Voco Dental Challenge 2011: Drei meistern die Herausforderung
Mit einer Kombination aus Fachwissen, Innovationsgeist und präziser Forschungsarbeit sind auch die Teilnehmer der neunten Voco Dental Challenge am 23. September 2011 in Cuxhaven an den Start gegangen. Es galt, die ExpertenJury und das Fachpublikum mit einem fundierten Beitrag zu überzeugen. Neun junge Wissenschaftler nahmen die Herausforderung an. „Wir freuen uns über die wissenschaftliche Klasse, die sich auch in diesem Jahr wieder in den Arbeiten der Teilnehmer widerspiegelt“, sagte Dr. Martin Danebrock, Leiter des Wissenschaftlichen Service des Cuxhavener Dental-Unternehmens.
In jeweils 15-minütigen Vorträgen stellten die Wissenschaftler ihre Studienergebnisse im Finale der Voco Dental Challenge vor. Die unabhängige Fachjury – Prof. Dr. med. dent. Christian Hannig (Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung am Universitätsklinikum der TU Dresden), Prof. Dr. med. dent. Matthias Kern (Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum an der Christian-Albrechts-Universität Kiel) sowie Prof. Dr. med. dent. James Deschner (Prof. für Experimentelle Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) – machte es den Teilnehmern nicht gerade leicht und ging in der Fragerunde sehr ins Detail.
Christin Gläser (29), Zahnärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie der Charité Berlin, belegte den ersten Platz der diesjährigen Voco Dental Challenge. In ihrer von PD Dr. Kerstin Bitter und Dr. Konrad Neumann unterstützten Arbeit „Adhäsive Befestigung von faserverstärkten Wurzelkanalstiften mit Stumpfaufbaumaterialien“ ging es um die Untersuchung der morphologischen Charakteristika der Verbundschicht und der Haftwerte zum Wurzelkanaldentin von Stumpfaufbaumaterialien mit ihren korrespondierenden Adhäsivsystemen bei der Insertion faserverstärkter Wurzelkanalstifte. Gläser kam zu dem Ergebnis, dass trotz der festgestellten morphologischen Unterschiede der Verbundschicht der untersuchten Materialien im Wurzelkanal die Haftwerte nicht von der Konditionierungsart des jeweils verwendeten Adhäsivsystems (selbstkonditionierend oder Etch-and-Rinse-Technik) der Stumpfaufbaumaterialien beeinflusst wurden.
Anja Rother (26), Assistenzzahnärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, qualifizierte sich für den zweiten Platz. In ihrer Arbeit, unterstützt von Dr. Anne Francke-Freudenberg und PD Dr. Christian Gernhardt, widmete sie sich dem „Einfluss verschiedener Desensitizer auf die De- und Remineralisation humanen Dentins in vitro“. Hierbei wurde zugleich der Einfluss der Applikation (einerseits vor und andererseits nach der Demineralisation) auf die Läsionsentwicklung untersucht. Sie fand heraus, dass alle in der Studie verwendeten Desensitizer die Entwicklung initialer Läsionen am humanen Wurzeldentin deutlich reduzieren konnten. Und es zeigte sich, dass nach Applikation der Desensitizer die Fähigkeit zur Remineralisation nach stattgefundener Demineralisation gegeben war.
Frank Vogel (33), Zahnarzt in Leipzig und Doktorand der Zahnmedizin an der Poliklinik für konservierende Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums der Universität Leipzig, errang den dritten Platz. In seiner von Prof. Dr. Holger Jentsch und Dr. Hartmut Schneider unterstützten Arbeit nahm er eine „In-vitro-Bewertung eines experimentellen All-in-one-Adhäsivs“ vor, wobei er dessen Applikation variierte. Es zeigte sich, dass sich der Bedeckungsgrad mit Adhäsiv und damit auch die mikroretentive Verankerung sowie die Scherhaftfestigkeiten an Schmelz und Dentin durch Einmassieren des Adhäsivs gerade auch auf feuchter Kavitätenoberfläche optimieren lässt. Auf die drei Preisträger warten Preisgelder in Höhe von 6.000, 4.000 und 2.000 Euro sowie Publikationsförderungen.
Die Teilnehmer der Voco Dental Challenge zeigten sich beeindruckt vom hohen fachlichen Niveau und breiten Themenspektrum der Veranstaltung. Insbesondere die jeweils im Nachgang der Präsentationen gestellten Fragen der Jury und aus dem Plenum hätten es in sich gehabt, erklärten die Preisträger unisono.
Christin Gläser: „Für mich spiegelten die Fragen ein ernsthaftes Interesse anderer an der eigenen Forschungsarbeit wider.“ Zudem, so Gläser, biete die Präsentation auf der Voco Dental Challenge die Möglichkeit, sich nicht nur fachlich auszutauschen, sondern auch ihre Vermittlungskompetenz zu schulen. Dies sieht auch Anja Rother so: „Den Vortrag möglichst frei zu halten und dabei in kurzer Zeit die Inhalte verständlich und anschaulich darzustellen, ist eine sehr gute Übung für die weitere Forschungs- und Lehrtätigkeit.“
Frank Vogel sieht in seiner Präsentation einen wichtigen Schritt für die angestrebte Promotion: „Der Vortrag war ein gutes Training für meine Promotionsverteidigung. Durch das unmittelbare Feedback der Juroren kann man sich schon mal gut darauf einstimmen.“ Anja Rothers Bilanz: „Es war eine tolle Erfahrung, mitgemacht und wertvolle Denkanstöße für weitere Untersuchungen und die Arbeit in der Praxis erhalten zu haben.“
Detaillierte Informationen zu den weiteren Teilnehmern und ihren Arbeiten, die beim Nachwuchswettbewerb in Cuxhaven vorgestellt wurden, gibt es im Internet unter www.voco.de.
DZW im Abo
Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement
DZW TV
Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.




Eigenen Kommentar hinzufügen