12. Februar 2010 |  Dentalmarkt

„Die Entwicklungen im Bereich digitale Praxis und digitales Labor sind sehr spannend“

DZW-Gespräch mit Bernd-Thomas Hohmann, Managing Director der Henry Schein Dental Group Deutschland, über aktuelle Entwicklungen im Handel und in seinem Unternehmen –

 

Im deutschen, aber auch im internationalen Dentalfachhandel gibt es weiterhin viel Bewegung und neue Entwicklungen. In einem Gespräch mit der DZW-Redaktion gab Bernd-Thomas Hohmann, seit August 2008 Managing Director der Henry Schein Dental Group Deutschland und seit Ende 2009 auch Vizepräsident des Bundesverbands Dentalhandel (BVD), Auskunft über die Veränderungen im Handel und die Positionierung seines Unternehmens.

Bernd-Thomas Hohmann

DZW: Herr Hohmann, bei Henry Schein in Deutschland gab es im vergangenen Jahr einige personelle Veränderungen. Sie haben die Nachfolge von Norbert Orth angetreten, der den Übergang der Demedis-Gruppe zu Henry Schein bewältigt hat. Ist Henry Schein in Deutschland jetzt wieder komplett aufgestellt?
Bernd-Thomas Hohmann:
Auf europäischer Ebene hat Bob Minowitz die Aufgaben von Norbert Orth übernommen. Bob Minowitz ist Präsident der European Dental Group von Henry Schein. Er ist seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen internationalen Managementfunktionen im Dentalbereich für Henry Schein tätig. Ich habe die Nachfolge auf deutscher Ebene als Managing Director der Dental Group Deutschland nahtlos übernommen. Das Managementteam in Deutschland ist komplett.

DZW: Der starke Konzentrationsprozess im deutschen und zum Teil auch europäischen Dentalfachhandel hat in den vergangenen Jahren den Markt, aber auch die Ausrichtung und Kundenorientierung des Dentalfachhandels in Deutschland verändert. Wie positioniert sich Henry Schein in Deutschland bei Marktanteil und Ausrichtung?
Hohmann: Wir sind stolz darauf, im deutschen Dentalfachhandel mit einer bundesweiten Marktabdeckung der Marktführer zu sein. Darauf werden wir uns aber nicht ausruhen, eine höhere Marktpenetration ist durchaus darstellbar. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Partner für den Zahnarzt in der Praxis zu sein. Wir sehen uns nicht nur als Händler von Produkten, sondern als Full-Service-Anbieter mit fundierter Beratungs- und Dienstleistungskompetenz. Mit unserem breiten Dienstleistungsangebot stehen wir unseren Kunden in allen Bereichen der zahnärztlichen Praxis und dem zahntechnischen Labor beratend zur Seite – entsprechend unserem hausinternen Slogan: „Wir machen den Zahnarzt und Laborinhaber erfolgreich“.

DZW: Henry Schein ist in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland stark durch Zukäufe und Fusionen von Dentaldepots gewachsen, viele davon traditionsreiche Häuser. Präsentieren sich die Henry-Schein-Depots jetzt alle einheitlich, oder gibt es noch Raum für regionale oder traditionelle Besonderheiten und Identität der Depots?
Hohmann: Ja, unsere Henry- Schein-Dentaldepots präsentieren sich einheitlich. Für mich schließen sich ein einheitliches Bild und eine regionale Identität der Depots aber nicht aus. Die Mitarbeiter vor Ort, ob Techniker oder Fachberater, sind lange Jahre dabei und kommen meist aus der Region. Traditionen und regionale Besonderheiten bekommen auch bei einem vereinheitlichten Erscheinungsbild ihren Raum. Wir bei Henry Schein können global denken und lokal handeln – getreu dem Motto „Think global, act local“.

DZW: Dienstleistungen rücken in den neuen Konzepten des Dentalfachhandels immer stärker in den Vordergrund, der reine Handel verliert anscheinend an Bedeutung. Liegt das auch am Internet? Nutzen Zahnärzte die Ordermöglichkeiten im Netz und Versandanbieter heute stärker?
Hohmann: Im Vergleich zu anderen Branchen steht der Dentalhandel in den Online-Verkäufen sicher zurück. Aber wir setzen weiter auf die neuen Medien. Der Anteil der Online-Bestellungen wächst und wird auch zukünftig weiter zunehmen. Das ist in meinen Augen die logische Konsequenz aus den vielen Vorteilen der Online-Bestellung.

DZW: Stichwort digitale Praxis – wohin geht aus Ihrer Sicht hier die Entwicklung? Noch stehen ja Kompatibilitätsprobleme, geschlossene Systeme bei Scannern in der CAD/CAM-gestützten Fertigung von Zahnersatz etc. einem unabhängigen digitalen Workflow zum Beispiel beim Zahnersatz entgegen.
Hohmann: Die Entwicklungen im Bereich digitale Praxis, aber auch das digitale Labor sind in der Tat sehr spannend. Handel und Industrie arbeiten dabei eng zusammen. Nach meiner Einschätzung geht die Entwicklung ganz klar in Richtung offene Systeme, die jedoch mit integriert werden und für jeden Anwender einfach sein müssen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Lösungen anzubieten, die Dentallaboren und Zahnarztpraxen einen maximalen Nutzen bietet.

DZW: Traditionell stehen Praxisgründer  und Übernehmer im Fokus des Dentalfachhandels, da sie gerade zu Beginn ihrer Tätigkeit viel investieren müssen und Beratungsbedarf haben. Nun ist die Altersgrenze für Vertragszahnärzte gefallen, auch Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht mehr. Viele ältere Praxisinhaber müssen daher sehen, wie sie ihre Praxis für einen Nachfolger attraktiv machen. Welche Angebote haben Sie für diese Gruppe?
Hohmann: Gut, dass Sie es ansprechen. Der demographische Wandel betrifft natürlich auch die Zahnärzte und ihre Praxen. Ältere Zahnärzte stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen, insbesondere bei der Regelung der Praxisnachfolge. Gemeinsam mit dem Verein „Zukunftspraxis 50+ e.V.“ bietet Henry Schein Veranstaltungen und Seminare zur Förderung dieser Praxen an, zum Beispiel Vorbereitungsseminare zur Praxisabgabe.

DZW: Henry Schein hat nicht nur in den USA traditionell ein hohes soziales Engagement. Auch in Deutschland unterstützen Sie diverse Projekte. Wo liegen aktuell die Schwerpunkte?
Hohmann: Das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens und seiner Mitarbeiter gehört zum Selbstverständnis von Henry Schein. Ganz aktuell ist natürlich die medizinische Versorgung von Erdbebenopfern in Haiti. Der Konzern hat seinen Partnerorganisationen vor Ort medizinische Sachgüter im Wert von einer Million US-Dollar bereitgestellt. Es ist toll zu sehen, wie die Logistik unseres Unternehmens auch in einer solch extremen Situation dazu beigetragen hat, dass die benötigten Hilfsgüter schnell und unbürokratisch bei den Not leidenden Menschen ankommen. Darüber hinaus werden alle privaten Spenden von Mitarbeitern durch das Unternehmen verdoppelt. Dies betrifft natürlich auch die Spenden der deutschen Mitarbeiter. In Deutschland setzt sich Henry Schein unter anderem für Projekte mit Jugendlichen und Behinderten ein. Auch Auslandsprojekte werden von uns direkt unterstützt. So konnten wir durch die Bereitstellung von zahnärztlichen Materialien und kostenlosen Reparaturen sowie mit Unterstützung der Industrie auch Gerätschaften der „Arzt- und Zahnarzthilfe Kenya e.V.“ dabei helfen, Zahnarztstationen und mobile Behandlungsstationen einzurichten.

(Artikel gekürzt)

Das vollständige Interview lesen Sie in der DZW 7/10.

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