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23. Februar 2010 |  Politik aktuell

„Bei älteren Patienten sind die Erfolgsquoten schlechter“

5. Experten-Symposium des BDIZ EDI beleuchtete Risiken und

Komplikationen in der Implantologie (1) –

 

Das Thema brennt offensichtlich vielen Implantologen unter den Nägeln: Mehr als 250 Teilnehmer waren am Karnevalssonntag zum 5. Experten-Symposium des Bundesverbands der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) „Behandlungsfehler vermeiden – Komplikationen beherrschen“ nach Köln gekommen. Geboten wurde ihnen ein fachlich anspruchsvolles, praxisrelevantes Programm mit erfahrenen und kompetenten Referenten zu allen Risiken und Komplikationen in der zahnärztlichen Implantologie – von der Auswahl der Patienten über die Operation selbst und die prothetische Versorgung bis hin zur Explantation.

BDIZ EDI-Präsident Zahnarzt Christian Berger (l.) und Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller, Vizepräsident des BDIZ EDI. –

„Keiner zeigt gerne Komplikationen oder seine eigenen Misserfolge. Es ist aber angesichts der steigenden Zahl an Implantationen in Deutschland an der Zeit, auch offen über solche Probleme zu sprechen, weil nur so neue Fehler vermieden und überholte Therapiekonzepte verändert werden können“, begründet BDIZ EDI-Präsident Christian Berger die Themenwahl „Komplikationen und Behandlungsfehler“ des BDIZ EDI im Jahr 2010, das mit dem Symposium in Köln eingeleitet wurde.

Die Erfolgsquoten vieler (Industrie-)Studien sollte man mit Vorsicht genießen, so Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller, Wissenschaftlicher Leiter des Symposiums und Vizepräsident des BDIZ EDI. „Bei älteren Patienten sind die Erfolgsquoten schlechter, die Patienten sind in der Regel einfach krank. Da wird es auch mit vermeintlich besserem Material nicht besser“, so Zöller im Kommentar zum einführenden Vortrag von PD Dr. Jörg Neugebauer, Köln, über die Auswahl und die Risiken der Patienten. Die Studien seien wegen der oft handverlesenen Probanden wenig aussagefähig für die Durchschnittspopulation.

„Viele Patienten verbergen Risiken“, so Neugebauers Warnung. Eine sorgfältige Anamnese und intensive Kommunikation mit den Patienten im Vorfeld seien daher besonders wichtig. Hier sollte gezielt nach Operationen in den vergangenen Jahren, nach Allergien auf Anästhetika oder Antibiotika, nach Medikation und Zwischenfällen gefragt werden, so Neugebauer. Er verwendete zur Einstufung des Risikos die ASA-Klassifikation, wie sie in der Medizin und auch von den Anästhesisten der Kölner Klinik genutzt wird. „Unser Problem ist, dass gerade Patienten der ASA IV mit schweren, das Leben bedrohenden Allgemeinerkrankungen oft einen dringenden Behandlungsbedarf aufgrund von Zahnverlust haben“, so Neugebauer. Um zu einer Entscheidung zu kommen, sei auch der Leidensdruck des Patienten zu berücksichtigen, seine Beweggründe für die Implantation und die Frage, ob er die Gründe für seinen Zahnverlust nachvollziehen kann. Auch die Bereitschaft zur Mitarbeit, die Kostenfrage und die Krankheitserfahrung sollten offen besprochen werden.

„Wer ist schuld, wenn es schiefgeht, das Implantat sich lockert? – Immer der, der den Patienten als letzter versorgt hat!“ Dieser nicht ganz ernst gemeinte Kommentar einiger Referenten bei der Präsentation von Misserfolgen ist für den Zahnarzt, der den Patienten mit der implantatgetragenen Prothetik versorgen muss, mitunter unerfreulicher Alltag. Per Fossdal (Kempten) befasste sich daher in seinem Vortrag mit den Komplikationen in der prothetischen Phase. Er mahnte, dass die Prothetik auf Implantaten bei der fortwährenden Weiterentwicklung in der Implantologie oftmals auf der Strecke bleibe. Das frühzeitige Erkennen und Mitbehandeln von Funktionsstörungen ist wichtig für den Langzeiterfolg – und dies müsse schon vor der Implantation erfolgen. Da die taktile Wahrnehmung mit den Implantaten sehr viel schlechter sei als mit natürlichen Zähnen, sei es wichtig, die Prinzipien der Front-Eckzahnführung und Disklusion sowie der ungestörten Latero- und Mediotrusion einzuhalten. Die Vernachlässigung könne jahrelange Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen zur Folge haben. Funktionelle Probleme und Komplikationen in Form von Chippings oder Lockerungen der Suprakonstruktion treten nach Aussage von Fossdal überdurchschnittlich oft bei fehlender Front-Eckzahnführung auf, die wiederum  häufiger bei Bisshebungen zu sehen sei. Sei implantatgetragener Zahnersatz geplant, sollte idealerweise die Behandlung von Funktionsstörungen und die gewünschte Bisshebung bereits vorher mit entsprechenden Schienen eingeleitet werden.

(wird fortgesetzt)

(Artikel gekürzt)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DZW 8/10 auf Seite 1.

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