Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

11. August 2011 |  Aus Wissenschaft und Praxis

Straffung des Gaumens per Laser kann helfen

Bei Menschen, die stark schnarchen, liegen die Ursachen häufig in anatomischen Auffälligkeiten des Nasen-Rachen-Raums. Bei vielen Schnarchern ist die Gaumenmuskulatur zu schlaff, das Gaumenzäpfchen zu lang und die Gaumenmandeln sind vergrößert. Diese am Tage nicht spürbaren Besonderheiten können im Schlaf den Atemstrom, je nach Ausprägung, mehr oder weniger stark behindern und zu den typischen Schnarchgeräuschen führen.

„Ein schonender Eingriff per Laser kann das Gaumensegel straffen, das Zäpfchen sowie die Mandeln verkleinern und so die Schlafqualität des Betroffenen deutlich steigern“, erklärt Dr. Wolfgang Hornberger vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. HNO-Ärzte mit dem Zusatz „Plastische Operationen“ führen chirurgische Eingriffe zur Schnarchtherapie oft selbst als Belegarzt in einer nahegelegenen Klinik durch.

Bei einigen Menschen mindern bereits eine Gewichtsreduktion und das Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper oder auf der Seite sowie der Verzicht auf Alkohol am Abend die Schnarchgeräusche. Aber oft reichen diese Maßnahmen nicht aus, vor allem nicht bei starken Schnarchern. „Regelmäßig schnarchende Menschen sollten auf jeden Fall einen HNO-Arzt aufsuchen. Zumal Schnarchen nicht nur lästig und beziehungsbelastend ist, es kann auch körperliche Auswirkungen haben. Besonders, wenn der Betroffene laut und unregelmäßig schnarcht. Denn dies kann ein Anzeichen für eine Schlafapnoe mit lebensbedrohlichen Atemaussetzern sein. Außerdem ist belegt, dass bereits eine leichte Schlafapnoe das Risiko für einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt deutlich erhöhen kann“, warnt der niedergelassene HNO-Arzt aus dem saarländischen Sulzbach.

Der HNO-Arzt wird den schnarchenden Patienten eingehend untersuchen und je nach Befund und Ausprägung des Schnarchens verschiedene Behandlungsmethoden vorschlagen. Neben operativen Eingriffen, die nur bei Schlafapnoe-Patienten oder starken Schnarchern durchgeführt werden, besteht die Möglichkeit, nachts eine Kieferschiene oder einer spezielle Maske zu tragen, die durch Überdruck den Patienten mit Sauerstoff versorgt.

In Deutschland leiden laut Hornberger mindestens 4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer Schlafapnoe, die Zahl der schnarchenden Menschen ohne nächtliche Atemaussetzer liegt deutlich höher.

Weitere Informationen zum Thema Schnarchen und Schlafapnoe findet man
www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnarchenschlafapnoe

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