Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

06. Oktober 2011 |  Berichte

„Digitale Implantologie ist nicht die Zukunft, digitale Implantologie ist heute“

41. Internationaler Jahreskongress der DGZI in Köln mit neuen Referenten und Konzepten –

 

Die Messlatte nach dem erfolgreichen 40. Jubiläumskongress im vergangenen Jahr lag hoch – und konnte dennoch getoppt werden: Am ersten Oktoberwochenende besuchten 450 Teilnehmer die 41. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie – ein schöner Beweis, so DGZI-Präsident Prof. Dr. Dr. Frank Palm in der Pressekonferenz am Freitag, dass eine der mitgliederstärksten Gesellschaften der deutschen zahnmedizinischen Fachgesellschaften hier zusammenkommt.

„Es war schon immer ein Anliegen der DGZI, ihr Konzept mit dem dualen Ansatz Zahnmedizin und Zahntechnik umfassend vorzustellen, sowie Kontakte zu Industrie, zur Forschung zu pflegen und regelmäßige regionale Studiengruppen zu bilden und zu fördern“, erklärte Palm. Der Stellvertretende Vorsitzende Dr. Roland Hille freute sich über die Teilnehmeranzahl und ihre Zusammensetzung aus Zahnärzten, Zahntechnikern, Zahnmedizinischen Fachkräften und Studenten: „Schön, dass es wieder gelungen ist, alle zu erreichen“.

Palm freute sich besonders 25 Mitglieder der implantologischen japanischen Fachgesellschaft auf dem Kongress begrüßen zu können, mit der die DGZI seit vielen Jahren intensive Kontakte pflegt. Die Anreise der japanischen Kollegen in den schwierigen Zeiten, die Japan zurzeit durchmachen muss, ist laut Palm ein besonderer Freundschaftsbeweis.

Mit Stolz verwies Hille auf die Referentenliste, „keiner ist schon mal da gewesen!“ Ein Credo der DGZI sei, stets neue, „frische“ Referenten zu gewinnen und damit den Teilnehmern immer wieder neue Themen und Einblicke vermitteln zu können. Er verwies auf die Diskussionsrunde am zweiten Kongresstag, die mit ihrem Thema „Digitale Implantologie – was soll, was muss?“ ein hochaktuelles Thema behandelt. Palm ergänzte, dass die digitale Zahnheilkunde schon heute Fakt ist. Und die „digitale Generation“ habe auch schon in der Zahnmedizin Fuß gefasst. Seine Vorstellung sei zum Beispiel folgender Ablauf: Der Chirurg setzt die Implantate, die Kamera scannt die Situation, die Daten gehen ins Fräszentrum, in dem „ohne menschlichen Zwischenschritt“ der Zahnersatz gefräst und fertig gestellt würde. Allerdings werden diese neuen Arbeitsabläufe starke Auswirkungen auf den Berufsstand Zahntechnik haben – laut Hille wird sich dieser komplett ändern müssen. Der DGZI will diese Entwicklung mit intensiven Diskussionen und Arbeit begleiten.

Fortbildungsreferent Dr. Georg Bach stellte das aktualisierte Ausbildungskonzept der DGZI vor. „Die DGZI hat viel Engagement und Geld in den Relaunch ihres Fortbildungskonzepts gesteckt“, erklärte Bach auf der Pressekonferenz. Das Angebot richtet sich an die drei Zielgruppen Zahnarzt, Zahntechniker und Patient mit dem Ziel, Zahnärzten und Zahntechnikern die höchstmögliche Qualifizierung zum Beispiel durch den Spezialistenstatus zu ermöglichen.

Für Zahnärzte wird neben der Teilnahme an den mittlerweile flächendeckenden Studiengruppen das „Curriculum Implantologie“ mit seinen Pflicht- und Wahlmodulen angeboten. Es bietet den optionalen Erwerb des „Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie“ und die Prüfung zum auch international anerkannten „Spezialisten für Implantologie“.

Zahntechnikern bietet die Gesellschaft das „Curriculum Implantatprothetik“ gemeinsam mit der Fundamental (Essen) und optional den Erwerb des „Spezialisten für Implantatprothetik“ an, zurzeit geht dieses Curriculum gerade in die 12. Runde und ist, so Bach, „das am schnellsten wachsende Kind“ der DGZI. Ein 3-D-Curriculum für Zahnärzte und Zahntechniker rundet das Fortbildungsangebot der Gesellschaft ab.

Die dritte Zielgruppe Patienten kann sich auf einem eigenen Patiententeil der DGZI-Homepage informieren, online Fragen stellen und – neu hinzugekommen und bisher bei der DGZI als einzigem Anbieter – einen Spezialisten in der Nähe suchen lassen.

Schließlich stellte Bach den wissenschaftlichen Beirat vor, der 1970 ins Leben gerufen wurde, um eine Verbindung zwischen den niedergelassenen Zahnärzten und der Forschung zu etablieren. Bach erinnerte an wichtige Entscheidungen dieses Gremiums, wie zum Beispiel dem Erwerb des Simplant-Systems im Jahr 1992, in dem man mit einer Investition von seinerzeit 250.000 DM damals eine sehr große Summe in ein Projekt gesteckt hat. Diese Investition habe sich jedoch gelohnt, man sei noch heute sehr stolz darauf, dieses wichtige Implantat-Planungssystem nach Deutschland geholt zu haben.

Und zwei neue Aktivitäten verkündete Bach auf der Pressekonferenz: Im Zuge der Nachwuchsförderung will die DGZI als erste wissenschaftliche Fachgesellschaft noch in diesem Jahr zum ersten Mal ein Promotionsstipendium vergeben, Informationen dazu gibt es bei der DGZI-Geschäftsstelle. Ein besonderer Service für Mitglieder ergibt sich aus einem Projekt mit Prof. Werner Götz von der Universität Bonn: Die DGZI bezahlt eine halbe Stelle für eine Medizinisch-technische Assistentin (MTA) im Labor von Prof. Götz, dafür erhalten DGZI-Mitglieder die Möglichkeit, Präparat mit biologischer Fragestellung zur neutralen Bewertung einzusenden. Die DGZI plant weiterhin, eine neutrale Datenbank von Knochenersatzmaterialien aufzubauen.

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