
„Das Schöne ist der Glanz des Wahren“ – Miller-Preis 2011 für Dr. Moritz Kebschull
Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) haben den feierlichen Festakt zur Eröffnung des Deutschen Zahnärztetags 2011 in der Frankfurter Paulskirche genutzt, um den Miller-Preis zu verleihen sowie vier weitere Wissenschaftler auszuzeichnen, die sich um die Belange der Zahnärzteschaft verdient gemacht haben.

- DGZMK-Ehrungen (v. l.): Miller-Preisträger Dr. Moritz Kebschull (Universitätsklinikum Bonn), Emilia Kebschull, Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Meyer (Universität Greifswald), Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle (Universität Heidelberg) und DGZMK-Präsident Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake - Foto: BZÄK/axentis
Der wissenschaftlich bedeutendste Preis, den die DGZMK zu vergeben hat, ist der mit 10.000 Euro dotierte Miller-Preis. Den als „Nobelpreis der Zahnmedizin in Deutschland“ bezeichneten Preis übergab DGZMK-Präsident Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake an den Parodontologen Dr. Moritz Kebschull (Universitätsklinikum Bonn) für seine Arbeit „Sperm-associated antigen (Spag) 4 is a novel E2F1/E2F6-regulated anti-apoptotic protein in destructive periodontitis“.
Ebenfalls in der Paulskirche geehrt wurden Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle (Universität Heidelberg), der die Ehrenmedaille der DGZMK „in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste und Mitarbeit in der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung in der DGZMK“ erhielt, sowie Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Meyer (Universität Greifswald), der mit der goldenen Ehrennadel der DGZMK „für sein Engagement als Präsident der DGZMK um den Zusammenhalt der unterschiedlichen Fachgesellschaften und die Einbindung der Zahnmedizin in die Medizin“ ausgezeichnet wurde.
Im Anschluss verlieh der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, Dr. Tycho Jürgensen (Flensburg) die goldene Ehrennadel der BZÄK. Er nannte ihn einen „standespolitischen Leuchtturm über Jahrzehnte“. „Jürgensen, der bereits in jungen Jahren in der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein das Gebührenrecht verantwortete, erlebte im Jahr 1988 die Geburtsstunde der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) hautnah mit und begleitete dieses leidige Thema mehr als zwanzig Jahre“, sagte Engel weiter. Als Präsident der Zahnärztekammer in Kiel und als GOZ-Experte betraute die Bundeszahnärztekammer Jürgensen erst mit der Leitung des GOZ-Ausschusses und später des Senats für Gebührenrecht bei der BZÄK. In dieser Funktion habe er einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Honorarordnung für Zahnärzte (HOZ), die, wenn auch noch immer nicht durch die Politik umgesetzt, das wissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Fundament für die privatzahnärztliche Gebührenordnung bilde. Hier habe er den Zahnärzten einen nachhaltigen Dienst erwiesen. „Auch als politischer Kopf hat Jürgensen in seinen zehn Jahren als Landesvorsitzender des freien Verbandes deutscher Zahnärzte die Kollegenschaft zwischen Nordsee und Ostsee dauerhaft geprägt“, so Engel.
In seiner Dankesrede empfahl Jürgensen der Kollegenschaft mit Blick auf die neue GOZ: „Wir sollten uns alle daran erinnern, dass wir das durchführen, was das Bundesverfassungsgericht uns ins Stammbuch geschrieben hat:
Ihr habt eine GOZ und ihr habt den Auftrag, diese GOZ auch soweit honorarmäßig auzuloten, wie es gesetzlich möglich ist. Das ist der berühmte Paragraf 2 und er sollte das sein, liebe Kollegen, womit wir leben.“
Die zweite goldene Ehrennadel der Bundeszahnärztekammer wurde Prof. Dr. jur. Burkhard Tiemann (Köln) verliehen. „Ihn während drei Jahrzehnten als eine nahezu omnipräsente Persönlichkeit in der zahnärztlichen Professionspolitik zu bezeichnen, ist sicher nicht zu hoch gegriffen“, sagte Engel. Mit seiner Klugheit und seinem profunden Fachwissen habe Tiemann auf verschiedenen Feldern des Berufsstands große Meriten erworben, wofür ihm die Bundeszahnärztekammer sowie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) äußerst dankbar seien. Tiemann wurde im Jahr 1979 zum Hauptgeschäftsführer und 1996 zum Vorstandsbevollmächtigten der KZBV berufen. Verbesserte berufspolitische Einflussmöglichkeiten auf die Politik waren sein Ziel bei der Einrichtung zahnärztlicher Vertretungen in Bonn, Brüssel und später in Berlin. Auf seine Initiative hin gründeten BZÄK und KZBV im Jahr 1980 als gemeinsame Forschungseinrichtung das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), dessen geschäftsführender Direktor Tiemann bis Ende 2010 war.
Der Jurist vertrat die Zahnärzteschaft in diversen Spitzengremien der gemeinsamen Selbstverwaltung, so im Bundesausschuss, im Bundesschiedsamt sowie in der konzertierten Aktion. Erfolgreich war er auch als Koordinator des wissenschaftlichen Beirats externer Wissenschaftler im Konsilium der BZÄK. Seit 2001 betreut Tiemann als wissenschaftlicher Leiter die von Kammern und KZVen getragene Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement, die ihre Teilnehmer auf ein berufspolitisches Engagement vorbereitet.
Tiemann nahm die Ehrung als Anerkennung und Wertschätzung und schloss seine Dankesworte mit einem Goethezitat: „Ein Orden hat die Funktion, Rippenstöße abzufedern, die man in politischen Auseinandersetzungen bekommt“.
DZW im Abo
Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement
DZW TV
Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.



Eigenen Kommentar hinzufügen