
Auch Krankenkassen können jetzt Zahnärzte bewerten
Zahnärzte-Check mit Hinweisen auf fachliche und menschliche Qualitäten –
Betroffenen müssen sich der neuen Entwicklung stellen. Internet-Plattformen wie Docinsider, imedo, Helpster oder jameda sind bekanntlich wie Pilze aus der Erde geschossen (die DZW berichtete). Sie geben Basisinformationen, aber auch konkrete Hinweise auf fachliche und/oder menschliche Qualitäten der Mediziner. Teilweise funktioniert das wie Schulnoten: Zufriedenheit, Aufklärung, Vertrauensverhältnis, Freundlichkeit, Behandlungszeit, Wartezeit, Praxisausstattung – es gibt kaum etwas, was nicht von Eins bis Sechs beurteilt wird.
Nicht nur Internetforen, auch Krankenkassen bewerten Zahnärzte – und ihre Leistungen. Die
Aber auch Krankenkassen wie die AOK schließen sich dem neuen Trend an. Jetzt sollen die 24 Millionen AOK-Versicherten ihren Behandlern Zeugnisse ausstellen können. Der Ärztecheck wurde mit der Bertelsmann-Stiftung entwickelt. „Wir möchten, dass Patienten bei der Auswahl von Gesundheitsanbietern aktiv entscheiden können“, sagt Brigitte Mohn vom Bertelsmann-Vorstand. Die AOK-Patienten werden im Internet mit einem Fragenkatalog konfrontiert. Von der Wartezeit bis zur Frage nach einer Weiterempfehlung wird alles aufgelistet. Die bewerteten Ärzte und Zahnärzte haben indes die Möglichkeit, die Bewertung zu sperren, was allerdings vermerkt wird.
Gestartet wird das Projekt zunächst in Berlin, Hamburg und Thüringen. Im Herbst, wenn eine gewisse Mindestzahl an Begutachtungen vorliegt, sollen die ersten Ergebnisse publiziert werden. „Wir brauchen eine große Datenmenge, um einen Trend untermauern zu können“, heißt es bei der AOK. Man will vermeiden, dass sich Einzelne gegen bestimmte Ärzte „einschießen“. Die Ärzteverbände sind mit dieser Entwicklung nicht begeistert und lehnen das Vorhaben ab. Patienten könnten lediglich „Soft-Qualitäten“, wie die Verständlichkeit des Arztes oder seine Praxisorganisation, bewerten, sagen sie unisono.
Bewertungsbeispiele im Internet
Auch bei den Zahnärzten selbst ist der Check umstritten. Allerdings: Wenn man die einzelnen Plattformen durchforstet, findet man in der Regel meist positive Internet-Bewertungen (Schmähungen oder Kampagnen werden ohnehin herausgefiltert). Beispiele:
• „Ein Top-Zahnarzt: Er ist sehr ruhig und erklärt gut. Die Behandlung ist angenehm und überhaupt nicht grob. Zudem ist das Personal sehr freundlich – auch als ich zum ersten Mal dort war. Ich kann ihn nur weiterempfehlen!“
• „Alles in allem sehr gut, die Wartezeit ist kurz, und wenn es mal länger dauert, liegt
es meist an einem akuten Notfall.“
• „Sehr gut organisierte und hübsch eingerichtete Praxis. Keine Wartezeit. Sehr freundliche Helferinnen. Hier können sich viele Praxen was abschauen. Ich fühlte mich noch nie so wohl beim Zahnarzt.“
• „Ich gehe zu diesem Zahnarzt schon seit mehr als 15 Jahren und bin mit der Behandlung wie auch mit der Nachsorge äußerst zufrieden. Bei der Termingestaltung wurden mein Zeitplan und meine Verpflichtungen stets berücksichtigt.“
Arzt-Preisvergleiche
Auch Arzt-Preisvergleiche finden sich immer mehr im Netz. Auf verschiedenen Internetplattformen kann man die Preise für zahnärztliche Behandlungen und Zahnersatz direkt vergleichen. Der größte Anbieter ist Medikompass. Nebenstehend einige Beispiele.
Philipp Burg
Eine Übersicht mit den aktuellen Preisvergleichen für den Zahnarzt finden Sie in der DZW 26/10ite 20 auf Se.
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