
Weil die Not nicht an Weihnachten endet
Dr. Klaus Winter vom Hilfswerk Deutscher Zahnärzte dankt seinen Spendern – neue Projekte für 2012 geplant –
Es weihnachtet sehr. Überall in Deutschland zieren Lebkuchenschachteln die Regale der Supermärkte. Ein Meer aus Lichterketten schmückt die Innenstädte, und von den Weihnachtsmärkten duftet es nach gebrannten Mandeln und Glühwein. Die Menschen auf den Straßen eilen von Kaufhaus zu Kaufhaus, um rechtzeitig zum Fest die passenden Geschenke zu finden. Es ist eine sorglose Zeit. Eine Zeit der Besinnlichkeit und eine Zeit des Überflusses – zumindest für viele Menschen hierzulande. Doch die Not der Welt endet nicht an Heiligabend. In anderen Regionen kämpfen Menschen um das nackte Überleben, zum Beispiel in Somalia und Eritrea.
Die Bilder von verzweifelten Müttern, die ihre sterbenden Kinder auf dem Arm tragen, sind längst wieder aus den Abendnachrichten verschwunden, doch noch immer leiden mehr als zwölf Millionen Menschen unter der unbeschreiblichen Dürre am Horn von Afrika. In der Hoffnung auf Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung und ein „Dach“ über dem Kopf zieht es weiterhin viele Tausend hungernde Menschen in die Nachbarländer, zum Beispiel nach Kenia. Dort versuchen Hilfsorganisationen, wie die Salesianer Don Boscos, das Unmögliche möglich zu machen: noch mehr Menschen in den Flüchtlingslagern unterzubringen und zu versorgen – und zwar langfristig!
„Wohin sollten sie sonst gehen? Sie haben alles verloren“, sagt Dr. Klaus Winter von der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ). Er unterstützt die Ordensbrüder und -schwestern seit Langem in ihrer Arbeit und kennt die Not vor Ort: „Im August drohte die Situation außer Kontrolle zu geraten“, berichtet er. „Viele Menschen starben, und täglich wurden es mehr.“ Es ist eine Mammut-Aufgabe für Salesianerpater Tharaniyil, der die Nothilfemaßnahmen vor Ort koordiniert. Bis Oktober war die Anzahl an Flüchtlingen in den Lagern Dadaab und Kakuma im Norden Kenias auf 500.000 angestiegen. Ursprünglich waren diese für 40.000 Menschen konzipiert. „Dass es dennoch gelang, den Überblick zu behalten und den Ausbruch von Seuchen zu verhindern, war eine organisatorische Glanzleistung“, so Winter. Unterstützt wurden die Hilfsmaßnahmen mit rund 90.000 Euro, die das HDZ zur Verfügung stellte.
Doch dies ist nicht die einzige „Front“, an der Winter mit dem HDZ kämpft. Getreu dem Schlager von Udo Jürgens „Mit 66 Jahren ist lange noch nicht Schluss!“ setzt sich Winter auch nach seiner aktiven Berufszeit als Zahnarzt weiterhin mit ganzer Kraft und Leidenschaft für die Ärmsten der Armen ein. Alleine 2011 hat die Stiftung rund eine Million Euro in 36 Projekte in Asien, Afrika, Südamerika und Europa investiert. Und auch für 2012 sind schon wieder eine ganze Reihe von Hilfsprojekten geplant: „Wir werden weitere plastische Operationen von Kindern mit Mund-Kiefer-Gaumenspalten in Bolivien unterstützen, die bereits im Herbst 2011 begonnen haben“, berichtet der Leiter des HDZ. „In Madagaskar gibt es auch viel zu tun. Dort sind der Bau einer Solarstromanlage im Lepra-Dorf Belfort in Cala-Antalaha geplant sowie der Aufbau einer Wasser- und Stromversorgung für eine Schule, ein Krankenhaus und ein Dorf auf der kleinen Insel Nosy Faly. Und auch in Kenia und in anderen Teilen der Welt helfen wir, so gut wir können.“
Neben neuen und langfristigen Projekten hält das HDZ einen Teil der Spendengelder für mögliche Soforthilfemaßnahmen zurück, die dann für unvorhergesehene humanitäre Katastrophen eingesetzt werden. Dank dieser und zusätzlicher Mittel aus dem gemeinsamen Spendenaufruf mit der Bundeszahnärztekammer konnte die Stiftung in diesem Jahr Kinder-Hilfsprojekten in den radioaktiv verstrahlten Gebieten Japans rund 100.000 Euro zukommen lassen.
„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir 2011 wieder so viele sinnvolle Projekte umsetzen oder anstoßen konnten“, freut sich Winter. „Jetzt beginnt ein neues Jahr, von dem niemand weiß, was es bringen wird. Zu befürchten ist aber, dass Umweltverschmutzung, Ressourcen-Raubbau und Klimawandel die Natur weiter an ihre Grenzen bringen und neue Katastrophen auslösen. Um auch dann wieder helfen zu können, sind wir weiterhin auf die Unterstützung von Freunden, Kollegen und Mitmenschen angewiesen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die mich bis hierher unterstützt haben! Die Arbeit lohnt sich! Bleiben Sie an meiner Seite!“
Yvonne Schubert, Mannheim
Die Stiftung Hilfswerk Deutsche Zahnärzte wünscht allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2012!
HDZ-Spendenkonto
Kontonummer 000 4444 000
BLZ (Apo-Bank) 300 606 01
Unterlagen für die (Zahn-)Altgoldsammlung gibt es unter www.hilfswerk-z.de.
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