
Ein guter Ruf ist für die Patientenentscheidung von enormer Bedeutung
Erneut hat das Institut der Deutschen Zahnärzte mit einem soziologischen Beitrag über das Zahnarzt-PatientenVerhältnis ein Thema gewählt, mit dem die sozio-ökonomische Situation der zahnärztlichen Profession aufgezeigt werden soll. Mit der Studie „Soziale Netzwerke und soziales Kapital bei der Zahnarztsuche“ von Bernd Wurpts (Leipzig) [1] werden gleich drei aktuelle Komplexe in unser Blickfeld gerückt: erstens das soziale Netzwerk und das individuelle soziale Kapital als Merkmale der vielfältigen sozialen Beziehungen eines Menschen, zweitens die Wege, wie sich Patienten für eine Praxis entscheiden, und drittens die Zufriedenheit mit dem aktuellen Zahnarzt.
Da ist – in diesem Zusammenhang – an das Referat von Prof. Dr. Gerhard Riegl beim BDIZ EDI/ DGIO-Kongress 2011 in München zu denken, wo er den guten Ruf eines Zahnarztes für besonders wichtig für die Patientensuche erklärt hat, während das Internet – selbst bei Hinweisen auf Zertifizierungen und den (oft „tollen“) Leistungskatalog – dafür bis dato von geringerer Bedeutung sei. Genau das hat auch die hier zitierte Studie ergeben, während die Information oder Motivation durch Verwandte, Freunde und Bekannte mit dem höchsten Prozentsatz abgeschnitten hat.
Die Zufriedenheit der in der Praxis und via Internet befragten Patienten weist in puncto Unzufriedenheit deutliche Unterschiede auf. Signifikant sind auch die Differenzen bei der Erklärung und dem Besprechen von Problemen. Da schneiden die Leipziger Zahnärzte ebenfalls viel besser ab. Über die Zufriedenheit von Patienten lag bereits eine Studie von A. Klingenberg et al. vor [2].
Für diese Untersuchung wurden in sechs Leipziger Zahnarztpraxen 160 Patienten befragt, auf welche Weise sie ihren jetzigen Zahnarzt gesucht haben. Eine weitere Befragung wurde über das Internet bei den Nutzern des Meinungsportals www.sozioland.de mit im Endeffekt 515 Teilnehmern ausgeführt. Wenn auch bei diesen Datenerhebungen kein Anspruch auf ein repräsentatives Ergebnis erhoben wurde, lässt sich daraus im Vergleich zu früheren Studien im medizinischen Bereich ableiten, dass die Verhältnisse in puncto soziales Kapital und soziales Netzwerk weitgehend identisch sind. Es wird abschließend festgestellt, dass mit einem Ausbau dieser Untersuchung eine repräsentative Erhebung auch auf breiterer datenbezogener Basis mit mehr Variablen (zum Beispiel Unzufriedenheit mit vorherigen Zahnärzten) ausgeführt werden sollte. Wer mehr über diese Studie – und vor allem über die Begriffe „Soziale Netzwerke“ und „Soziales Kapital“ – wissen will, kann Exemplare dieser IDZ-Publikation kostenlos beim IDZ (idz@idz-koeln.de) anfordern. Ebenso kann sie als PDF-Datei von der IDZ-Homepage uner www.idz-koeln.de heruntergeladen werden.
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