Jetzt Kunstkalender 2012 bestellen! Nur begrenzte Stückzahl...

12. Februar 2010 |  Aus Wissenschaft und Praxis

Interdisziplinäre zahnmedizinische Grundlagenforschung im Fokus

Erfolgreiche 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenforschung – Aktuelles zur molekularen Osteologie – AfG-GABA- und AfG-Straumann-Preise erstmals vergeben –

 

Die Förderung der Grundlagenforschung in der Zahnmedizin, das sei nach wie vor das Ziel der Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenforschung (AfG), betonte der erste Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Werner Götz (Universität Bonn), bei seiner Eröffnungsansprache auf der 42. Jahrestagung am 7. Januar 2010 in der Zahnklinik der Universität Mainz.

Preisverleihung auf der 42. AfG-Jahrestagung: Dr. Thilo Poth, Gaba, Prof. Dr. James Deschner, 2. Vorsitzender AfG, Dr. Anna-Christin Konermann, Dr. Simon Schulz, Prof. Dr. Werner Götz, Dr. Sareh Said Yekta, Dr. Susanne Proksch, Dr. Eva Wörtche, ZA Thaer Abouassi, T. Thelen, Straumann (v. l.)

Man wolle damit einen Beitrag leisten zur Außendarstellung der deutschen Zahnmedizin gegenüber der Öffentlichkeit, den Medien und auch der Politik als einem wissenschaftlich fundierten medizinischen Fachgebiet. Dabei dürfe aber der Schwerpunkt der Förderung nicht nur auf die in den letzten Jahren zunehmende zell- und molekularbiologische Forschung gelegt werden, sondern müsse nach wie vor die klassischen zahnmedizinischen Forschungsbereiche wie Werkstoffkunde oder klinisch-experimentelle Studien umfassen.

Die AfG gehöre zwar zu den kleineren Fachgruppierungen innerhalb der DGZMK, habe aber inzwischen 235 Mitglieder. Durch die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit sei es dem Vorstand im vergangenen Jahr gelungen, so Götz, neue Mitglieder zu gewinnen und die AfG deutlich sichtbarer in der Zahnmedizin und Wissenschaftslandschaft zu platzieren. Er freue sich, dass für die diesjährige Tagung 46 Vortrags- und Posterbeiträge angemeldet wurden, die alle durchweg von hoher wissenschaftlicher Qualität gewesen seien. Die Tagung bot ein dicht gedrängtes und breites wissenschaftliches Programm und wurde in bewährter Weise vor Ort von Prof. Dr. Brita Willershausen (Poliklinik für Zahnerhaltung, Universität Mainz) und ihrem Team mit vorbereitet.

Drei besondere „Highlights“ kennzeichneten diese erfolgreiche AfG-Tagung 2010: Auf ein sehr starkes Interesse stieß vor allem die Veranstaltung mit dem Referenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Dr. Georg Munz, mit dem Thema „DFG-Forschungsförderung – Einblicke und Einstiege“, die vom zweiten Vorsitzenden der AfG, Prof. James Deschner (Universität Bonn), moderiert wurde. Munz gab einen sehr informativen Überblick über die Aufgaben und Tätigkeiten der DFG und ihre Fördermöglichkeiten, zugeschnitten auf die Belange und Bedürfnisse der Zahnmedizin und speziell auch auf Nachwuchswissenschaftler, die erstmalig eine Drittmittelförderung anstreben. „Eine solche Veranstaltung speziell für die Zahnmedizin war schon lange überfällig“, so die immer wieder gehörte Meinung vieler Tagungsteilnehmer. Die AfG habe mit dieser Veranstaltung eine Vorreiterrolle übernommen, um die Drittmittelförderung in der zahnmedizinischen Forschung anzustoßen.

In einem weiteren Vortrag brachte Prof. Götz eine Übersicht über den zahnärztlich wichtigen Knochen von Kiefer und Alveolarfortsätzen und arbeitete die biologische Sonderstellung dieser Knochenregion heraus, die sich sowohl auf struktureller, als auch auf zellulärer und molekularer Ebene manifestiert, und im Zusammenhang mit den embryologischen Besonderheiten des Schädels zu sehen ist.

Der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Jäger (Universität Bonn) konzentrierte sich schließlich auf die biologischen Zusammenhänge zwischen Biomechanik und Alveolarknochen, wie sie auch zum Beispiel für die Kieferorthopädie oder die Implantologie von großer klinischer Bedeutung sind. Die zahlreichen biologischen Faktoren, die inzwischen dabei nachweisbar sind, stehen auch im Fokus der parodontologischen Forschung, da sie ebenfalls bei Entzündung und Knochenverlust eine Rolle spielen.
Als wichtige Neuerung in der Geschichte der AfG können die erstmalig ausgelobten AfG-Preise gelten, die für die zwei besten Vorträge und Poster vergeben wurden und von den Firmen Gaba und Straumann, die schon seit langem die AfG-Tagungen als Sponsoren unterstützen, gestiftet wurden. Sie sind mit jeweils 300 beziehungsweise 200 Euro dotiert und sollen an junge, noch nicht habilitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben werden.
Das Preiskomitee, bestehend aus den Professorinnen und Professoren Duschner (Mainz), Jäger (Bonn), Jentsch (Leipzig), Kneist (Jena) und Schlagenhauf (Würzburg), hatte keine leichte Aufgabe, unter der Fülle der qualifizierten Beiträge eine Wertung durchzuführen. Schließlich wurden sogar zwei erste Vortragspreise vergeben. Diese gingen an Dr. Simon Schulz aus der Abteilung für Orale Biotechnologie (Prof. Dr. Pascal Tomakidi) der Universität Freiburg für seinen Beitrag „Diskriminierung parodontaler Zellen durch Erstellung eines biomechanischen Fingerabdrucks“ und Dr. Sareh Said Yekta aus der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde (Prof. Dr. Friedrich Lampert) des Universitätsklinikums Aachen für ihren Vortrag „Zerebrale Aktivierung bei virtueller Zahnarztbehandlung – Vergleich von Patienten und Zahnärzten“.

Der erste Posterpreis ging an Dr. Anna-Christin Konermann, zurzeit Gerok-Stipendiatin in der Klinischen Forschergruppe 208 an der Universität Bonn, für ihr Poster „Beteiligung der parodontalen Ligamentzellen an immunregulatorischen Prozessen“, der zweite an ZA Thaer Abouassi und Dr. Susanne Proksch aus der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Prof. Dr. Elmar Hellwig) des Universitätsklinikums Freiburg, die gemeinsam ihr Poster „Kann Melatonin die zytotoxische Wirkung von Chlorhexidin in vitro kompensieren?“ vorgestellt hatten. Der Vorstand der AfG überreichte zusammen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Firmen Gaba und Straumann den Preisträgerinnen und Preisträgern ihre Preise.

Das Vortrags- und Posterprogramm dieser Tagung repräsentierte die breit gefächerte, interdisziplinäre Forschung in der heutigen deutschen Zahnmedizin und umfasste so unterschiedliche Themen wie dentale Stammzellforschung, Biomaterialien, Plaqueforschung, experimentelle Endodontie, Implantatmechanik, Embryologie, immunologische Forschung, Speicheldrüsen oder sogar Softwareentwicklung.

Dr. Kerstin Galler, Regensburg

(Artikel gekürzt)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DZW 7/10 auf der Seite 14.

 

 

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Fulda
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Frankfurt
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 09.02 Heidelberg
alle Termine öffnen
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.