22. August 2011 |  Aus Wissenschaft und Praxis

Migräne kann Nackenschmerzen verursachen

Eine Migräne verursacht nicht nur Kopfweh, sondern kann eine Reihe anderer Schmerzen auslösen. „Neben Kopfschmerzen können bei der Migräne auch Schmerzen im Gesicht, am Nacken, in den Augen oder an den Zähnen auftreten. Weil diese Symptome als Teil einer Migräne-Attacke weniger bekannt sind, bleibt eine korrekte Diagnosestellung bei Betroffenen oft aus und sie erhalten manchmal jahrelang eine falsche Behandlung“, sagt Prof. Stefan Evers von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin.

Er empfiehlt: „Menschen, die wiederholt unter derartigen Beschwerden leiden, sollten sie unbedingt von einem Neurologen abklären lassen. Grundsätzlich besteht sonst die Gefahr, dass Kopfschmerzen – beispielsweise durch Übergebrauch von Medikamenten – chronisch werden und eine Behandlung nur noch eingeschränkt möglich ist.“ Weitere mögliche Anzeichen einer Migräne sind Schwindel und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Betroffene sind oft äußerst empfindlich gegenüber Licht, Gerüchen und Geräuschen.

Bei einem Teil der Migräne-Patienten geht eine sogenannte Aura voraus, die sich mit Sehstörungen oder Schwäche, Taubheit oder Kribbeln im Gesicht, an den Händen oder Beinen einer Körperseite bemerkbar machen kann. „Auch starke Stimmungsschwankungen und das Gefühl, dass alles in Zeitlupe abläuft, können Aura- und Migräne-Anzeichen sein“, ergänzt der Professor von der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum in Münster. „Insbesondere bei Kindern kann dieses facettenreiche Krankheitsbild die Diagnose einer Migräne manchmal erschweren.“

Migräne ist heutzutage gut behandelbar. Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. „Für die Akuttherapie und die Prophylaxe existieren wirkungsvolle Medikamente. Besonders wichtig ist es jedoch, dass Betroffene ihre persönlichen Migräne-Auslöser herausfinden und versuchen, diese zu meiden. Mit Ausdauersport und dem Erlernen von Entspannungsmethoden können Betroffene selbst dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität der Migräne-Attacken zu verringern“, ergänzt Evers.

Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa 12 bis 14 Prozent aller Frauen und 6 bis 8 Prozent aller Männer in der Bundesrepublik Deutschland leiden darunter. Die erste Migräneattacke erleiden die meisten Frauen bereits zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr und Männer im Alter von 16 bis 20 Jahren. Informationen zu Migräne gibt es im Patientenportal der Fachorganisation unter www.neurologen-im-netz.de.    

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