12. März 2010 |  Panorama

Gesunde Knochen und Gelenke erhalten

Eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen –

 

In Deutschland leiden rund 30 Millionen Menschen unter muskuloskeletalen Erkrankungen, zu denen neben Arthrose und Osteoporose auch Rückenschmerzen, rheumatische Erkrankungen sowie Sport- und Unfallverletzungen zählen. Die Zahl der Erkrankungen steigt durch die demografische Entwicklung in den Industrieländern und den Wandel der Lebensgewohnheiten rasant an. Betroffen ist die breite Masse. Fünf der zehn häufigsten Diagnosen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, gehören in diesen Erkrankungskreis.

Knie

Daher sind gesunde Knochen eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das erklärten Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Dachverbands Osteologie e.V. (DVO) auf dem Osteologie Kongress 2010 in Berlin.

Der jährliche Osteologie Kongress gilt als wichtigstes Treffen von Forschern und Medizinern, insbesondere von Unfallchirurgen, Orthopäden und Rheumatologen. Der viertägige Kongress feierte in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum der interdisziplinären Knochenforschung in Deutschland. Zugleich beginnt das letzte Jahr der „Bone and Joint Decade 2000–2010“, die im Jahr 2000 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf ausgerufen wurde.

Das BMBF hat Knochen- und Muskelkrankheiten als ein Schwerpunktprogramm der deutschen Gesundheitsforschung benannt. Auf Empfehlung der eingesetzten Arbeitsgruppe schrieb das Ministerium Ende vergangenen Jahres die Förderung nationaler Forschungsverbünde in Deutschland aus. Es werden vor allem international wettbewerbsfähige Ansätze zu neuen Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen unterstützt, welche die Grundlagen- mit der klinischen und der Versorgungsforschung verbinden.

„Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die muskuloskelettalen Erkrankungen und Verletzungen als ein eigenständiges Forschungssegment anerkannt. Das ermöglicht es, die muskuloskelletale Forschung in Deutschland weiter zu steigern. Davon profitieren die Patienten und gleichzeitig Deutschland als Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Deutschland ist bisher das einzige Land, das der Knochen- und Gelenkgesundheit eine so große Bedeutung beimisst“, sagte Georg Duda, Kongresspräsident des Osteologie Kongresses 2010 und Direktor des Julius Wolff Instituts der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die politischen und wissenschaftlichen Bemühungen der vergangenen Jahre verdeutlichen die weltweite Relevanz von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats für den Einzelnen sowie für die Gesundheits- und Sozialsysteme.   

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