Vier wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet
Baden-Baden, den 17. September 2011: Im Rahmen ihrer Jahrestagung hat die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DGP) gemeinsam mit dem Dentalhersteller Gaba (Lörrach) zum achten Mal den „DGP meridol Preis“ verliehen.
In der Kategorie „Grundlagenforschung“ erhielten Dr. Arne Schäfer (Kiel) und Kollegen den ersten Preis. Sie fanden heraus, dass einer der genetischen Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen, nämlich CDKN2BAS, in verschiedenen europäischen Bevölkerungsgruppen im Zusammenhang mit aggressiven Formen der Parodontitis steht und durch bakterielle Infektionen aktiviert wird.
Der zweite Preis ging an die Forschergruppe um Prof. Dr. Jörg Eberhard (Hannover) für ihre Untersuchung verschiedener Stämme des Bakteriums Aggregatibacter actinomycetemcomitans, das eine zentrale Rolle in der Entstehung einer Parodontitis spielt. Die Gruppe zeigte, dass je nach eingesetztem Stamm unterschiedlich starke Immunantworten von Gewebezellen hervorgerufen werden und Prozesse der DNA-Methylierung in den Bakterien einen biologisch relevanten Einfluss auf Gewebezellen haben können.
In der Kategorie „Klinische Studien“ zeichnete die international besetzte Jury Dr. Amelie Bäumer (Heidelberg) und Kollegen mit dem ersten Preis aus. Die Forscher befassten sich mit patientenbezogenen Risikofaktoren für Zahnverlust bei aggressiver Parodontitis nach aktiver Parodontaltherapie und wiesen unter anderem nach, dass eine entsprechende Nachsorge durch unterstützende Parodontaltherapie ein Wiederauftreten der aggressiven Parodontitis verhindern kann.
PD Dr. José Roberto Gonzales (Gießen) und sein Team erhielten den zweiten Preis für ihre Arbeit zu einem neuartigen Ansatz, den antibakteriellen Wirkstoff Chlorhexidin kontrolliert in entzündeten Zahnfleischtaschen freizusetzen. Der Einsatz so genannter Chlorhexidin-Chips im Rahmen der Behandlung von Parodontitis verbesserte die klinischen Parameter und führte zu einer Reduktion der Bakterien, die maßgeblich für die Entwicklung und den Verlauf einer chronischen Parodontitis verantwortlich sind. Der erste Preis ist jeweils mit 2.000 Euro, der zweite jeweils mit 1.000 Euro dotiert.
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