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27. August 2010 |  Zahnmedizin kompakt

Xenon – das Edelgas der Anästhesie

Uniklinikum Frankfurt testet schonende Narkose für Risikopatienten –

 

Ende Mai 2010 wurde am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt (Main) in der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der erste Patient für einen chirurgischen Eingriff mit dem Edelgas Xenon (Air Liquide) in Narkose versetzt. Der Patient unterzog sich einem Eingriff in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und war bereits wenige Minuten nach Beendigung der Narkose wieder ansprechbar. Die Extubation des Patienten konnte unmittelbar erfolgen.

Derzeit läuft eine Probestellung über die Firma Air Liquide im Klinikum der Universität, das als eine der ersten Kliniken in Deutschland Erfahrungen mit dem Einsatz von Xenon sammelt. Die Xenon-Narkose gilt als besonders schonend. Das farb- und geruchlose Edelgas, dessen narkotisierende Eigenschaften seit mehr als 50 Jahren bekannt sind, wird ausschließlich über die Atemwege aufgenommen und über die Lunge ausgeschieden. Im Vergleich zu herkömmlichen Narkosemitteln hat Xenon nur minimale Nebenwirkungen und ist damit ideal für Risikopatienten. Bei chirurgischen Eingriffen bleibt der Blutdruck des Patienten stabil und die Pumpfunktion des Herzens wird nicht beeinträchtigt.

Die Regeneration nach einer Operation erfolgt leichter und schneller. Unerwünschte Nebenwirkungen, wie Übelkeit nach der Narkose oder verzögertes Erwachen treten seltener auf. Die Patienten verfügen über eine sichere Spontanatmung nach der Narkose, sodass die künstliche Beatmung schneller beendet werden kann. Auch sind die Patienten rasch wieder vollständig ansprechbar, die Verlegung aus dem Operationssaal auf die peripheren Bettenstationen des Klinikums kann fast unmittelbar erfolgen. Wegen seiner pharmakologischen Eigenschaften bezeichnen Anästhesisten Xenon als nahezu ideales Anästhetikum. Leider ist die Gewinnung von Xenon sehr aufwendig und teuer, da das äußerst seltene Element nur zu 0,0000087 Volumenprozent in unserer Luft enthalten ist.

Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie versorgt als zentrale Einrichtung des Klinikums der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität sämtliche operativen und diagnostischen Bereiche und erbringt dort pro Jahr etwa 28.000 Anästhesieleistungen. Zusätzlich ist die Klinik verantwortlich für die Versorgung der anästhesiologisch-operativen Intensivtherapiestation C1 mit 34 Betten sowie der Pacu 8-7 (Intensivstation mit fünf Betten) und wird darüber hinaus regelmäßig für Patienten zahlreicher weiterer fachgebundener Intensivtherapie- und Überwachungsstationen konsiliarisch tätig. Die Schmerzambulanz betreut sowohl ambulante als auch stationäre Patienten mit chronischen sowie akuten postoperativen Schmerzen.

Weitere Informationen finden sich unter www.kgu.de.    

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