
Der „Torpedo“
Ein Klassiker der Präparationsinstrumente –
„Mit diesem Instrument kann man eigentlich nichts mehr falsch machen.“ Diese Aussage steht über einem sogenannten Erfahrungsbericht von Zahnarzt Dr. Gerhard Kern über den Optipräp-Torpedo (DZW 48/09, Seite 26). Dieses Instrument ist eine Sonderkonstruktion, während der ursprüngliche Torpedo (DIN EN ISO-N-Form 289) von Prof. Dr. P. L. Lustig im Jahr 1976 (USA) in seinem legendären Komet-RCB-Präparationssatz das Hauptinstrument war [1].
J. W. McLean [2] hat 1979 die Hohlkehle als Präparationsform der Wahl (siehe Schema) angegeben, die mit dem Torpedo beziehungsweise seiner konischen Modifikation (DIN EN ISO-Form 292) am besten zu erreichen ist. Zu dieser Zeit war für die Präparation einer angerundeten Stufe bei der Versorgung mit Keramikvollkronen wegen der erforderlichen Schichtdicke noch ein Zylinder mit abgerundeten Kanten (DIN EN ISO-Form 156) notwendig. Der oft auch in Präparationssätzen enthaltene Zylinder mit halbkugelförmigem Arbeitsteil (DIN EN ISO-Form 140) ist für Hohlkehlen- und Stufenpräparationen ungeeignet, da die Gefahr einer unerkannten Muldenbildung besteht.
Bei einer Situationsanalyse des Internationalen Instituts für Zahnärztliche Arbeitswissenschaft und Technik (IIZAT) im Jahr 1996 [3] war der Torpedo Bestandteil von 17 Präparationssätzen mit unterschiedlichen Autoren und Herstellern. Weitere Modifikationen mit Kühlrillen (Busch, North Bel) und Führungsstiften nach Günay (Komet) kamen hinzu, ohne aber die Grundformen zu ändern. Auch die neuen Experten-Sets Komet 4573/4573S nach Ahlers et al. [4] bauen weitgehend auf dem Torpedo auf, ohne damit etwas an den seit 1976 bestehenden Grundprinzipien einer optimalen Präparationstechnik zu ändern.
Auffällig ist, dass für eine lange Zeitspanne (1976 bis 2009) die wissenschaftlich begründeten Instrumentensätze – bis auf einen Intensiv-Satz nach Lang (Bern) – keine Grobkorninstrumente (DIN EN ISO 534/544) aufwiesen. Aktuell besteht offensichtlich eine Tendenz – wie beim Optipräp-Instrument (BeVo) – risikobehaftete Grobkorninstrumente in Präparationsbeschreibungen einzubeziehen.
Das Literaturverzeichnis zu diesem Artikel finden Sie in der DZW 10/10 auf Seite 10.
Stellungnahme zu diesem Artikel von Herrn Ralf Volle

- IIZAT-Satz (Kimmel) mit vier Torpedo-Diamantinstrumenten der Form 289 gemäß DIN EN ISO 6360 (Meisinger Nr. 2503)
Wer die Hohlkehle als wissenschaftlich und arbeitstechnisch weltweit anerkannte Grundform bei der Kronenpräparation anstrebt, kann diese mit dem zylindrischen oder konischen Torpedo jedenfalls am besten präparieren. Alle anderen Instrumentenformen führen zu anderen Ergebnissen, was sowohl für den Abtrag als auch für das Finieren gilt.
Ob die Hohlkehle als Präparationsform ausreicht, hängt von der notwendigen Schichtdicke der Keramik beziehungsweise Metallkeramik ab, sodass die Instrumentenformen DIN EN ISO 156/157 und/oder DIN EN ISO 172 und 545 ebenfalls zu rationellen Instrumentensätzen gehören.
Fazit: Die wahre Kunst besteht darin, mit möglichst wenigen Instrumenten (maximal zehn) – eben ohne Umwege – die angestrebten Präparationsziele zu erreichen. Wenn man hört, dass es einwöchige Präparationskurse mit horrenden Kurshonoraren gibt, muss man sich fragen, was da alles – über das vorhandene Wissen hinaus – noch erlernt werden soll. Bei dieser Gelegenheit ist es wieder einmal angebracht, auf die notwendige Kühlmedienmenge (Minimum 50 ml/min) hinzuweisen. Kollege Kern hat auf jeden Fall Recht, dass man mit einem Torpedo bei optimaler Verfahrensweise nichts falsch machen kann.
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