Jetzt Kunstkalender 2012 bestellen! Nur begrenzte Stückzahl...

19. Februar 2010 |  Aus Wissenschaft und Praxis

Niedriger IQ als wichtiger Risiko-Indikator

Kommunikation den geistigen Fähigkeiten und der Lebenssituation von Patienten anpassen –

 

Ein niedriger Intelligenz-Quotient (IQ) ist nach dem Rauchen der wichtigste Risiko-Indikator für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung – bedeutsamer noch als Übergewicht und Bluthochdruck. Ähnliche Ergebnisse auch für die Gesamtsterblichkeit zeigt die aktuelle, vom britischen Medical Research Council finanzierte wissenschaftliche Untersuchung „West of Scotland Twenty-07“, veröffentlicht in der Februar-Ausgabe des European Journal of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation.

Beobachtet wurden 1.145 Männer und Frauen im Alter von rund 55 Jahren über einen Zeitraum von 20 Jahren. Man untersuchte mit der Studie Auswirkungen sozialer Faktoren auf die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung, dabei wurden Daten zu Körpergröße, Gewicht, Blutdruck, Tabakkonsum, körperlicher Aktivität, Bildung und Beruf erfasst. Die geistigen Fähigkeiten wurden mit einem üblichen Intelligenztest ermittelt.

Laut Studienleiter Dr. David Batty erhöht ein niedriger IQ das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung insbesondere durch den Zusammenhang von geringer Intelligenz und gesundheitsschädigendem Verhalten wie Rauchen oder wenig körperlicher Aktivität, woraus etwa Übergewicht und Bluthochdruck resultieren. Eine weitere Erklärung sei, dass der IQ eines Menschen als Summe der im Laufe seines Lebens erlittenen physischen Schäden durch Krankheit oder Fehlernährung angesehen werden kann.

Der Forscher betont weiter, dass die individuellen Fähigkeiten eines Patienten von großer Wichtigkeit für das korrekte Management seiner kardiovaskulären Risikofaktoren sind.
„Der IQ ist nicht vollständig begabungsabhängig, sondern auch durch Bildung und Ausbildung beeinflussbar. Ein niedriger IQ ist kein Risikofaktor, sondern lediglich ein Indikator für höhere Gefährdung. Empfehlungen zur Prävention müssen daher auf die geistigen Fähigkeiten und auf die realen Lebens- und Arbeitsbedingungen des Adressaten abgestimmt sein“, resümiert Prof. Helmut Gohlke, Chefarzt der Abteilung Klinische Kardiologie II am Herz-Zentrum in Bad Krozingen, die Ergebnisse der Studie. Dieses Resümee gilt es auf allen Ebenen der Arzt-Patienten-Kommunikation im medizinischen wie im zahnmedizinischen Alltag zu berücksichtigen und umzusetzen – so auch bei Empfehlungen und Maßnahmen in der zahnärztlichen Prophylaxe.  

Quelle: (David Batty G, Deary I J, Benzeval M, Der G. Does IQ predict cardiovascular disease mortality as strongly as established risk factors? Comparison of effect estimates using the West of Scotland Twenty-07 cohort study. European Journal of Cardiovascular Prevention
& Rehabilitation. doi:10.1097/HJR.0b013e328321311b)

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Fulda
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Frankfurt
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 09.02 Heidelberg
alle Termine öffnen
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.