
Zahnmedizinstudenten der UWH helfen in Myanmar
Zahnbehandlung und Mundhygiene in einem Land ohne Zahnbürsten –
Die Flutkatastrophe im Jahr 2008 hat Myanmar, das ehemalige Burma, den Fluss Irrawaddy und die gegen westliche Hilfe lange zögerliche Militärregierung weltweit bekannt gemacht. Zwei Studierende der Zahnmedizin von der Universität Witten/Herdecke (UWH) sind damals in das Land gereist, um zu helfen. Ende Juli 2010 machen sich wieder zwei Studierende auf in ein Land, in dem Zahnbürsten und eine adäquate zahnmedizinische Betreuung wenig verbreitet sind.
„Zahnpflege ist dort beinahe unbekannt, dementsprechend sehen die Zähne der Menschen aus. Einen Zahnarzt haben die meisten dort noch nie gesehen“, beschreibt Mathias Benedix die Lage. „Der stellvertretende Gesundheitsminister des Landes, Prof. Dr. Paing Soe, unterstützt das humanitäre Projekt der Myanmar Foundation und so reisen wir mit erfahrenen Zahnärzten und Gesichtschirurgen. Wir lernen sicher viel und können gleichzeitig mit Kindern die Mundhygiene einüben“, ergänzt Felix Käpernick.
Die beiden Studenten erheben den Zustand der Zahngesundheit und die Essgewohnheiten von Kindern in ländlichen und städtischen Regionen Myanmars. „Daraus wollen wir einen Plan entwickeln, wie die zahnmedizinische Grundversorgung im Land aussehen könnte“, erklärt der Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UWH, Prof. Dr. Stefan Zimmer.
„Wir planen vier Wochen für die Rundreise zum Oberlauf des Irrawaddy ein und hoffen möglichst vielen Menschen mit Zahnschmerzen helfen zu können. Zu oft müssen dort Zähne gezogen werden, weil Füllungen und Wurzelbehandlungen nicht mehr helfen“, beschreibt Benedix die Ausgangslage.
Um nicht mit leeren Händen in Myanmar zu landen, haben die beiden Studenten kräftig die Werbetrommel gerührt und viel Unterstützung für ihr Projekt gefunden. Die meisten Dentalfirmen spenden Materialien. Um die Kosten einer mobilen dentalen Behandlungseinheit zu decken, haben die beiden mit der Organisation Sen-Sibel eine Charityveranstaltung in Aachen organisiert. Der Erlös fließt zu 100 Prozent über die Myanmar Foundation direkt in das Projekt der Zahnmedizinstudenten.
Weitere Informationen findet man unter www.sen-sibel.de und www.myanmar-stiftung.de.
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