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05. August 2010 |  Politik aktuell

Privatleistungen zu Dumpingpreisen?

Zahnärzte kritisieren PKV-Verband –

 

Scharfe Kritik am Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) übt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) in einer aktuellen Pressemitteilung. „Der PKV-Verband will Dumpingpreise für sozial schwache Patienten erzwingen. Das werden wir nicht mitmachen“, kündigt KZVB-Chef Dr. Janusz Rat an.

In einem Brief an die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hatte Verbandschef Dr. Volker Leienbach gefordert, dass Zahnärzte im Basistarif privatversicherte Patienten wesentlich preiswerter behandeln als es das Sozialgesetzbuch vorsieht.

Grund für den Konflikt sei eine Änderung im Sozialgesetzbuch aus der Ära Ulla Schmidt. Seitdem seien die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen verpflichtet, die zahnmedizinische Versorgung nicht nur für gesetzlich Versicherte, sondern auch für im Basistarif versicherte Privatpatienten sicherzustellen. Das Gesetz sehe dafür den zweifachen Vergütungssatz nach GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) vor. „Das ist nicht etwa das Zweifache des Normalen, sondern oft unterhalb des Tarifs für gesetzlich Pflichtversicherte.  Bereits dieser Betrag ist am untersten Limit und in einigen Fällen nicht kostendeckend. Der Gesetzgeber hat diesen Faktor nicht ohne Grund bestimmt“, so Rat.

Nun verlangt der PKV-Verband in einem Schreiben unverhohlen „die Vergütung der zahnärztlichen Leistungen unter den in Paragraf 75 Abs. 3c SGB V genannten Wert“ zu senken.

„Das Verhalten der privaten Krankenversicherer ist moralisch höchst verwerflich. Während sie mit aggressiver Werbung und vollmundigen Versprechungen um Versicherte buhlen, versuchen sie gleichzeitig, sich um ihre Leistungspflicht zu drücken. Leidtragende dieses Geschachers sind die Patienten“, kritisiert Rat. Es sei keinem Zahnarzt  zuzumuten, Leistungen zu Preisen zu erbringen, die nicht kostendeckend sind. „Wir sind Freiberufler und müssen sehen, wie wir am Monatsende die Gehälter unserer Mitarbeiterinnen und die Praxismiete zahlen können“.

Rat fordert die privaten Krankenversicherungen auf, sich an die Vorgaben des Sozialgesetzbuches zu halten und mit ihrem Gewinnstreben nicht die Patientenversorgung zu gefährden: „Wenn sich die privaten Krankenversicherer in Richtung gesetzliche Krankenkasse entwickeln wollen, machen sie sich selbst überflüssig. Wenn sie deren Leistungshöhe sogar unterschreiten wollen, verlieren sie ihre Existenzberechtigung“.

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