher wies aber darauf hin, dass mit dem Wahlergebnis noch keine Probleme aus der Welt geschafft seien. „Im besten Fall stehen uns bessere Lösungen bevor“, so Sundmacher. Eine neue Regierung heiße nicht, dass automatisch eine bessere Politik gemacht werde. Entscheidend sei, dass gleich am Anfang die Weichen in der Gesundheitspolitik umgestellt werden.

Nach Sundmachers Einschätzung wird das nicht einfach werden, weil insbesondere einige Sozialpolitiker der CDU/CSU Probleme damit haben werden, die mit Ulla Schmidt praktizierte Vereinheitlichungslinie aufzugeben: „Die bisherige Gesundheitspolitik von Rot-Grün und besonders Schwarz-Rot mit einem Übermaß an staatlichem Einfluss und Bürokratie ist nicht zukunftsfähig.“
Er kündigte an, dass die Zahnärzteschaft ihre gesundheitspolitischen Auffassungen kurzfristig und geschlossen an die neue Regierung aus CDU/CSU und der FDP herantragen werde.   

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