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17. August 2010 |  Politik aktuell

„Gelbe Karte“ für Minister Rösler

KZV Niedersachsen startet Postkartenaktion –

 

Mehr als 5.600 niedersächsische Zahnärzte sind mächtig sauer. Sie zeigen dem Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler – selbst Niedersachse – die „Gelbe Karte“. Dr. Jobst-W. Carl, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN): „Seit 17 Jahren warten wir auf eine korrekte Bezahlung unserer Leistungen und fast ebenso lang auf eine gerechte Honoraranpassung.“

Der KZV-Chef, der als Zahnarzt in Osnabrück praktiziert: „Seit der vergangenen Bundestagswahl warten wir auf die im schwarz-gelben Koalitionsvertrag versprochenen Änderungen in der Gesundheitspolitik. Unsere Geduld ist erschöpft. Deshalb die ‚Gelbe Karte‘.“

Einerseits würden von den Zahnärzten unbegrenzte Leistungen für die allein in Niedersachsen gesetzlich versicherten 6,8 Millionen Patienten eingefordert. Andererseits würden diese Leistungen nur teilweise bezahlt. „Das bringt viele Praxen und deren Mitarbeiter an den Rand ihrer Existenz und gefährdet die erstklassige Versorgung unserer Patienten“, so Carl

In einigen Regionen Niedersachsens zeichneten sich bereits Versorgungsengpässe ab, weil Nachfolger schwierig zu finden seien. Bei allen Reformen seien die Zahnärzte leer ausgegangen Damit müsse endlich Schluss sein, so Carl.

Die Aktion „Gelbe Karte“ läuft bis Mitte September. Dabei erhalten die niedersächsischen Vertragszahnärzte über die zwölf Verwaltungsstellen der KZVN im Land vorgedruckte „Gelbe Karten“ als Postkartenaktion, die sie dann an die Verwaltungsstellen zurückschicken können. Anschließend sollen die Proteste zusammen mit einem Forderungskatalog dem Bundesgesundheitsminister übergeben werden.

„Wir sind die endlosen Versprechungen leid. Jetzt müssen Taten folgen,“ so der niedersächsische KZV-Chef.

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Kommentare

Dirk, 17.08.10 15:17:
Nachahmenswerte Aktion der KZV-N und deren Chef Jobst-Wilken Carl. Bin gespannt, ob und wie die Aufsichtsbehörde reagiert...Daraus hätte man auch sehr schön eine "konzertierte Aktion" mehrerer (oder aller??) KZVen machen können. Die KZV-Vorsitzenden und die KZBV treffen sich ja regelmäßig...Vielleicht kommt das ja noch.
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