Jetzt Kunstkalender 2012 bestellen! Nur begrenzte Stückzahl...

09. Juli 2010 |  Zahnmedizin kompakt

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Wissen fördern den Erfolg

1. Gemeinschaftskongress für Kinderzahnärzte und Kieferorthopäden in Frankfurt am Main –

 

Denkt man an die dem ehemaligen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt zugeschriebene Aussage, dass man nicht trennen soll, was zusammengehört, wird einem unwillkürlich bewusst, dass dies insbesondere auch für die interdisziplinäre Kooperation von Kinderzahnärzten und Kieferorthopäden in Klinik und Praxis gilt. So war es längst fällig, dass sich beide Fachgruppen in einem gemeinsamen Kongress getroffen haben. So geschehen am 19. Juni 2010 in Frankfurt (Main), wozu der Bundesverband der Deutschen Kieferorthopäden auf Initiative des Dentista-Clubs eingeladen hatte. Nicht umsonst war die weit überwiegende Mehrheit der 180 Teilnehmer Zahnärztinnen aus beiden Bereichen. Das weibliche Element – einschließlich des Kongressteams „Kinder Zahn Spange“ – beherrschte das Feld.

Das „Team Praxis“ (v.l.) Annemarie Kant (BuKiZ), Prof. Dr. Ralf J. Radlanski (Charité), Dr. Gundi Mindermann (BDK) Foto: Dohlus

Leiter des Symposiums „Der richtige Zeitpunkt“ war der Kieferorthopäde Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski, der über die wichtigen Aspekte der Zahn-, Mund- und Kieferentwicklung aus der Sicht der Kieferorthopädie – zuerst im Alter von null bis drei Jahren, dann von drei bis sechs Jahren sowie schließlich von sechs bis zwölf Jahren – referierte.

Über die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde im Kontext von physischer und psychischer Entwicklung aus der Sicht der Kinderzahnheilkunde – vom Säugling bis zum Schulanfänger sowie über das frühe und späte Wechselgebiss (ab sechs Jahre) – vermittelte die Kinderzahnärztin und Psychologin Prof. Dr. Almut Makuch ebenso hochinteressante wie aktuelle Aspekte. Der praktische Teil – der richtige Zeitpunkt für eine altersgerechte Zahnpflege für kleine Patienten – wurde von Prof. Dr. Michael Noack (Köln) bestritten. Wann Brackets und wann Bögen indiziert sind, wurde von Stephan Winterlik erläutert.

Wie es zum Teil auch im noch folgenden Interview zum Ausdruck kommt, sind bestimmte Kernpunkte aus den Referaten auch für den Allgemein- beziehungsweise Hauszahnarzt von besonderer Bedeutung: Stillen an der Mutterbrust ist bedeutsam für das Kauen, Atmen und Sprechen. Dies fordert und fördert die Entwicklung der Kaumuskulatur viel mehr als die Ernährung mit der Flasche.

Der Säugling soll schon frühzeitig – schon vom ersten Milchzahn an – an die Zahn- und Mundpflege gewöhnt werden. Schon im zweiten Lebensjahr ist – mit der Zahnbürste als Spielzeug – das Hantieren damit zu erlernen. Vor allem Eltern haben eine Vorbildfunktion vor allem bei der Zahn- und Mundpflege. Nach 36 Monaten ist in der Regel das Milchgebiss komplett. Normalerweise sind im Milchgebiss keine kieferorthopädischen Maßnahmen indiziert.

Bei Durchbruch der bleibenden Frontzähne und Wechsel der ersten Milchmolaren (sechs Jahre) ist das Wechselgebiss zu kontrollieren, da überschießendes Wachstum der Unterkiefer bereits kieferorthopädische Maßnahmen auslöst, während mangelndes UK-Wachstum üblicherweise erst später unter Ausnutzung des präpuberalten Hauptwachstumsschubes behandelt wird. Erst nach Durchbruch aller bleibenden Zähne ist es sinnvoll, Multibandapparaturen einzusetzen.

Im zehnten Lebensjahr ist besonders zu prüfen, ob eine KfO-Therapie erforderlich ist, weil nur dann der Hauptwachstumsschub genutzt werden kann. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, gibt es auch andere Möglichkeiten, lebenslang kieferorthopädische Korrekturen durchzuführen. Sie können dann allerdings sehr viel aufwendiger werden.

Bei den Themen „Alltag und Abrechnung in der kinderzahnärztlichen und kieferorthopädischen Praxis“ erteilten Drs. Johanna Maria Kant und die allenthalben engagierte BDO-Vorsitzende Dr. Gundi Mindermann ihre Ratschläge. Am Ende konnten dann der Berliner Professor und die BDK-Obere ein erfreuliches Resümee ziehen: Diese erste gemeinsame Tagung der Kinderzahnmediziner und Kieferorthopäden war in jeglicher Beziehung ein voller Erfolg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten einerseits viel Bewährtes, aber sie gingen andererseits vor allem mit vielen neuen Aspekten für ihre Arbeit nach Hause.

Und hier eine Vormerkung für 2011: Am 19. März ist in Leipzig ein interdisziplinäres Symposium über die kindliche Entwicklung aus der Sicht von Kinderzahnmedizinern, Kieferorthopäden, Neonatologen, Pädiatern, Psychologen, Soziologen, Ernährungswissenschaftlern, Logopäden und Sprachheilpädagogen vorgesehen, bei dem Makuch mit dem Eröffnungsreferat über die Gesundheit von Kindern im biopsychologischen Kontext sprechen wird (Programm etc. auf www.iske-leipzig.de).

Da sich fast ausschließlich die Anbieter von kieferorthopädischen und orthodontischen Arbeitsmitteln ein Stelldichein gaben, war diese Ausstellung sehr übersichtlich und instruktiv. Weil aber anstelle der ursprünglich angenommenen 80 bis 90 Teilnehmer deren Anzahl auf über 150 angewachsen war, musste das Hotelfoyer in das Ganze einbezogen werden, was zweifelsohne zur Belebung beigetragen hat.

Was die Zahn- und Mundpflege betraf, war Philips mit seinem kompletten Sonicare-Programm mit schallgetriebenen Zahnbürsten für Kinder und Erwachsene vertreten, wobei das Sonicare-Modell Flex Care+ mit seinen extraweichen Borsten besonders weite Schwingungen aufweist.
Gut zum wissenschaftlichen Programm passten die Dr.-Hinz-Dental-Produkte für die myofunktionelle Korrektur und die Saugerentwöhnung.

Anzumerken ist, dass der Kongress zu den angebotenen Konditionen nur dank einer großzügigen Unterstützung der Sponsoren aus der Industrie möglich war.   

Kimmel

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Fulda
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 08.02 Frankfurt
Abrechnung Herbst-Seminar = GOZ-Power-Seminar 09.02 Heidelberg
alle Termine öffnen
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.