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17. Mai 2010 |  Berichte

Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai 2010

Virushepatitis bleibt oft unerkannt – Test der Leberwerte ist wichtiger denn je –

 

Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden unter einer chronischen Virushepatitis. Viele Menschen tragen die Erreger in sich und wissen nichts davon. Denn eine Lebererkrankung ist meist schmerzlos. Eine Virushepatitis kann chronisch verlaufen und dann zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen. Weltweit gehören die Spätfolgen einer Virushepatitis zu den häufigsten Todesursachen. Bei frühzeitiger Diagnose besteht für Betroffene eine gute Chance, mit den richtigen Medikamenten eine Heilung zu erzielen.

„Ein Test der Leberwerte beim Hausarzt könnte schon zeigen, ob die Werte erhöht sind“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Deshalb setzt sich der Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai 2010 für die Früherkennung ein. Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, gegen das Hepatitis-C-Virus nicht. Bei einer Infektion kann eine medikamentöse Behandlung die Leberschädigung verlangsam, stoppen oder sogar heilen. Deshalb werben die Deutsche Leberstiftung (www.deutsche-leberstiftung.de), die Deutsche Leberhilfe e.V. (www.le berhilfe.org) und die Gastro-Liga e.V. (www.gastro-liga.de) mit dem alljährlichen Deutschen Lebertag am 20. November für eine weitere Aufklärung über Lebererkrankungen.

Hepatitis wird durch Krankheitserreger in Speisen und Trinkwasser (Hepatitis A) oder Körperflüssigkeiten (Hepatitis B) übertragen. Das Hepatitis-C-Virus wird über infiziertes Blut weitergegeben. Es dringt in die Leberzellen ein, vermehrt sich dort sehr schnell und verursacht Leberschäden. Das Immunsystem versucht das Virus zu bekämpfen, indem es bereits befallene Leberzellen zerstört. Dies gelingt nur bei weniger als 15 Prozent der Betroffenen. Aus der akuten Infektion wird eine chronische, wenn sechs Monate nach der Infektion das Hepatitis-C-Virus noch nachweisbar ist. Das ist bei mehr als 80 Prozent der Betroffenen der Fall. Um die Ursachen, die zu einer Leberzirrhose führen können, frühzeitig zu identifizieren und damit rechtzeitig zu behandeln, sind zeit- und kostengünstige sowie effektive diagnostische Methoden etabliert. Bei erhöhten Leberwerten werden weitere Untersuchungen wie Ultraschall und die Bestimmung von Virusmarkern notwendig.

Aber nicht nur Viren verursachen eine Hepatitis. Falsche Ernährung, Übergewicht und die damit verbundene Fettleber gelten heute als eine der Hauptursachen für eine Leberentzündung. Auch Alkoholmissbrauch ist für einen großen Teil der Erkrankungen verantwortlich. Weitere Ursachen sind Autoimmun-Erkrankungen der Leber, genetisch bedingte Erkrankungen wie die Eisenspeicherkrankheit oder toxische Belastungen durch Medikamente. Die Therapiemöglichkeiten der verschiedenen Lebererkrankungen werden ständig weiterentwickelt. Gefährlich ist, dass aus einer akuten Entzündung der Leber schleichend und unbemerkt eine chronische Entzündung werden kann.

Der Leberzellkrebs als Folge der chronischen Hepatitis gehört weltweit zu den fünf häufigsten Karzinomen des Mannes. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an diesem Tumor. Manns: „Trotz Verbesserung der Hepatitistherapie nimmt der Leberzellkrebs weiter zu, da zu wenig Lebererkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Deshalb ist ein Test der der Leberwerte so wichtig.“

Weitere Informationen findet man unter www.lebertag.org.   

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