
Was Zahnärzte bei Patienten mit Lupus erythematodes beachten sollten
Witten-Kölner Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Jochen Jackowski erhält
Tagungspreis der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie (AGKi) –
Der Lupus erythematodes (LE) ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung, deren Entstehungsmechanismus nicht geklärt ist. Namensgebend ist eine Hautrötung (Schmetterlingserythem) an Wangen und Nasenrücken, die dem Biss eines Wolfs ähneln soll (Lupus erythematodes, „roter Wolf“). Der Lupus erythematodes gehört zu den rheumatischen Erkrankungen mit unterschiedlichem Verlauf und unterschiedlichen Ausprägungen. Betroffen sind aus ebenfalls noch unbekannten Gründen vor allem junge Erwachsene, in Deutschland rund 40.000.
Die Krankheit verursacht Veränderungen an und im Mund, die Zahnärzte bei der Behandlung dieser Patienten besonders beachten sollten. Das hat ein Team von Zahnärzten aus Witten und Köln um Prof. Dr. Jochen Jackowski von der Universität Witten/Herdecke jetzt untersucht. Die oralchirurgische und implantologische Versorgung von Patienten mit rheumatischen und seltenen Erkrankungen ist ein Therapieschwerpunkt der Abteilung für Zahnärztliche Chirurgie und Poliklinische Ambulanz (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Jochen Jackowski) der ZMK-Fakultät der Universität Witten/Herdecke.
Je nach Ausprägung des Lupus erythematodes treten Veränderungen der Mundschleimhaut auf. Bei der sogenannten systemischen Lupus erythematodes sind rund ein Drittel der Patienten betroffen und bei diesem Drittel dann zu 80 Prozent der weiche und harte Gaumen, seltener die Wangenschleimhaut oder die Zunge. Bei der chronischen Ausprägung finden sich Symptome häufig an den Lippen und im Bereich des Lippenrots, weniger im Inneren des Mundes. Eine Xerostomie (Mundtrockenheit) kann vorkommen.
Auf der 60. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie im Mai in Bad Homburg präsentierte Jackowski Ergebnisse einer Untersuchung zur Erfassung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität von 747 Patienten mit Lupus erythematodes. Sie nehmen an einer vom Rheumazentrum Rhein-Ruhr in Düsseldorf seit 2001 geleiteten zehnjährigen Lupus-Langzeitstudie teil. Die ermittelten Ergebnisse zeigten, dass Lupus-erythematodes-Patienten offensichtlich unter ausgeprägten Veränderungen im Mund leiden, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität führen. Diese gehen insbesondere mit Schmerzen im Mundbereich einher. Für die Behandlung von Patienten mit LE sind die verzögerte Wundheilung und Infektionsgefahr durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, ebenso zu beachten wie die mögliche Sekundärinfektion durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen. Außerdem können die Patienten allergisch auf Penicillin oder Sulfonamide reagieren, und die Blutungsneigung kann durch einen Mangel an Thrombozyten erhöht sein.
Für diese Ausführungen erhielt Jackowski den Tagungspreis für die beste Posterpräsentation. Zur Arbeitsgruppe gehört neben Univ.-Prof. Dr. Stefan Zimmer und ZA Vlasios Goulioumis von der ZMK-Fakultät der Universität Witten/ Herdecke auch Dr. med. dent. Dipl.-Ing. Victor Paul Meyer vom Institut der Deutschen Zahnärzte in Köln.
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