
„Zukunft Zahnärzte Bayern“ wieder mit Mehrheit in der VV der KZVB
Zwei-Drittel-Mehrheit verloren – KZV-Wahlen auch in Baden-Württemberg –
Bei den Wahlen zur Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) Mitte Juli 2010 hat „Zukunft Zahnärzte Bayern“ (ZZB) die Mehrheit der Stimmen erreicht, musste allerdings Verluste hinnehmen. ZZB erhielt insgesamt 52,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) Bayern kam auf 46,5 Prozent. Die Liste „Stop“ erhielt 1,1 Prozent, so die Pressemitteilung der KZVB.
Die Gruppierung, die seit fünf Jahren den KZVB-Vorstand mit Dr. Janusz Rat und Dr. Martin Reissig stellt, hat die absolute Mehrheit verloren und jetzt 13 Sitze inne. Beste Ergebnisse konnte dabei der amtierende KZVB-Vorstand erreichen. Der Landesverband Bayern des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) konnte nach einem auch mit Unterstützung des FVDZ-Bundesvorstands heftig geführten Wahlkampf 11 Sitze erringen. Er war vorher nicht in der VV vertreten, da er an den Wahlen vor sechs Jahren nicht teilgenommen hatte. Für den FVDZ errang ZA Christian Berger, auch Vizepräsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) die meisten Stimmen (mehr zu den Gewählten und den Stimmen unter www.kzvb.de). Man habe den Stimmanteil für den FVDZ fast verdoppeln können, so der FV-Landesvorsitzende Dr. Jürgen Welsch (Hofheim), nach der Wahl, dennoch habe es am Ende nicht gereicht. Er kündigte eine starke und kritische Opposition und Kontrolle des Vorstands an und äußerte die Hoffnung, dass die VV künftig wieder mehr Gewicht gewinnen werden.
Rat erklärte, ZZB werde seine Politik der Evolution statt Revolution in der zahnärztlichen Gesundheitspolitik zum Wohle von Berufsstand und Patienten fortsetzen. Man lade die Opposition ein, sich konstruktiv daran zu beteiligen „und nicht die nächsten sechs Jahre einen Dauerwahlkampf zu führen“, so Rat.
Im Vorfeld der Bayern-Wahl hatte es heftige Diskussionen wegen des von Herbst auf Juli vorgezogenen Wahltermins gegeben. Da in diesem Jahr im Herbst in Bayern auch eine neue Kammerversammlung gewählt wird und in der Kammer der FVDZ den Vorstand stellt, war dem KZVB-Vorstand und der ZZB vorgeworfen worden, die eigenen Wahlchancen durch die Vorverlegung der KZV-Wahl verbessern zu wollen.
Auch zur Vertreterversammlung der KZV Baden-Württemberg sind die Wahlen bereits gelaufen. Da hier die Mitglieder des Freien Verbands auf verschiedenen Listen kandidierten, sind nach einer Analyse von Dr. Dirk Erdmann, adp-medien (www.adp-medien.de) nun wohl 23 der 50 VV-Sitze an den FVDZ gegangen. So kandidierte beispielsweise der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Karl-Heinz Sundmacher (erfolgreich) auf der „Liste für einen starken Bezirk Karlsruhe“.
Die Wahlergebnisse in Bayern und Baden-Württemberg könnten auch für die Vorstandswahlen in der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) wichtig werden. Der amtierende Vorsitzende des KZBV-Vorstands, Dr. Jürgen Fedderwitz (Hessen), strebt eine Wiederwahl an, aber auch dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands, Dr. Wolfgang Esser (Nordrhein) werden Ambitionen auf den Vorstandsvorsitz unterstellt. Seine wichtigsten Unterstützer werden in den KZVen Nordrhein, Bayern und Niedersachsen gesehen.
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