Das AbI Abrechnungshandbuch Implantologie
Komplizierte Abrechnungsvorschriften und ihre Auslegung verständlich erklärt –
Wer deutlich spricht, riskiert verstanden zu werden, sagt der Aphoristiker. Das veranlasst den Politiker, bei Reden lieber im Unbestimmten zu bleiben, einem Abrechnungshandbuch tut deutliche Sprache aber gut. In dem in zweiter, grundsätzlich überarbeiteter Auflage vorgelegten Handbuch zur Abrechnung in der Implantologie werden dem Leser auf 600 Seiten gezielt und detailliert die komplizierten Abrechnungsvorschriften erklärt. Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis mit 49 Kapiteln sowie ein langes Sachregister helfen bei der Orientierung.
Die Vielfalt der unterschiedlichen Abrechnungs- und Erstattungssysteme in Deutschland halten eine Menge Fallen bereit, die für den Neuling wie für den erfahrenen Praktiker ohne professionelle Anleitung kaum zu vermeiden sind.
Reich bebilderte und zu den Abrechnungsvorschriften passende Fallbeispiele erleichtern das Verständnis der komplizierten Abrechnungsvorschriften und ihrer Auslegung. Die unterlegten und begleitenden Urteile sind auch für den medizinorientierten Praktiker leicht verständlich zusammengefasst.
Das Problem- und Komplikationsbewusstsein des in der Implantologie Tätigen wird für mögliche Schwierigkeiten und Fehleinschätzungen geschärft. Ein außerordentlicher Gewinn, den ich persönlich aus diesem Handbuch ziehe. Der erhobene juristische Zeigefinger ist zwar manchmal sehr deutlich; damit muss sich der Praktiker in diesen Zeiten aber abfinden, will er sich nicht schnell in Unannehmlichkeiten bringen.
Hilfreich ist auch die Anleitung zur „Sprechenden Zahnheilkunde“ und deren Dokumentation mit einer Fülle von Vorlagen und Formularen, an denen man das eigene Vorgehen überprüfen, die man aber auch individualisiert übernehmen kann.
Das Handbuch bietet wertvolle Hinweise und Anleitungen, von der umfassend behandelten Implantatprothetik bis hin zur engen Einbindung der übrigen Fächer der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Dass dabei die Prävention nicht zu kurz kommt, ist sicher nicht nur dem Rezensenten wichtig.
Nicht allein die Abrechnungstechniken machen dieses Buch aus, sondern die Beschreibung aller mit der Implantologie direkt oder indirekt verbundenen Fragen. Dass dabei eine Fülle zusätzlicher Anregungen für die tägliche Praxis geboten wird, ist bei der Präzision der behandelten Materie erfreulich. Gleichzeitig wird Unsinniges deutlich, so etwa die unterschiedliche Inrechnungstellung von Materialien bei approbierten Ärzten und Zahnärzten.
So kann man, wenn man diesen fein editierten Band in die Hand nimmt, der Frage nicht ausweichen, warum das Abrechnungsgeschehen von Gesundheitsleistungen in einem zivilisierten Staat wie Deutschland nicht entschieden einfacher, logischer und sinnvoller gestaltet wird.
Es besteht kein Zweifel, das hier besprochene Handbuch hat das Potenzial, zum Standardwerk in den Praxen zu werden.
Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Lübbecke
Berger C, Ratajczak T, Zöller JE. Das AbI Abrechnungshandbuch Implantologie. Quintessenz Verlag, Berlin, 2. Auflage 2009, 129 Euro zzgl. Versandkosten. Bezug: Geschäftsstelle des Bundesverbands der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI), Bonn,
office-bonn@bdizedi.org.
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