Politik

Kalenderwoche 28/2018

Kurzmeldungen 9. bis 15. Juli

MEDI Verbund weitet Konnektor-Umfrage nach Abmahnung bundesweit aus

Der AIS-Hersteller Compugroup hat MEDI Baden-Württemberg abgemahnt, nachdem MEDI eine Pressemitteilung in Bezug auf eine Mitgliederumfrage zur Installation des TI-Konnektors in den Praxen veröffentlicht hat. „Wir haben die Umfrage bei unseren Mitgliedern in Baden-Württemberg vor einigen Wochen gemacht, weil es Klagen über Systemabstürze und zeitliche Verzögerungen des Praxisablaufs nach der Installation gegeben hat“, erklärt MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner. An der Umfrage hatten 125 MEDI-Praxen teilgenommen. „So hatten wir endlich mehr Transparenz über die Umstellungsprobleme und wollten das Ergebnis öffentlich machen“, ergänzt Baumgärtner. Compugroup mahnte MEDI ab und möchte den Verbund verklagen, wenn MEDI die Abmahnung nicht unterschreibt. „Es gibt für uns aber keinen Grund das zu tun und wir werden nichts unterschreiben“, so Baumgärtner. Nun wurde die Umfrage ausgeweitet, um die Datenbasis zu verbessern. Mit einem entsprechenden Anschreiben von MEDI GENO wurde sie an Praxen in Deutschland außerhalb von Baden-Württemberg geschickt.

MV-Kammerversammlung wählt neue Vorstandsmitglieder

Im Mittelpunkt der Kammerversammlung am 30. Juni in Schwerin stand die Neuwahl von Vorstandsmitgliedern, da drei Delegierte in der außerordentlichen Kammerversammlung der Zahnärztekammer im April 2018 von ihren Vorstandsämtern zurückgetreten waren. Zunächst kam die Kammerversammlung dem Vorschlag des Vorstandes nach einer Verkleinerung des Vorstandes auf fünf Mitglieder nach. Das bisherige Vorstandsmitglied Zahnarzt Roman Kubetschek aus Neubrandenburg wurde zum Vizepräsidenten der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern gewählt. In einem kurzen Statement bekräftigte er, sich auch in dieser Position für die Interessen des gesamten Berufsstandes im Land weiterhin intensiv einzusetzen. Als weiteres Vorstandsmitglied wurde ebenfalls ohne Gegenkandidat Zahnarzt Christian Dau aus Malchow gewählt. Damit wird ein Generationenwandel im Kammervorstand deutlich sichtbar.

Digitale Modellkommunen bei Minister Pinkwart

Zu Beginn der Förderphase der Digitalen Modellkommunen Nordrhein-Westfalen hat sich Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit den ausgewählten Regionen zu einer Auftaktkonferenz getroffen. Im Gespräch mit Vertretern der Stadtspitzen, kommunalen Spitzenverbände, Bezirksregierungen und aus Wirtschaft und Gewerkschaft tauschte sich der Minister über geplante Projekte aus. Minister Pinkwart: „Es ist beeindruckend, wie weit die Ideen in den Modellkommunen bereits entwickelt sind. Ich freue mich sehr, dass wir durch das Engagement aller Beteiligten ohne Zeitverzug starten können. Durch die intensive Zusammenarbeit bei vielen tollen Vorhaben entsteht bereits in dieser frühen Phase eine große Dynamik, die auch über die Stadtgrenzen hinauswirkt.“ Die auf der Konferenz vorgestellten Projektideen reichen von Konzepten für digitale Bildungs- und Lernräume und Vorhaben in den Bereichen Mobilität, Handel, Sicherheit sowie smarte Energie bis hin zu digitalen Lösungen im Gesundheitswesen, vor allem bei der Vernetzung leistungsstarker Kliniken in den Modellregionen.

„Grundversorgung zu budgetieren ist unethisch“!

Die vom GKV-Spitzenverband zusätzlich geforderten Sprechzeiten von grundversorgenden Haus- und Fachärzten an Wochenenden oder am Abend seien eine Kampfansage an die niedergelassenen Ärzte, so der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa). Der SpiFa erklärt hierzu: „Grundsätzlich ist die bestehende Budgetierung im vertragsärztlichen Versorgungsbereich endlich aufzuheben. Wir haben mit unseren Mitgliedsverbänden bereits im Jahr 2016 hierzu Vorschläge unterbreitet, wie ein Einstieg in die Entbudgetierung für grundversorgende Haus- und Fachärzte gleichermaßen vorgenommen werden kann.“, so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa.  „Würden die gesetzlichen Krankenkassen die von ihren Mitgliedern tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen vollständig vergüten, gäbe es insbesondere bei den grundversorgenden Facharztrichtungen, wie beispielsweise Urologen, HNO-Ärzten, Orthopäden, Gynäkologen, Psychiatern und Kinderärzten, kein nennenswertes Wartezeitenproblem.“, so Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer der SpiFa.