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18. November 2011 |  Politik aktuell

„GOZ-Novelle ist grottenschlecht“

Kammerversammlung der Zahnärztekammer Niedersachsen tagte in Hannover –

 

Die Ablehnung der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) geht über alle standespolitischen Grenzen hinweg. Sowohl die Mitglieder des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) als auch die der Gruppe Zahnärzte für Niedersachsen (ZfN) lehnen das neue Regelwerk ab, das vergangene Woche im Bundesrat beschlossen wurde und zum 1. Januar 2012 in Kraft treten soll. Verbessert habe sich durch die GOZ 2012 nicht viel, war die einhellige Meinung der mehr als 50 Mitglieder der Kammerversammlung der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), die zwei Tage lang in Hannover die aktuellen Entwicklungen diskutierten.

„Die Zahnärzteschaft muss mit den gleichen Punktwerten kalkulieren wie vor 24 Jahren“, brachte Kammerpräsident Dr. Michael Sereny die Kritik auf den Punkt. „Normale Zahnbehandlungen und Extraktionen werden im Januar 2012 genauso wenig kosten wie im Januar 1988.“ Dabei hatten die Zahnmediziner nach der Bundestagswahl vor knapp zwei Jahren große Hoffnungen insbesondere in den kleineren Koalitionspartner in der Bundesregierung, die FDP, gesetzt – und wurden bitter enttäuscht. Das Vertrauen in die Freien Demokraten sei „verloren gegangen“, so Sereny.

Von den im Berliner Koalitionsvertrag niedergeschriebenen Versprechungen sei nicht viel geblieben: Die Kostenerstattung, also die Direktabrechnung von Zahnarzt gegenüber den Patienten, sei nur „marginal erleichtert“ worden. Die elektronische Gesundheitskarte wurde nicht gestoppt, sondern „nur langsamer, aber dafür perfider vorangebracht“. Auch die Budgetierung der zahnärztlichen Leistungen „wird allenfalls einen neuen Namen bekommen“, kritisierte Sereny.

Drastischer als Sereny fasste dessen Stellvertreter Dr. Michael Ebeling die Kritik an der neuen GOZ in einem Satz zusammen: „Gemessen an den Notwendigkeiten ist diese GOZ-Novelle grottenschlecht.“ Über die GOZ werden die zahnärztlichen Leistungen für Privatversicherte ebenso abgerechnet wie für Beihilfeberechtigte, zum Beispiel Beamte.

Im Mittelpunkt der Sitzung standen Diskussionen und Beschlüsse zu Interna der ZKN. So musste für 2010 ein Nachtragsetat, für 2012 der Haushaltsplan und eine neue Beitragsordnung beraten und beschlossen werden. Wichtiges Thema war auch die Situation des Altersversorgungswerks (AVW) der ZKN, das sich in den vergangenen Jahren finanziell konsolidiert hat. Gleichwohl blicken die Verantwortlichen des Leitenden Ausschusses, welche die Geschicke des AVW leiten, in Zeiten von Euro-, Banken- und Wirtschaftskrise auch mit ein wenig Sorge auf die zukünftige Entwicklung auf dem Finanzmarkt, die sie aber nicht beeinflussen können. Zufrieden zeigten sich die Mitglieder der Kammerversammlung, dass das AVW nicht in riskanten Anlageformen engagiert ist und die Gelder der AVW-Mitglieder sicher angelegt sind.

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