
„Leuchtturm für die Zahnmedizin in Deutschland“
Das von Bonner Zahnmedizinern initiierte interdisziplinäre Verbundprojekt „Ursachen und Folgen von Parodontopathien – genetische, zellbiologische und biomechanische Aspekte“ wird ab September 2011 für weitere drei Jahre mit mehreren Millionen Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Medizinische Fakultät der Universität Bonn gefördert, wie Anfang September bekannt wurde.
In diesem Projekt forschen seit 2008 Parodontologen, Kieferorthopäden, Dermatologen, Internisten, Molekularbiologen, Medizininformatiker, Physiker und Mathematiker mit Genetikern aus Kiel gemeinsam um die Prävention, Diagnostik und Therapie von Parodontopathien in Deutschland zu verbessern und gesundheitliche Risiken für den Gesamtorganismus zu reduzieren. Es handelt sich deutschlandweit um die erste und einzige von der DFG geförderte Klinische Forschergruppe in der Zahnmedizin (die DZW berichtete mehrfach).
Zur erfolgreichen Wiederbegutachtung durch die DFG heißt es: Vor dem Hintergrund der hohen Inzidenz parodontaler Erkrankungen in Deutschland werde das Forschungsthema als sehr aktuell und mit Langzeitperspektive eingeschätzt. Es passe zudem sehr gut in die Schwerpunktsetzungen der Medizinischen Fakultät und der Universität Bonn. Das Engagement der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, entsprechend der Empfehlungen des Wissenschaftsrats die Zahnmedizin stärker mit der Medizin zusammenzuführen und interdisziplinäre Zusammenarbeit bei grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Fragestellungen zu stimulieren, wurde von der DFG ausdrücklich gelobt, der Standort Bonn sei ausgezeichnet gewählt.
Die Gutachter sehen exzellente Möglichkeiten der Klinischen Forschergruppe am Standort Bonn und sehen diese als ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Bonn und Leuchtturm für die Zahnmedizin in Deutschland. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs insbesondere aus der Zahnmedizin sei die Forschergruppe ein Anziehungspunkt von nationaler und internationaler Sichtbarkeit geworden. Sie hätte deutschlandweit eine Vorreiterfunktion in der Ausbildung und Heranführung des wissenschaftlichen Nachwuchses an die Forschung übernommen.
Die Pionierleistung der Sprecher – Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen und Prof. Dr. Andreas Jäger – und des Leiters – Prof. Dr. James Deschner – diesen Verbund zusammengeführt zu haben, sei nach Einschätzung der DFG nicht hoch genug zu bewerten und für die Zahnmedizin in Deutschland beispiellos und hoffentlich Schule machend. Deschners Forschungsprofessur wird nun aufgrund seiner überzeugenden Leistungen an der Universität Bonn verstetigt werden.
Der dritte Workshop der Forschergruppe, in dem die aktuellen Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden, findet am Mittwoch dieser Woche in Bonn statt.
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