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28. März 2011 |  Zahnmedizin kompakt

Möglichkeiten und Grenzen der Zirkoniumdioxidkeramik

Seit beinahe 20 Jahren ist die Zirkoniumdioxidkeramik (ZrO2) einer der Werkstoffe für zahnmedizinisch-zahntechnische Zwecke und hat wegen ihrer verschiedenen positiven Eigenschaften eine besondere Position in der Skala der Versorgungsmöglichkeiten eingenommen. Mit dieser Oxidkeramik können metallfreie Rekonstruktionen hergestellt und eingegliedert werden, für die früher Metallgerüste notwendig waren, wenn eine ästhetisch günstige Versorgungslösung gefunden werden sollte. Hinzu kam, dass es sich bei der Zirkoniumdioxidkeramik um einen bioverträglichen beziehungsweise bioinerten Werkstoff handelt, mit dem zum Beispiel Korrosionseffekte und Unverträglichkeiten vermieden werden können.

Wenn auch terminologisch gesehen Zirkoniumdioxid der richtige Begriff ist, wird dieser Werkstoff oft auch als „Zirkonia“ (englisch: zirconia) bezeichnet. Prof. Daniel Edelhoff und Prof. Jochen Tinschert sind der Meinung, dass man – analog zum Aluminiumoxid (korrekt: Dialuminiumtrioxid, Al2O3) – den Terminus technicus „Zirkonoxid“ benutzen sollte. Bei wissenschaftlichen Beiträgen ist wegen der unterschiedlichen Zumengungen von Al2O3 eine mehr differenzierte Bezeichnung angebracht. Auch auf andere Zusatzstoffe (Yttrium, Cer) ist hinzuweisen [1]. Die inzwischen zahlreichen Keramiktypen auf Zirkonoxid-Basis unterscheiden sich durch ihre Langzeitfestigkeit und Lichttransmission [1, 2].

Entwicklung und Herstellung von Rekonstruktionen aus Zirkonoxid sind eng mit der CAD/CAM-Entwicklung und -Anwendung verbunden, die zu fast revolutionären Veränderungen im Arbeitssystem „Zahntechnik“ und zum Teil auch in der Zahnarztpraxis geführt haben [2, 3]. Die Einführung der Zirkonoxidkeramik verlief nicht ohne Probleme, wobei zum Beispiel das Abplatzen der Verblendungen („Chipping“) zu den besonderen Schwierigkeiten gehörte [2, 3].

In der Sektion „Expertenfokus“ der Quintessenz-Zahntechnik-Ausgabe 2/2011 mit dem Schwerpunktthema „Zirkoniumdioxidkeramik“ stellte Prof. Peter Pospiech (Homburg) die Frage „Klinische Bewährung von Zirkoniumdioxid. Ist Praxisreife erlangt?“, um im Resümee folgende Antwort zu geben [3]: „Für den Kronen- und Brückenbereich kann man aber sagen, dass Zirkoniumdioxid bewährt ist und eine Universalindikation besitzt, auch teilweise bei Einzelkronen im Frontzahnbereich. […] Wandstärken sind in einem größeren Bereich variierbar, und damit ist in gewisser Weise auch die Transluzenz einstellbar. […] In vielen Fällen bleibt aber sicher auch die Glaskeramik die erste Wahl, wenn es um hoch transluzente, ästhetische Frontzahnrestaurationen geht. Zudem sind alle Teilrestaurationen, die am Schmelz geklebt werden können, eine Domäne der Glaskeramiken.“

Wenn im ersten Satz ein „aber“ steht, geht dies auf die vorangegangene Anmerkung zurück, dass „es viel kritischer (als das Chipping) zu sehen ist, dass vollkeramische Zirkoniumdioxid-Implantate auf den Markt gebracht werden, die in keinster Weise unter den hohen Anforderungen einer klinischen Studie vor Anwendung in der breiten Masse geprüft wurden.“

Diese Kritik sollte zu denken geben, wenn es um die Risikovermeidung bei der Versorgung mit Implantaten geht. Die Einstellung des Homburger Wissenschaftlers zur Zirkonoxidkeramik beruht schließlich auf zahlreichen Studien und den Erfahrungen mit metallfreien Rekonstruktionen unter anderem auch seit 2002 im Studentenkursus. Eine noch zu erfolgende DZW-Analyse des IDS-Programms 2011 wird zeigen, wo es im Keramikbereich zu echten Optimierungen kommen konnte.   

Eine Literaturliste kann unter leserservice@dzw.de angefordert werden.

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