Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

24. Januar 2012 |  Panorama

Aus der Praxis für die Praxis

Das Institut für zahnärztliche Fortbildung „Wissenschaft und Kultur“ in Berlin-Wilmersdorf setzt 2012 neue Akzente –

 

Im vergangenen Jahr wurde in den legendären Räumen von Nicolaus Sombart in Berlin- Wilmersdorf das Institut „Wissenschaft und Kultur“/T-Kult Salon neu gegründet. Ziel des Instituts ist es, die im engeren Sinn zahnmedizinische Fortbildung in einen interdisziplinären Rahmen zu stellen und mit humanmedizinischen, gesundheitspolitischen, juristischen, ökonomischen, aber auch mit wissenschaftshistorischen, kulturellen und künstlerischen Fragestellungen zu verbinden.

Zahnärztin Beate Slominski ist die Gründerin des Salons "T-Kult" in Berlin-Wilmersdorf

Fortbildung wird hier umfassend verstanden als Verbesserung der fachwissenschaftlichen Qualifikation, der sozialen beruflichen Kompetenz sowie der kulturellen Bildung, insofern sie im modernen zahnärztlichen Berufsfeld vorausgesetzt und vom Patienten heute mehr und mehr erwartet wird. Was zunächst überraschen mag, gehört zum Konzept: Die zahnärztliche Fortbildung findet in den Räumen des 2008 verstorbenen Kulturphilosophen und Schriftstellers Nicolaus Sombart statt, der hier die traditionsreiche Berliner Salonkultur als Teegesellschaft fortführte.

In den ebenso originell wie geschmackssicher gestalteten Räumen, die zu wissenschaftlichen Veranstaltungen wie intellektueller Geselligkeit einladen, findet man alles, was der vom Berufsleben gestresste Arzt oder Zahnarzt sucht: kultivierte Gastlichkeit, anspruchsvolle wissenschaftliche Veranstaltungen, anregende künstlerische Performances, interessante Zeitgenossen – und vor allem: ein abgestimmtes, informatives, kreatives und wohltuendes Programm zahnärztlicher Fortbildung.

Medizin und Wissenschaft trifft Kultur, Wirtschaft und Kunst

Auf dem Jahresabschlussempfang im Dezember 2011, wo sich im Salon T-Kult eine ausgesuchte Gesellschaft aus Medizin, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Kunst traf, dankte das Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hartmut Böhme für die Unterstützung im Gründungsjahr und gab zugleich einen Ausblick auf das kommende Jahr. Neben den bewährten Formen der zahnärztlichen Fortbildungsseminare, die künftig verstärkt auch als Kooperationsveranstaltungen mit auswärtigen Partnern angeboten werden, soll das Motto der Institutsgründerin – „Zahnärzte für Zahnärzte“ – stärker mit Leben gefüllt werden. Die übliche Situation der frontalen Lehrvermittlung durch Vorträge und Präsentationen mit abschließendem Frage-Antwort-Spiel ist für viele, aber bei weitem nicht alle Fortbildungsthemen geeignet.

„Neues Forum“ startet 2012

Das Institut wird deswegen im neuen Jahr unter anderem ein „Neues Forum“ einrichten. Insbesondere für frisch Examinierte und junge Praxisgründer sollen neue Formen der Qualifikation, der Beratung und des Erfahrungsaustauschs angeboten werden. Dabei treffen die jungen Kollegen und Kolleginnen auf erfahrene Inhaber von Einzel- und Gemeinschaftspraxen sowie auf Klinikmediziner, um die Probleme des Berufsbeginns, der Praxisgründung oder der beruflichen Neuaufstellung qualifiziert zu analysieren und Lösungspfade aufzuzeigen. Doch sind hierbei nicht nur medizinische Probleme zu bewältigen. Berufseinstieg und Qualitätssicherung sind ein multidimensionaler komplexer Prozess. Darum steht für Beratung und Coaching auch ein Team von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Praxiscoaches, Inneneinrichtern, Werbefachleuten und vor allem auch Experten für Dentaltechnik und Zahntechnik zur Verfügung. Neben speziell angebotenen Seminaren und Foren wird mit der „Telefonsprechstunde“ auch ein Jour fixe eingerichtet. Zweimal im Jahr gibt es außerdem die Möglichkeit zu einem Meeting im Institut Wissenschaft und Kultur beziehungsweise im Club Salon T-Kult. Das neue Team sorgt für das Wohl der Gäste.

Interdisziplinäre Integration

Verstärkt wird sich das Institut auch darum bemühen, die Ansätze zur interdisziplinären Integration der Zahnmedizin fortzuentwickeln. Wenn der Zusammenhang von ästhetischer Zahnheilkunde und kulturellen Normen der Schönheit selbstevident ist, so gilt das für andere Themen nicht. Verbindungen zwischen der Physiologie des Mund- und Kopfraums sowie der Psychodynamik des Oralen und der komplexen Kulturgeschichte der Körperteile sind oft erst zu entdecken. Sie gehören indes zu einem modernen integrativen Medizinkonzept und erfordern auch vom Zahnmediziner mehrdimensional ausdifferenzierte Wahrnehmungs- und Praxisformen. Neben Veranstaltungen solcher Art, wozu etwa die Themen „Zähneknirschen und orale Aggressivität“, „Kulturgeschichte und Physiologie der Mundsensorik“ oder „Der Mundraum als Sprachwerkzeug“ gehören mögen, werden selbstverständlich auch wieder Fortbildungsseminare zu klassischen zahnmedizinischen Thematiken wie Bruxismus, ästhetische Zahnheilkunde, Parodontologie, Prophylaxe, Implantologie etc. angeboten werden.

Neue Schwerpunke

Auch der allgemeine kulturwissenschaftliche und kulturelle Schwerpunkt des Instituts wird im Jahr 2012 neue Akzente setzen. Erhalten bleibt selbstverständlich der Anspruch, zahnmedizinische Fortbildung mit kulturwissenschaftlichen Angeboten auf eine neuartige und anregungsreiche Weise zu integrieren. Neu installiert werden zwei Serien: Zum einen werden im Salon T-Kult zu aktuellen Neuerscheinungen der Wissenschaft, aber auch der Literatur, Buchvorstellungen durchgeführt, bei denen der Autor oder die Autorin mit Experten über ihre neue Publikation diskutieren werden. Beispiele sind die Vorstellung des dreibändigen „Historischen Wörterbuchs der Biologie“ des Biophilosophen Georg Toepfer, der historischen und gegenwartsanalytischen Studie „Vorbilder“ des Kulturwissenschaftlers Thomas Macho oder des neuen Berlin-Romans „34 Meter über dem Meer“ der jungen Autorin Annika Reich.

Im Unterschied zu vergleichbaren Veranstaltungen an anderen Berliner Orten sollen hier neben der im Zentrum stehenden Vorstellung einer gewichtigen Neuerscheinung auch die Begegnung und das Gespräch mit dem Autor und den Gästen des Salons gepflegt werden. Ferner wird das Format der „Gespräche im Salon T-Kult“ weiterentwickelt werden, bei dem Künstler, Kulturschaffende, Kritiker und Wissenschaftler wichtige Themen diskutieren – kontrovers in den Positionen, zuspitzend in der Sache, analytisch in der Transparenz, rhetorisch im Argument, verantwortlich in der Haltung.

Dies wird festgehalten in alten, aber auch  in neuen Medien. Das neue Programm des Instituts für zahnärztliche Fortbildung „Wissenschaft und Kultur“ und des Salons T-Kult wird, wie bereits 2011, im März beginnen und durch Flyer/ Folder, Anzeigen sowie im Internet bekanntgegeben werden. Diese neue Form der Informationen über die Arbeit des Instituts oder Mitgliedschaften kann man jederzeit unter www.salont-kult.de oder unter www.wissenschaftundkultur.de erhalten. Wir freuen uns mit Ihnen auf das Jahr 2012!

ZÄ Beate Slominski, Berlin

 

 

Institut für zahnmedizinische Fortbildung,Wissenschaft und Kultur „T-Kult“

Gründerin ist die Zahnärztin Beate Slominski, Berlin (www.zahnaerztinberlin.com). Die Leitung des Salons teilt sie sich mit dem Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Böhme. Zum Gründungsvorstand des Fortbildungsinstituts gehören

• Prof. Dr. med. dent. Thomas Attin (Klinikdirektor des Zentrums für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universität Zürich);

• OA Dr. med. dent. Uwe Blunck (Universitätsklinikum Charité; Centrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde; Abteilung für Zahnerhaltung und Parodontologie);

• Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Bodo Hoffmeister (Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Charité Berlin).

Zuständig für den kulturellen und interdisziplinären Anteil im Vorstand sind

• Prof. Dr. Hartmut Böhme (Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin);

• Marius Babias (Direktor des Neuen Berliner Kunstvereins n.b.k.);

• Florian Waldvogel (Direktor des Hamburger Kunstvereins) sowie als neues Vorstandsmitglied

• Anna-Catharina Gebbers, Freie Kuratorin.

Kontakt: Institut für zahnmedizinische Fortbildung, Wissenschaft und Kultur, Zahnärztin Beate Slominski, Ludwigkirchstr. 10a, 10719 Berlin, Telefon (0163) 8830320, Fax (030) 6940700, Internet www.wissenschaftundkultur.de.

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Frühjahrs-Seminar 2012: GOZ 2012 – Annehmen – Umsetzen – Durchsetzen 21.05 Bremen
Abrechnung Frühjahrs-Seminar 2012: GOZ 2012 – Annehmen – Umsetzen – Durchsetzen 22.05 Bad Zwischenahn
Abrechnung Frühjahrs-Seminar 2012: GOZ 2012 – Annehmen – Umsetzen – Durchsetzen 22.05 Neuss
alle Termine öffnen

Amalgam ist nicht unumstritten: Es gibt viele Befürworter, aber ebenso auch viele, die Amlagam ablehnen. Wie halten Sie es in Ihre Praxis?

Ich lehne es aus gesundheitlichen Gründen ab. Ich lehne es aus ästhetischen Gründen ab. Ich verwende es nur auf ausdrücklichen Patientenwunsch. Für mich ist Amalgam bislang ohne Alternative
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.