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26. September 2011 |  Panorama

Apollonia-Preis 2011 für Wera Röttgering

So wie die Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik Menschen mit besonderen Leistungen außerhalb der Zahnmedizin auszeichnet (DZW 39/11, Seite 40), hat jetzt die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe ihren hochangesehenen Apollonia-Preis an Wera Röttgering, Gründerin und 1. Vorsitzende des Münsteraner Vereins „Herzenswünsche“ e.V. verliehen. Die Apollonia-Stiftung der Zahnärzte verleiht den Preis seit dem Jahr 2002 und wird von der dortigen Zahnärzteschaft getragen.

Wera Röttgering nahm den Apollonia-Preis von Dr. Klaus Bartling entgegen.

Mit ihrer Entscheidung für Wera Röttgering würdigt die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe das jahrzehntelange Engagement für schwer erkrankte Kinder und Jugendliche, denen ihr Schicksal mit der Erfüllung ihrer Wünsche erleichtert werden soll. Dem Verein haben sich im Laufe der Jahre auch viele Eltern angeschlossen, die weit über Münster hinaus die Herzenswünsche mit erfüllen wollen, nachdem ihre Kinder lebensbedrohende Erkrankungen überstanden haben.

In einer Feierstunde im Erbdrostenhof in Münster am 24. September 2011 überreichte ZÄKWL-Präsident und Vorsitzender des Stiftungsvorstands Dr. Klaus Bartling den mit 15.000 Euro dotierten Preis.

Wera Röttgering verkörpere in außergewöhnlichem Maße Merkmale wie Herzenswärme, Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Gerade diese Ideale stimmten maßgeblich mit den Zielen der Zahnärzteschaft in Westfalen-Lippe und dem Grundgedanken der Prävention überein, so Bartling: „Zudem rückt die Preisträgerin mit dem Verein Herzenswünsche schwere Krankheiten von Kindern in den Fokus der Öffentlichkeit und leistet dadurch einen großen Beitrag zur vorbeugenden Selbstverantwortung.“

Die diesjährige Apollonia-Preisträgerin reihe sich gut in die vielen Vertreter bürgerlichen Engagements in Münster ein, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Er würdigte die Bescheidenheit Röttgerings und dass sie der Gesellschaft die Augen für das Leid öffne.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr würdigte Röttgerings Engagement, Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit Wertschätzung und Respekt zu behandeln, in einem schriftlichen Grußwort. Solche Menschen brauche das Land. Ebenso wichtig seien Stiftungen wie die Apollonia-Stiftung der Zahnärzte, die ein solches Verhalten ehre und mit Preisen auszeichne.

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, kritisierte den Umgang der Gesellschaft mit Kindern, die unsere Zukunft seien. Die vielen Fälle sozialer Vernachlässigung durch die Eltern seien ebenso erschreckend wie die gesellschaftliche Ignoranz.

Prof. Dr. Götz Alsmann bezeichnete die Preisträgerin in seiner Laudatio als perfekte Botschafterin Münsters, für die Engagement ein Selbstverständnis sei. Ihr Konzept sei konkret, nachvollziehbar und im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen ohne den Hang zur Selbstdarstellung. Ihr beharrliches Insistieren funktioniere, weil sie Nerven, Humor, Esprit und Lebensfreude besitze.

Röttgering berichtete über ihre Arbeit. Die Kraft dafür komme auch über die vielen Reaktionen von Betroffenen. Sie würdigte sowohl die Kinder wie auch alle engagierten Helfer als wahre Helden und plädierte an jeden, sich Träume zu erfüllen.

Das Preisgeld gibt Röttgering an eine Privatschule in Berlin weiter, in der schwer traumatisierte Kinder unterrichtet werden, die sonst keine Schule besuchen könnten.

Dr. Karlheinz Kimmel, Neuhäusel

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