
„Monat der Mundgesundheit“ feiert Jubiläum
BZÄK und Colgate arbeiten seit zehn Jahren gemeinsam für die gesundheitliche Aufklärung – neue Perspektiven vorgestellt –
In diesem Jahr jährt sich die Aufklärungskampagne „Monat der Mundgesundheit“ zum zehnten Mal. Seit dem Start ihrer Gemeinschaftsaktion klären Colgate (Hamburg) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) die Öffentlichkeit über zahnmedizinische Prävention und die Wechselwirkungen zwischen oralen und Allgemeinerkrankungen auf. Auf der Jubiläumspressekonferenz vergangene Woche in Berlin zog Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, ein überaus positives Fazit und stellte die weitere Perspektive der gemeinsamen Arbeit vor.
Der „Monat der Mundgesundheit“ sei eine langjährige Erfolgsstory und habe sich auch international zu einer festen Größe entwickelt. Mittlerweile führe Colgate das Projekt in Zusammenarbeit mit den Zahnärztekammern in Frankreich, Italien, Griechenland, den Niederlanden, in Großbritannien, Österreich, Polen und vielen anderen Ländern durch.
„Ich danke ganz besonders Michael Warncke, unserem langjährigen, kompetenten Partner bei Colgate, dass er dieses Projekt mit einer bewundernswerten Beharrlichkeit und Leidenschaft vorangebracht hat“, so Oesterreich. Den Verbrauchern und dem Patienten in der Zahnarztpraxis hätten im Laufe der vergangenen zehn Jahre immer wieder aktuelle und vor allem wissenschaftlich abgesicherte Informationen zum Erhalt ihrer Mund- und Allgemeingesundheit an die Hand gegeben werden können. Gleichzeitig sei die Aufklärungsarbeit der Kolleginnen und Kollegen in ihren Praxen unterstützt worden. Im Mittelpunkt dieses breitenwirksamen Kommunikationskonzepts habe immer die zahnmedizinische Prävention gestanden.
Nach einer so langen Zeit der Zusammenarbeit müsse man sich aber auch nach den Perspektiven fragen, so Oesterreich. „Ich möchte Ihnen die neue Vision Mundgesundheit vorstellen, das neue interdisziplinäre Konzept von Colgate und BZÄK, welches unsere Kooperation für die nächsten Jahre zukunftsorientiert und aufmerksamkeitsstark gestalten soll. Ein erstes Highlight dieser Vision ist die Initiative ‚Gesund im Mund bei Diabetes‘, welche Ärzte und Zahnärzte unter einem gemeinsamen Dach vereint.“ Es sei eine Tatsache, dass bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, dreimal so hoch ist, was Prof. Dr. James Deschner (Bonn) mit neuen Zahlen und Studien zur Diabetes untermauerte. Deschner machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes viel intensiver seien, als bisher angenommen. Es sei durchaus denkbar, dass zukünftig Diabetestests in Zahnarztpraxen durchgeführt werden könnten, sagte Deschner.
Die Initiative „Gesund im Mund bei Diabetes“, die bereits im März 2010 von Colgate-Palmolive und der BZÄK gegründet wurde, will bei Zahnmedizinern und Diabetologen das Bewusstsein für die Wechselbeziehungen zwischen parodontalen Erkrankungen und Diabetes mellitus stärken und Prophylaxe- sowie Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Im Wissenschaftsausschuss zur Initiative erarbeiten jeweils vier namhafte Experten aus den Bereichen Parodontologie und Diabetologie ein interdisziplinäres Konsensuspapier zur Leitlinienergänzung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Wir sind der Auffassung, dass sich über diese breit angelegte wissenschaftliche Initiative und Informationskampagne der Stellenwert der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde für die allgemeine Gesundheit aus einem anderen Blickwinkel erschließt. Prävention ist eine interdisziplinäre Aufgabe“, so Oesterreich.
Allein in Deutschland gebe es ca. sechs Millionen Diabetiker. Und jüngsten Untersuchungen zufolge werden die an „Alterszucker“ (Typ-II-Diabetes) Erkrankten immer jünger. „Hier gilt es das Duo ‚Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel‘ zu beseitigen, um einer möglichen Stoffwechselerkrankung vorzubeugen. Den Zahnärzten kommt bei der Aufklärung eine besondere Rolle zu. Es sind nicht selten zahnärztliche Untersuchungen und Behandlungen, bei denen sich erste Anzeichen für eine eventuelle Diabeteserkrankung offenbaren“, so Oesterreich. Zahnärzte sollten in diesem Fall ihren Patienten dazu raten, zum Hausarzt zu gehen um dies abklären zu lassen. Der zahnmedizinischen Diagnostik komme im Sinne des Screenings von wichtigen medizinischen Erkrankungen also eine zunehmende Bedeutung zu.
Auf der anderen Seite müssten Patienten, die an Diabetes erkrankt sind, auch von ihren Diabetologen auf geeignete Maßnahmen der Mundhygiene und zahnärztlichen Betreuung hingewiesen werden, um den Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen zu können. „Deswegen werden wir Allianzen bilden und Synergieeffekte erzielen: Mit ärztlichen Kollegen, mit weiteren berufsständischen Organisationen und mit der Wissenschaft“, erklärte Oesterreich. Denn auch wenn sich das öffentliche Bewusstsein für das Thema Mundgesundheit insgesamt deutlich positiv entwickelt habe, so Oesterreich in seinem Fazit, gebe es nach wie vor weiteren Handlungsbedarf.
Vor allem müsse bei den anderen medizinischen Fachdisziplinen weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden. „Die ganzheitliche Betrachtung der Mundgesundheit sowie die möglichen negativen Auswirkungen auf allgemeinmedizinische Erkrankungen – speziell bei dauerhaften parodontalen Entzündungen – werden auch bei dem künftigen Gemeinschaftsprojekt ‚Vision Mundgesundheit‘ von Colgate und BZÄK besonders im Vordergrund stehen.“
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