
Pestwurzextrakt gegen Heuschnupfen
Mithilfe eines Pflanzenextrakts Heuschnupfen bekämpfen – dass das funktioniert, haben Forscher des Zentrums Allergie und Umwelt (Zaum) des Helmholtz Zentrums München und der TU München in einer klinischen Studie gezeigt. Allergische Symptome wurden signifikant besser gelindert als bei den üblichen Histamin-Rezeptor-Antagonisten. Wie effektiv der Extrakt ist und wie er wirkt, stellen die Wissenschaftler in einer Online-Vorabveröffentlichung des Journal of Allergy and Clinical Immunology (Dumitru A. F. et al.) vor.
Bisher galten Anti-Histamin-Medikamente als Mittel gegen Symptome von Heuschnupfen. Dr. Adam Chaker und Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber belegten nun in einer randomisierten Doppelblindstudie, dass der Pflanzenextrakt Ze 339 (Petasol butenoate complex) aus der Pestwurz schneller und wirksamer zugeschwollene Nasenschleimhäute bekämpft. Aber nicht nur im akuten Fall scheint der Extrakt zu wirken: „Die Daten suggerieren auch einen präventiven Effekt, der weiter untersucht werden muss“, so Schmidt-Weber, Leiter des Zaum.
Der Pflanzenextrakt als Präparat ist bisher nur in der Schweiz und Südkorea zugelassen, darum müssen weitere Studien durchgeführt werden, um demnächst auch die Verschreibung auf dem deutschen Markt zu ermöglichen. Und der Bedarf an Präparaten mit präventivem Nutzen steigt: In der westlichen Welt sind Allergien im Vormarsch. Laut Prognose werden bis Mitte dieses Jahrhunderts 40 Prozent der Bevölkerung für Allergene sensibilisiert sein, und von diesen werden etwa die Hälfte Symptome einer allergischen Erkrankung aufweisen. Gegenwärtig sind bereits 20 Prozent der nordeuropäischen Bevölkerung gegen in der Luft enthaltene Allergene wie Gras- und Birkenpollen sensibilisiert.
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