23. September 2011 |  Berichte

„Kann denn Pflege schädlich sein …?

Über die ungeliebte Frage, ob der Patient bei seiner häuslichen Mundhygiene „des Guten zu viel“ tun könnte, kann, ja muss man sich Gedanken machen. Anlässlich der Jahrestagung der DGP (Deutsche Gesellschaft für Parodontologie) in Baden-Baden wagte sich der Dentalhersteller Procter & Gamble mit seinem Symposium an dieses Thema heran – am Freitag, 16. September 2011 im Kongress-Saal I. Das Wagnis war allerdings so groß nicht, hatte man doch mit Prof. Dr. Nicole Arweiler, Marburg, eine renommierte Expertin für den Fachvortrag dieses Symposiums gewonnen.

Der Titel ihres Beitrags lautete „Mundhygiene und Lifestyle – kann zu viel Pflege schädlich sein?“ Die Referentin gab auf diese Frage klare Antworten. „Zwar ist die regelmäßige Entfernung des Biofilms ,Plaque‘ die Basis zur Vorbeugung von dentalen Erkrankungen. Doch viele führen die tägliche Zahnreinigung zu selten aus, und auf der anderen Seite begegnet man in der täglichen Praxis immer häufiger Patienten, die offensichtlich des Guten zu viel tun – oft weibliche!“ Diese hegten typischerweise einen starken Wunsch nach weißen Zähnen, zeigten jedoch im Ergebnis erhebliche Schäden an der Zahnhartsubstanz sowie am umliegenden Weichgewebe. Als weitere mögliche Ursachen führte die Referentin zu kräftiges Schrubben der Zähne, zu abrasive Zahnpasten oder exzessives (häusliches) Bleichen ohne Anleitung durch Zahnarzt beziehungsweise Zahnärztin an.

„Hinzu kommen erosive Speisen oder Getränke – auch wenn sie ernährungsphysiologisch wertvoll sind“, betonte Arweiler. „Und auch Knirschen oder Bruxismus als Folge von Stress führen zu Verlusten an der Zahnhartsubstanz.“ Das zahnärztliche Team ist hier aufgefordert, auf Zahnhartsubstanz- und Gingivadefekte aufmerksam zu machen, Putzfehler zu korrigieren sowie Ernährungsempfehlungen zu geben.

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