06. Dezember 2010 |  Hochschule

Von Tübingen nach Heidelberg

Prof. Dr. Jürgen Hoffmann ist neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für MKG-Chirurgie –

 

Seit dem 1. September 2010 ist Professor Dr. Dr. Jürgen Hoffmann Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er hat die Nachfolge von Prof. Dr. Dr. Joachim Mühling angetreten, der im vergangenen Jahr mit nur 61 Jahren verstorben ist.

Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann

„Vor allem die onkologische Exzellenz und die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen waren schlagkräftige Argumente, den Ruf nach Heidelberg anzunehmen“, erklärt der 45-jährige Hoffmann. Der gebürtige Ludwigsburger hat die Studiengänge Human- und Zahnmedizin sowie seine akademische Laufbahn – unterbrochen durch Aufenthalte an renommierten Institutionen im Ausland – in Tübingen absolviert und dort Zusatzqualifikationen, etwa für plastische Operationen sowie als Zahnarzt für Oralchirurgie erworben. Seit dem Jahr 2003 arbeitete er als Leitender Oberarzt und Stellvertreter des Ärztlichen Direktors am Universitätsklinikum Tübingen.

Die Heidelberger Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat 18 ärztliche Mitarbeiter sowie ein gut eingespieltes Pflegeteam. Rund 20.000 Patienten kommen jedes Jahr in die Ambulanz der MKG-Klinik in der Heidelberger Kopfklinik. „Wir behandeln Risikopatienten, die unter Gerinnungsstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Prof. Dr. Dr. Joachim Mühling
Prof. Dr. Dr. Joachim Mühling

Außerdem kommen Patienten mit extremem Knochenschwund oder schweren Gesichts- und Kieferfehlbildungen“, erläutert Hoffmann. Eine Spezial-Sprechstunde ist Kindern mit angeborener Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Wolfsrachen und Hasenscharte gewidmet. Auch Unfallopfer mit schweren Gesichtsverletzungen, die plastische Chirurgie benötigen, gehören zu den Patienten der MKG-Klinik.

Der weitaus größte Teil aber sind Tumorpatienten. In den ersten zwölf Wochen haben Hoffmann und sein Team bereits 30 Patienten mit Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich operiert. Diese Eingriffe sind sehr umfangreich und können bis zu zwölf Stunden dauern, da sie eine sorgfältige Rekonstruktion aller Strukturen umfassen und für den Patienten ästhetisch befriedigend sein sollen. Geplant werden die Eingriffe am Computer. Hoffmann hat bereits in Tübingen Arbeitsgruppen zum Thema „Navigation und Robotik“ sowie „Medizintechnische Forschung“ geleitet und wird diese Forschungen in Heidelberg fortsetzen.

 

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