IZS bündelt somnologische Kompetenz
Information und Fortbildung zu zahnärztlichen Therapieoptionen am Idsteiner Zentrum für Zahnärztliche Schlafmedizin –
Die zahnärztliche Somnologie ist ein vergleichsweise junges Fachgebiet und beschäftigt sich mit der Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen (SBAS). Die wichtigsten Schlafstörungen, die einer zahnärztlichen Therapie sehr gut zugänglich sind, sind das primäre Schnarchen und die obstruktive Schlafapnoe (OSA). Auch Bruxismus und frühkindliche Schlafapnoe zählen zur sehr großen und heterogenen Gruppe der SBAS. Alle zahnärztlichen Basisfächer besitzen sehr wirkungsvolle Therapiemöglichkeiten, die zunehmend validiert und auch von der etablierten Schlafmedizin anerkannt sind.ۼ
Die aus quantitativer Sicht wichtigste zahnärztliche Therapieoption stellen die intraoralen Protrusionsschienen (IPS) dar. Ihr therapeutischer Effekt in der Therapie von Schlafapnoe und Schnarchen ist unbestreitbar. IPS können sehr oft eine Option zur häufig angewandten Ventilationstherapie mit cPAP-Geräten (Überdruckbeatmung) sein, da in vielen Fällen eine Maskentherapie nicht dauerhaft toleriert wird. Potenziell, so wird geschätzt, könnten IPS für bis zu einem Drittel der Apnoiker das Mittel der Wahl sein.
Die Schienentherapie ist ein dem Zahnarzt nicht unbekanntes Therapiefeld und bietet ihm Möglichkeiten, sein Therapiespektrum mit diesen hoch interessanten Hilfsmitteln deutlich zu erweitern. Die Arbeit hoch spezialisierter Zahnärzte kann sich für die Patienten als sehr nützlich erweisen. Der Ansatz ist hierbei grundsätzlich interdisziplinär, erfordert eine enge Kooperation mit Schlafmedizinern, HNO-Ärzten und anderen Fachbereichen. Eine ansprechend hohe Erfolgsquote und Langzeitcompliance kann in der Therapie von OSA und Schnarchen mit IPS allerdings nur erreicht werden, wenn ihre Anwendung systematisch erfolgt und eine optimale Schienenauswahl im therapeutischen Einzelfall das oberste Gebot ist. Allein dieser Ansatz gewährleistet, dass spezialisierte und zertifizierte zahnärztliche Somnologen auch langfristig als Alternative gefragt sein werden.
Diesem Ziel hat sich das IZS (Idsteiner Zentrum für Zahnärztliche Schlafmedizin) verschrieben. Dr. Sylvia Rahm und Dr. Jürgen Langenhan sind somnologisch hoch aktiv. Für diese somnologische Kompetenz ist das IZS regional und überregional inzwischen recht bekannt. Diverse Veröffentlichungen und der Fachfilm „Schlafapnoe“ (Quintessenz-Verlag Berlin) haben auch dazu beigetragen. Als Gründungsmitglieder der 2010 gegründeten AGZSH (Arbeitsgruppe Zahnärztliche Schlafmedizin Hessen; wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Stefan Kopp und Prof. Dr. sc. med. Stephan Volk) haben die Kollegen in der Vergangenheit eine umfangreiche Basisarbeit geleistet.
Regelmäßig wurden in der Vergangenheit Symposien und Workshops am Carolinum der Goethe-Universität Frankfurt (Main) abgehalten, zu der auch nahmhafte Fachvertreter anderer Zentren gewonnen werden konnten. Langenhan ist rezertifiziertes Mitglied der DGZS (Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin). Das IZS von Rahm und Langenhan bietet allen somnologisch interessierten und fortbildungsaktiven Kolleginnen und Kollegen ganztägige Workshops an (Infos und Termine: www.zahnaerztliche-schlafmedizin.de). Schwerpunktartig werden hier alle relevanten Aspekte der IPS-Therapie (ambulante Polygrafie, Protrusionsbissnahme, Fernröntgendiagnostik, systematische Schienenauswahl an Modellpaaren etc.) intensiv behandelt. Ziel der Workshops ist es, die Kursteilnehmer unmittelbar zur eigenständigen Umsetzung der Schienentherapie bei OSA und Schnarchen zu befähigen.
Zusätzlich werden von einem weiteren Mitglied der AGZSH, ZTM Uwe Bußmeier (Infos und Termine: www.schoene-zaehne.de), in Kooperation mit Langenhan labortechnische Zertifizierungskurse für Zahntechniker in Greven angeboten. Das Komplettangebot von AGZSH und IZS richtet sich somit an Zahnärzte und Zahntechniker. In idealer Weise können sich somit beide Berufsgruppen für die systematische und erfolgversprechende IPS-Therapie fit machen.



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