Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

07. Juli 2011 |  Berichte

Praktiker auf hohem wissenschaftlichem Niveau

Interessante Fortbildungen gibt es viele. Aber nicht immer läuft die richtige vor der Haustür, oder das Top-Thema hat nur wenig Bedeutung für die eigene Praxis. Die regionale Studiengruppe der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI) bietet einen Weg zur Fortbildung vor Ort. Dr. Georg Bach, der mit Prof. Dr. Dr. Peter Stoll für die DGZI-Studiengruppe in Freiburg verantwortlich zeichnet, gibt dazu im folgenden Interview Auskunft.

Dr. Georg Bach

? Das Freiburger Forum für Implantologie (FFI) hat sich vor acht Jahren als Studiengruppe in die DGZI integriert. Wie hat sich diese freundliche Übernahme bis heute entwickelt?
Dr. Georg Bach: Das FFI hat sich sehr gut entwickelt, aber eines muss richtiggestellt werden: Das FFI haben Dr. Johannes Röckl, Prof. Dr. Wilfried Schilli und Prof. Dr. Dr. Peter Stoll 1998 aus der Taufe gehoben und von Anfang an als Non-profit-Organisation geführt. Ein Meilenstein war die Umwandlung in eine Studiengruppe der DGZI. Daher lässt sich der Vorgang keinesfalls als Übernahme, sondern eher als freundliche Aufnahme in die DGZI beschreiben. Davon haben beide profitiert.
Das FFI hat durch die Möglichkeiten der DGZI, was Mitgliederwerbung, -anschreiben und Logistik betrifft, massiv profitiert und konnte viele neue Mitglieder gewinnen. Die DGZI wiederum hat eine der wenigen weißen Stellen in der bundesdeutschen Studiengruppenkarte geschlossen und zudem einen wichtigen Aktivposten in Süddeutschland erhalten.

?An erster Stelle stehen für die Mitglieder der Freiburger DGZI-Studiengruppe spannende Fortbildungen. In diesem Jahr referierte zum Beispiel Dr. Dr. Thomas Engelhardt aus dem schweizerischen Wollerau über Zirkonoxid-Implantate. Ist das nicht ein bizarres Randthema?
Bach: Keinesfalls, Professor Stoll und ich möchten zwar an dieser Stelle keine Reklame für bestimmte Verfahren oder Produkte machen, aber das FFI hat sich nie nur auf populäre Themen beschränkt, sondern sich stets auch kontrovers diskutierten Bereichen gewidmet. Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet, und wir werden hier weiter tätig sein.

?Was hat Sie persönlich an dieser Fortbildung besonders beeindruckt?

Bach: Das wird Sie wundern, aber das beziehungsweise der für mich Beeindruckendste war ein Gast des FFI – Dr. Michael Gahlert aus München! Ich habe selten erlebt, dass ein Praktiker in eigener Praxis gleichzeitig auch wissenschaftlich auf höchstem Niveau unterwegs ist – wie aber Kollege Gahlert an diesem Abend argumentiert, sich mit dem Referenten auseinandergesetzt und eigene Forschungsergebnisse zu Zirkonoxid präsentiert hat, das war schon eine Klasse für sich.

?Gerade bei einer Studiengruppe interessiert natürlich, wie sich die neue Information in die Praxis umsetzen lässt. Verwenden Sie persönlich Zirkonoxidimplantate, oder werden Sie nach dieser Fortbildungsveranstaltung eher einmal eines einsetzen, oder haben Sie sich jetzt konsequent dagegen entschieden – was ja auch eine mögliche Konsequenz sein könnte?

Bach: Zirkonoxidimplantate spielen in meiner eigenen Praxis eine Rolle, allerdings zahlenmäßig eine untergeordnete, im Verhältnis 1:20 Zirkonoxid- zu Titanimplantat. Es sind ganz bestimmte Patienten, die Implantate aus dem „weißen Stahl“ wollen und die sich übrigens auch kein konventionelles Titanimplantat inserieren lassen würden, dies bestätigen auch viele Kollegen aus dem FFI.
?Welche Rückmeldungen haben Sie dazu von anderen Teilnehmern bekommen? Haben Sie einen Beispielfall diskutiert?
Bach: Professor Stoll hat aus seinem eigenen, reichen Erfahrungsschatz vieles in die Diskussion einbringen können und wies hier ein Maß an Erfahrung und Aussagen zum Troubleshooting mit Zirkonoxidimplantaten auf, die das des Referenten meines Erachtens sogar übertraf.

?Wenn jemand nun in den Bereich Zirkonoxidimplantate einsteigen möchte – wie hilft ihm die DGZI-Studiengruppe weiter?

Bach: Bestandteil eines jeden FFI-Treffens sind die Diskussion und der kollegiale Austausch, hier wäre ein idealer Platz für diesen Kollegen, seine Fragen zu stellen, und selbstverständlich kann sich das Studiengruppenmitglied deswegen jederzeit gerne an Prof. Stoll oder an mich wenden.  

Kontakt zur DGZI-Studiengruppe in Freiburg über Dr. Georg Bach, E-Mail doc.bach@t-online.de. Kontakt zu anderen regionalen DGZI-Studiengruppen über die Geschäftsstelle der DGZI in Düsseldorf, E-Mail sekretariat@dgzi-info.de

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