Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

27. Oktober 2011 |  Kommentar

Unsere Fachwelt muss sich einig sein

von DZW-Chefkorrespondent Dr. med. dent Karlheinz Kimmel *

 

Wenn als letzter Satz im Aufruf der Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), und der Landeszahnärztekammern Hessen- und Rheinland-Pfalz zur Teilnahme am Deutschen Zahnärztetag 2011 steht, sie freuen sich, die zahnmedizinische Fachwelt auch 2011 wieder in Frankfurt am Main begrüßen zu können und der DGZMK-Präsident im DZW-Interview (siehe DZW 43/11) ausdrücklich auf die diesmalige Beteiligung des Zahntechniker-Handwerks hinweist, sind dies zwei der Indizien, dass es in der jetzigen und zukünftigen Situation dieser Fachwelt nicht nur um den zahnärztlichen Berufsstand, sondern um alle an der zahnmedizinischen Versorgung beteiligten Berufe und Bereiche geht. Schließlich sind auch sogenannte Premium-Partner aus der Wirtschaft als offensichtlich wichtige Sponsoren an der zentralen nationalen Veranstaltung in der Mainmetropole beteiligt.

Die Vision einer größeren Gemeinsamkeit von Wissenschaft und Arbeitspraxis ist von Zahnärztetag zu Zahnärztetag immer mehr verwirklicht worden. Und es zeigt sich immer wieder, dass wir unsere Aufgaben nur auf dieser Basis erfüllen und die hochgesteckten Ziele auch nur gemeinsam erreichen können.

Dieser Deutsche Zahnärztetag, der auf vielfältige und dabei eindrucksvolle Weise die gegenwärtige wissenschaftliche und technologische Entwicklung der Zahnmedizin und Zahntechnik sowie die Vielseitigkeit der Institutionen und Gruppierungen dokumentiert, ist aber nur das äußere Zeichen für eine sich mehr und mehr anbahnende Symbiose aller an der zahnmedizinisch-zahntechnischen Versorgung beteiligten Sektoren, von denen keiner eine Insel ist. Allein schon die grundsätzlichen Regelwerke machen bei genauem Hinsehen deutlich, welche Abhängigkeit untereinander und miteinander besteht. Manche Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Normen mögen als zu bürokratisch erscheinen, aber es gibt da einige Herausforderungen und Verpflichtungen, denen sich niemand entziehen kann und darf.

Und da sind wir beim Hauptthema des Deutschen Zahnärztetages 2011 angelangt: „Richtig entscheiden in schwierigen Situationen“ – mit einer optimalen Risikoerkennung und einem ebensolchen Risikomanagement. Gewiss, hier werden in erster Linie Zahnärztinnen und Zahnärzte angesprochen, aber diese Forderung gilt auch für die Zahntechnik, die Industrie, den Handel und nicht zuletzt auch für die Wissenschaft und Standespolitik. Hier sind wir alle aufeinander angewiesen, wenn es um grundsätzliche Weichenstellungen für die Wege in die Zukunft geht.
Wenn gerade ich – aus gegebenem Anlass – für diese Gemeinsamkeit plädiere, geschieht das wahrlich nicht zum ersten Mal. Mir wurde die Notwendigkeit dieser Zielsetzung schon vor Jahrzehnten bewusst, die 1976 auch Gegenstand einer Grundsatzerklärung der internationalen Zahnärzteschaft in der FDI war. Kaum aber hat jemand wirklich danach gehandelt, weil es immer wieder um die eigenen Belange ging. Das hat sich – was zumindest die Zahnärzte und die Zahntechniker betrifft – auf erfreuliche Weise geändert.

Es gibt kaum eine nennenswerte Aussage, in der es nicht im Endeffekt um die Belange der Patienten geht, die letztlich Nutznießer eines optimalen Versorgungssystems sein sollen. Das Plädoyer für unser gemeinsames Denken und Handeln ist mit der manchmal sogar altruistischen Vision verbunden, dass es wirklich um deren Wohl geht, wenn wir uns – auch mit der Teilnahme am Deutschen Zahnärztetag 2011 – um eine Optimierung unserer Arbeitsabläufe und -ergebnisse bemühen.

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