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02. Juli 2010 |  Zahnmedizin kompakt

Lachgas spielt zunehmend eine Rolle in deutschen Zahnarztpraxen

Institut für dentale Sedierung präsentiert Studie zur Fortbildung auf dem 10. Europäischen Kongress für Kinderzahnheilkunde (EAPD) in Harrogate –

 

Deutsche Zahnärzte erweitern ihre Kompetenz in der Lachgassedierung. Das zeigt eine Untersuchung [1] des Instituts für dentale Sedierung (IdS), die auf dem 10. Europäischen Kongress für Kinderzahnheilkunde in Harrogate, England, vorgestellt wurde. Immer mehr Zahnmediziner eignen sich die Fertigkeiten der dentalen Lachgassedierung im Rahmen von Zertifizierungskursen an, um ängstlichen Patienten die Zahnbehandlungsangst zu nehmen. Damit erweitern sie erfolgreich ihr Praxisspektrum und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag, um langfristig mehr Patienten zu einer besseren Zahngesundheit zu verhelfen.

Dr. Frank G. Mathers

In der modernen Zahnmedizin erwarten Patienten heute, dass ihnen Schmerzen bei der Behandlung erspart bleiben – dennoch ist die Zahnbehandlungsangst ein weit verbreitetes Phänomen. Häufig wird das Behandlungsspektrum des Zahnmediziners deshalb deutlich einschränkt. Patienten mit stärker ausgeprägter Behandlungsangst stellen in diesem Kontext eine besondere Herausforderung dar: Einerseits sind sich viele Zahnärzte ihrer Verantwortung zur Anxiolyse bei dieser Patientengruppe sehr bewusst. Andererseits gelten diese Patienten als schwierig und können für den Zahnarzt einen erheblichen Stressfaktor darstellen. Wirksam umgesetzte Strategien zur Schmerz- und Angstminderung bilden deshalb die Grundlage jeder erfolgreichen Zahnarztpraxis.

Lachgassedierung reduziert Angst und Stress

„Eine mögliche Lösung zur Angstreduktion bei Patienten und gleichzeitiger Stressminimierung für den Zahnarzt ist die Lachgassedierung“, so Dr. Frank G. Mathers, Facharzt für Anästhesie aus Köln und Gründer des Instituts für dentale Sedierung. Lachgas ist das schwächste inhalative Anästhetikum und wird stets in Kombination mit Sauerstoff und einem lokalen Schmerzmittel eingesetzt. Es eignet sich für Patienten jedes Alters mit mäßig ausgeprägter Angst vor zahnärztlichen Eingriffen und wird in der pädiatrischen Zahnmedizin bereits breit eingesetzt. Nicht nur die kleinen Patienten profitieren davon, auch ihre Eltern nehmen diese Leistung gerne in Anspruch. In Deutschland erfährt die Lachgassedierung derzeit eine zunehmende Verbreitung bei phobischen Erwachsenen, wobei im Vortrag von Mathers deutlich wurde, dass hier ein erhebliches Wachstumspotenzial besteht.

Grafik 1

Untersuchung zeigt:

Fundierte Lachgasausbildung in zwei Tagen möglich

Eine fundierte Weiterbildung (siehe Grafik 1) reduziert beim Zahnarzt das Gefühl von Unsicherheit, das wiederum auf mangelndes Wissen über die Möglichkeiten und Grenzen der Lachgassedierung zurückzuführen ist. „Bereits im Rahmen eines zweitägigen Intensivseminars können Zahnärzte und Assistenzpersonal (ZMF) die notwendigen klinischen, apparativen und rechtlichen Kenntnisse erlernen, um die Sedierung mit Lachgas erfolgreich in der Praxis einzusetzen“, erläuterte Mathers und verwies dabei auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung „Competence of German dentists in nitrous oxide sedation“ [1]. Die Untersuchung dokumentierte den Lernerfolg von 211 deutschen Fortbildungsteilnehmern am zweitägigen Intensivkurs des Instituts für dentale Sedierung „Ihre erfolgreiche Praxis – Dentale Sedierung mit Lachgas“.

So verbesserte sich bei den Teilnehmern der mittlere Prozentsatz korrekt beantworteter Fragen nach der Qualifizierung signifikant: Beispielsweise von 54 Prozent auf 100 Prozent in Pharmakologie, von 52 Prozent auf 100 Prozent in Notfallmedizin, und von 55 Prozent auf 100 Prozent bei der Identifizierung von Kontraindikationen der Lachgassedierung.
Das erfahrene und interdisziplinäre Team von Ausbildern war bei der vorgestellten wissenschaftlichen Untersuchung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Neben einem Zahnarzt, der mehrjährige praktische Erfahrung mit der Lachgassedierung besitzt, gehören Anästhesisten, Notfallmediziner, Medizinjuristen und intensiv-medizinische Fachkrankenpflegekräfte zum Ausbildungsteam des IdS. Zudem sind die Inhalte des zweitägigen Kurses gemäß den modifizierten Leitlinien der AAPD und EAPD (American/European Academy of Paediatric Dentistry) [2, 3] gestaltet. Weitere Informationen unter www.sedierung.com

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