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11. November 2011 |  Politik aktuell

BZÄK-Vizepräsident Dr. Michael Frank legt Amt nieder

Bundesversammlung der BZÄK wählt am Samstag neuen Vize – anderen Umgang in der Standespolitik angemahnt –

 

Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Michael Frank, legt sein Amt nieder. Das erklärte Frank in seinem Bericht als Vizepräsident am Freitagvormittag in der Bundesversammlung auf dem Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt (Main). Für Franks Schritt sind gesundheitliche Gründe auch vor dem Hintergrund der Diskussionen um seine Person im Sommer dieses Jahres ausschlaggebend.

Frank, der auch Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen ist, war 2008 in Stuttgart zum Vizepräsidenten der BZÄK gewählt worden. Er war im BZÄK-Vorstand unter anderem für die Themen der Aus-, Fort- und Weiterbildung und das zahnärztliche Fehlermanagement-Konzept „Jeder Zahn zählt“ verantwortlich. Im Sommer dieses Jahres war er wegen der Aufnahme eines „Fachzahnarztes für Allgemeine Zahnheilkunde“ als weitere Fachzahnarztbezeichnung in den Entwurf für die Novellierung des Hessischen Heilberufegesetzes stark in die Kritik geraten und auch persönlich massiv angegriffen worden (die DZW berichtete).

Frank erklärte, er stelle sich jeder sachlichen Diskussion. Der Stil aber und die Aggressivität, mit der die Diskussion geführt worden war, sei für ihn nicht tolerabel. Es sei ihm sehr schwer gefallen, die Entscheidung zu treffen, sein Amt als Vizepräsident niederzulegen. „Sie wissen, dass ich nicht so gestrickt bin, auf halber Strecke etwas liegen zu lassen“, so Frank sichtlich bewegt. „Eine Botschaft möchte ich Ihnen noch mitgeben: Überlegen Sie einfach, wie man miteinander umgeht“, schloss Frank und erhielt lang anhaltenden Beifall.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel dankte ebenso wie BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich Frank für seine Arbeit. Er würdigte Franks hohes Engagement und seine Fähigkeit, Zukunftsthemen zu erspüren und darauf frühzeitig zu reagieren. Engel kritisierte aber auch die Neigung, Themen nicht sachlich zu diskutieren, sondern sehr persönlich zu emotionalisieren. „Jeder hier gibt sein Bestes, keiner hat das verdient. Wir sollten Ideen erst sachlich diskutieren, bevor wir sie in die Tonne stopfen oder emotional-persönlich betrachten“, mahnte er an. „Wir sollten uns selbst einen Gefallen tun, anders miteinander umzugehen.“

Die Delegierten der Bundesversammlung haben mit großer Mehrheit beschlossen, noch in der laufenden BV einen neuen Vizepräsidenten zu wählen. Oesterreich hatte zuvor für den Geschäftsführenden Vorstand erklärt, dass er sich nicht in der Lage sehe, die anstehende Arbeit mit nur zwei Vorständen fortzuführen. Die Wahl wird voraussichtlich am Samstag nach der Behandlung der Anträge erfolgen.

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